16.06.1986

Bußgeld für Reaktorbetreiber

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Kaum ein Vorwurf, der Amerikas Atomindustrie seit der Beinahe-Katastrophe im Reaktor Three Mile Island im März 1979 erspart geblieben wäre: Schlechtes Management wurde gerügt, Pfusch am Bau neuer Reaktoren nachgewiesen und Schludrigkeiten beim Betrieb von Anlagen aufgedeckt. Und noch immer, berichtet die US-Atomkontrollbehörde NRC, schlampen Reaktorbetreiber. Nun müssen beispielsweise die Manager des Arizona Nuclear Power Project 100000 Dollar Buße zahlen. Mängelrügen der NRC-Kontrolleure: Sicherheitszonen waren unzureichend geschützt und mangelhaft ausgeleuchtet, Unbefugte hatten Zutritt zu sensiblen Reaktorabteilungen, Werksausweise wurden nicht kontrolliert, Alarmmeldungen aus Sicherheitsbereichen wurden ignoriert und Sicherheitszwischenfälle nicht - wie vorgeschrieben - der Behörde gemeldet. Sieben andere Kernkraftwerk-Betreiber, wie die Sacramento Municipal Utility District mit ihrem Reaktor Rancho Seco, wurden wegen solcher Fehler und Versäumnisse mit Bußgeldern zwischen 25000 und 370000 Dollar belegt.

DER SPIEGEL 25/1986
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