24.02.1986

„Das Schwungrad in Bewegung setzen“

Parteichef Gorbatschow hat eine „Wende“ versprochen, diese Woche soll der Moskauer Parteitag der KPdSU dafür die Richtung weisen - endlich Reformen oder aber Rückkehr in die Vergangenheit. Michail Gorbatschow kämpfte in seinem ersten Amtsjahr gegen die Nomenklatura und bürdete seinem Volk neue Lasten auf. Zugleich bot er Spielraum für Reform-Vorschläge und Kritik. Wird er nun den politischen Frühling wagen?
Auch Soldat Oleg Scherstobitow, 19, ist dabei. Er darf die Sowjetgarnison in Afghanistan nun in Moskaus Großem Kreml-Palast repräsentieren, weil er als Begleitschutz einer Lkw-Kolonne drei Mudschahidin erschoß und selbst verwundet wurde.
Gemeinsann mit 5000 Genossen, die sich am Dienstag dieser Woche zum 27. Parteitag der KPdSU versammeln harrt der Delegierte Scherstobitow auf Überraschungen, wenn der freimütige Parteichef Michail Gorbatschow ans Pult tritt.
Denn was der Sowjet-Fahrer zu sagen hat, wird nicht allein sein Volk, sondern die Welt schlechthin bewegen. Er wird dem höchsten Gremium seiner Staatspartei erklären müssen, welche Zukunft er der Sowjet-Union zugedacht hat - ob er sich, wie das italienische Linksblatt "la Repubblica" fragte, zu einem "jungen Stalin oder einem neuen Dubcek" entwickeln wird.
Seine Bürger, seine Bewunderer wie seine Gegner auch im Westen, suchen Antwort: Wer ist Gorbatschow wirklich - ein Reformer, wie ihn Rußland in der Geschichte nicht erlebt hat, oder doch nur ein Funktionär, der sich auf PR versteht, ein Parteichef, der seine Vorstellungen von einer Modernisierung der Sowjet-Union in die Realität umsetzen will, aber letztlich am Widerstand der Konservativen scheitert?
In seiner einjährigen Amtszeit hat der junge Mann - am Sonntag wird er 55 - bereits kräftig zugepackt: mit einer Kampagne wider Alkohol und Bummelei die Proletarier angetrieben, mit rigorosen Entlassungen die Nomenklatura denn ausgesetzt, was man in Rußland eine "Säuberung" nennt.
Er hat zwecks Atom-Abrüstung die "Null-Lösung" des US-Präsidenten Ronald Reagan akzeptiert und dazu noch örtliche Kontrollen angeboten. West-Besucher beeindruckt er. "Ich kam mit großen Hoffnungen an, aber die Realität, die ich vorfand, war noch besser als meine Erwartungen", schwärmte der außenpolitische Experte der moskaukritischen KP Italiens, Giancarlo Pajetta. "Vor allem hat mich die Gelöstheit beeindruckt, das Fehlen des pädagogischen, beinahe missionarischen Eifers, den ich seit mindestens 30 Jahren bei jeder Begegnung mit den Sowjets bemerkt habe. Man diskutierte wirklich ..."
Gorbatschow ist angetreten mit dem Versprechen einer "Wende" im maladen Sowjetstaat. Der regimekritische Historiker Roy Medwedew beobachtet Optimismus, auch wenn die Stimmung "noch nicht" mit der Atmosphäre nach Chruschtschows Machtantritt zu vergleichen sei.
Viele Bürger halten nicht mehr zurück mit ihrer Kritik am System. Sie nehmen die alltägliche Halbinformation der Presse nicht mehr hin, verlangen Mitsprache und rügen gar "soziale Ungerechtigkeit" in der Sowjet-Union.
"Alles was gestern am Familientisch, in Rauchzimmern oder engen Kreisen gesagt wurde, wird nun öffentlich gesagt", schrieb ein Leser in der Regierungszeitung "Iswestija".
Ein Moskauer Hochschullehrer berichtet, in den Hörsälen herrsche "eine Atmosphäre der Kritik, nicht im Dissidentensinne, aber doch sehr scharf". Hätten früher die Studenten kaum gewagt, Vergleiche mit dem Westen anzustellen, wenn die UdSSR dabei schlecht abschnitt, so scheue sich heute niemand mehr.
Selbst die "Prawda" zitierte junge Leute: " Dort produzieren sie mehr Autos, mehr Jeans, mehr Getreide und so weiter." Oder einen Jungakademiker, über seine Emigrationspläne: "Ich will das neueste Saab-Modell dort mit einem Vierteljahres-Gehalt kaufen können."
Die Jugendzeitung "Komsomolskaja prawda" brachte den Brief eines Untersuchungsrichters aus der Provinz über ein Gespräch mit einem jungen Heimkehrer aus dem Afghanistan-Feldzug, mithin Kriegskameraden des Parteitagsdelegierten Scherstobitow. Der Frontkämpfer klagte, ihm und seinen Kameraden werde übel, wenn sie mit anhören müßten, was ihre Altersgenossen in der Heimat bewegt: wie man an Jeans aus dem Westen und Pop-Schallplatten herankommt.
Mehr Transparenz als "Norm des gesellschaftlichen Lebens" will Gorbatschow: Einst zugeknöpfte Funktionäre äußern sich offen über den unbeweglichen Gorbatschow-Vorgänger Leonid Breschnew, der "nicht mehr entscheidungsfähig" gewesen sei. Sie verurteilen plötzlich Propagandasprüche. Die alte Formel, der Westen sei an allen Mängeln der Sowjet-Union schuld, nennt ein hoher Ministerialbeamter "primitiv": "Wir müssen die Fehler bei uns suchen."
Die "Iswestija", rügte denn auch ein dort abgedruckter Leserbrief, habe verschwiegen, wieviel Tote es nach einer Moskauer Werksfeier mit reinem Alkohol gegeben habe. In dem Massenblatt "Sowjetskaja Rossija" beschwerten sich Bürger, es gebe ausführliche Berichte von Katastrophen im Westen, Null-Information aber über Erdbeben in Sowjetasien. Grund, so ein Leser: mangelndes Vertrauen in das Volk.
Im Fernsehen müssen sich Minister jetzt Zuschauerfragen stellen, etwa: warum die Fernheizung in Moskau (oft unter 15 Grad Zimmertemperatur) so schlecht funktioniert. Vor der Kamera dürfen jetzt Moskauer sogar über frühe Ladenschlußzeiten und über schlechte Bedienung meckern: "In der Schlange kann man seinen Urlaub verbringen."
In einer Fernsehdebatte geschah Ungehörtes: Nachdem ein Redner die geplante Umleitung sibirischer Flüsse, mithin die geltende Parteilinie, gepriesen hatte und der Moderator schon mit der Absage anfing, unterbrach ihn der Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften: Die Akademie sei gegen das Projekt, dem jeder wirtschaftliche Nutzen fehle. Der nach herkömmlichen Maßstäben ungehörige Zwischenruf wurde gesendet.
Die Kritik nähert sich sogar den Ursachen der sowjetischen Mißwirtschaft. Der Nationalökonom Fedorenko verlangte öffentlich volle Handlungsfreiheit für die Betriebe, einschließlich des Rechts, selbständig mit Westfirmen Geschäfte zu schließen. Das Prämiensystem müsse abgeschafft werden, einzige Planziffer der Profit sein.
Schreibe ein Betrieb rote Zahlen, soll der Staat mit Krediten einspringen. Hilft das nichts, müßten Fabriktore dichtgemacht werden - so wie es Brauch ist in der Welt des Kapitals.
Die "Literaturnaja gaseta" ging noch einen Schritt weiter: Versuchsweise sollten Autobesitzer gegen Tarif Passagiere befördern dürfen - privates Unternehmertum. Einen Teil des Fahrgelds sollten sie als Steuer abführen.
Der neue Landwirtschafts-Chef Murachowski pries gar in einem Interview die private Bodenbearbeitung: "Solch zarte Früchte wie Erd- und Himbeeren lassen sich leichter hüten, wenn eine Familie sie großzieht."
Gorbatschow-Vize Ligatschow freilich, der gestrenge ZK-Personalchef und Ideologe, hatte für die anstehenden "revolutionären Umgestaltungen" eines ausgeschlossen - "Abweichungen in Richtung Marktwirtschaft und privatem Unternehmertum". Für sowjetische Verhältnisse Revolutionäres ereignet sich im kulturellen Bereich, dem sich Gorbatschow-Ehefrau Raissa, selbst Philosophie-Professorin, widmet. Da häufen sich neuerdings kleine Überraschungen, die gebündelt für viele Geistesschaffende wie ein Signal wirken - der Hoffnung auf bessere Zeiten.
Die "Iswestija" brachte ein Interview mit dem spanischen Surrealisten Salvador Dali (Anrede: "Maestro"), dessen Kunst in der UdSSR bisher als "Fieberphantasien" galt und kaum einem Sowjetbürger bekannt ist.
Oder: Jazz-Konzerte durften in der Vor-Gorbatschow-Epoche nur in den Außenbezirken der Hauptstadt stattfinden, etwa im Auditorium des Olympischen Dorfes. Stets war den Bands ein Moderator zugeteilt, der die Musik erläuterte: Jazz als Volkskunst amerikanischer Negersklaven, die Jam-Session als Volkshochschule.
Verbannung und Schulung sind aufgehoben. Im Konzertsaal des Hotels "Rossija", in Sichtweite vom Kreml, entfalteten sich jüngst sowjetische Free Jazzer drei Stunden lang mit Spaß an der bisher amtlich mißbilligten Improvisation.
Schriftsteller wurden vom Kulturministerium vorgeladen und erfuhren, lange von der Zensur zurückgehaltene Werke "können jetzt erlaubt werden", so Anatolij Rybakows Roman "Kinder des Arbat", der die Stalinzeit behandelt, und ein Text Wladimir Dudinzews der die Verteufelung der Kybernetik unter dem Tyrannen zum Thema hat.
Auf der Bühne geduldet wird der Vierakter "Die Wohnung der Colombine" von Ljudmila Petruschewskaja, obwohl er keine positiven Helden im Sinn des Sozialistischen Realismus aufweist. Gar eine Gewaltszene zwischen Mutter und Tochter wird gezeigt - für die UdSSR, die Harmonie zwischen den Generationen behauptet, eine kleine Sensation.
Ein Stück ("Scholom-Alejchim-Straße 40") schildert die Lage ausreisewilliger Juden, wobei nicht verschwiegen wird, daß sie sofort nach Antragstellung ihren Job verlieren. Zum Schluß ziehen Arzt und Physiker in den Westen, der Vater ein "parteiloser Bolschewik", hat sich vor Gram entleibt, die Mutter bleibt in Odessa zurück, in Armut.
Vorletzte Woche geriet erstmals Stalin-Schelte auf eine Sowjetbühne. Liedermacher Bulat Okudschawa trug sein Gedicht "Generalissimus" vor:
"Du ruhst nun auf dem Roten Platz - ist er nicht rot vom Blut, das du in Strömen ließest fließen? Derweil, an deinem Schnurrbart zupfend, du am Fenster standst, den Blick auf Moskau zu genießen. "
Mit Raissa hat sich im Januar Gorbatschow von der Ehrenloge des Moskauer Künstler-Theaters aus das Spektakel "Silberhochzeit" angeschaut, ein für Sowjetbegriffe scharfes Stück über fiese Funktionäre. Auch desillusionierte Jugendliche und trunksüchtige Frauen treten auf.
"Der Bauer arbeitet mit den Händen", heißt es da, "aber mit dem Kopf läßt man ihn nicht." Der Funktionär antwortet: "Früher hättest auch du nicht so zu mir gesprochen." Der Genosse, der sich zum gewissenhaften Vorgesetzten wandelt, kommt wieder zu Amt und Würden, der skrupellose Parteisekretär fliegt. So hat es auch Gorbatschow gern.
Theaterdirektor Oleg Jefremow hatte drei Jahre gebraucht, das Stück durch die Zensur zu boxen. Zehn Jahre brauchte er für die Aufführung von "Entenjagd", weil sich am Ende die Hauptperson - ein Greuel für das Parteiverständnis vom schönen Sowjetleben - umbringt.
Per Telephon hieß Gorbatschow den Jefremow hoffen: "Gedulden Sie sich noch etwas, lassen Sie uns doch erst einmal das Schwungrad in Bewegung setzen."
Nun läuft es an. Zum ZK-Propagandachef wurde der Historiker Alexander Jakowlew berufen, der 1973 gegen den großrussischen Chauvinismus polemisiert hatte und als Botschafter nach Kanada abgeschoben wurde - dort lernte ihn 1983 der auslandsreisende Aufsteiger Gorbatschow kennen.
Unter Jakowlew, 62, gerät sogar die Parteipropaganda transparenter. Nach 15jähriger Blockade wurde der Film "Straßenkontrolle" freigegeben, mit einem bislang strikt gemiedenen Thema: der halben Million Rotarmisten, die im Zweiten Weltkrieg mit den Deutschen kollaborierten.
Ein russischer Überläufer, so die Handlung, kehrt reuig zu seinen Leuten zurück und überwindet ihr Mißtrauen. In einem Bewährungseinsatz kommt der sympathische Mann ums Leben. Bei Vorstellung des Films im Fernsehen warb Regisseur Alexej German für "Wahrheit".
Die galt bisher als Gefahr. Der Dramaturg Michail Roschtschin beschrieb in einem Zeitungsartikel die Klippen der Kultur-Bürokratie für einen Autor: Die Beamten raten, "den Titel zu ändern, eine Figur zu streichen, zwei andere einzuführen, das Finale zu kippen und ein neues zu schreiben".
So werde "in der Stille von Behördenkabinetten" ein Stück verstümmelt, ehe es auf die Bühne kommt, und Gott behüte, so Roschtschin, wenn der Autor ein Werk vorlege, dessen Held am Schluß stirbt oder gar gegen die Sowjetmacht antritt.
Bei solchem Aufbruch ist auch Staatspoet Jewgenij Jewtuschenko, 52, zur Stelle, der stets neue Windrichtungen wittert. Im September brachte die "Prawda" ein Gedicht von ihm gegen die Anpasser sowie gegen einen gewissen "Pjotr", womit der Kulturminister Pjotr Demitschew gemeint war.
Das Literaturblatt "Nowy mir" publizierte ein überbordendes Jewtuschenko-Poem "Fuku!", das Hitler-Fans in der UdSSR vermeldete und einen Lkw-Fahrer, 19, beschrieb, der mit einem Stalin-Porträt an der Windschutzscheibe durch das frühere Lager Kolyma fährt, über Straßen, die auf den Gebeinen deportierter Bauern gebaut sind: "Wer die Opfer von gestern vergißt, könnte zum Opfer von morgen werden."
Auf dem Schriftstellerkongreß im Dezember rührte Jewtuschenko übermütig an gleich mehrere Tabus: "Verbrecherisch" sei es beispielsweise, die halbe Taiga für das Papier hohler Propaganda-Broschüren abzuholzen, nicht für Bücher, "die unser Volk liest".
Glaubwürdigkeit könne die Partei nur dann erlangen, wenn nicht auf den "Blättern unserer jüngeren Geschichte weiße Flecke des Verschweigens, des 'Verheimlichens' verstreut seien, mit 'Schmutzstellen von Verfälschungen'".
So erfahre niemand, daß unter Stalin die "bolschewistische Garde, die besten Kommandeure der Roten Armee erbarmungslos ausgerottet worden sind", oder daß unter Stalin gegen Kybernetik und Genetik eine Kampagne losgetreten wurde, an deren Folgen die Sowjetwirtschaft noch heute kranke.
Den Ruf Jewtuschenkos zur Vergangenheitsbewältigung enthielten die Genossen dem Volk vor, in alter Manier; nur eine zensierte Fassung wurde gedruckt. Der Dichter hatte sogar an Gorbatschows Modernisierungs- und Transparenz-Parolen etwas auszusetzen:
"Eine Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts ist undenkbar ohne Beschleunigung des geistigen Fortschritts. Artikel, die rhetorisch zu Öffentlichkeit aufrufen, sind noch keine Öffentlichkeit."
Transparenz führt zu Sozialkritik: Im "Kommunist", Parteiorgan für Theorie, klagte ein Leser über die Privilegien für Parteifunktionäre, das Parteiorgan "Prawda" veröffentlichte den Brief eines Genossen Nikolajew, 46, aus Kasan, wonach die Funktionäre die "soziale Ungerechtigkeit vertiefen", indem sie "Sonderrestaurants, Sonderläden, Sonderkrankenhäuser" benutzen.
Sein Verbesserungsvorschlag: "Laßt den Chef mit allen vor gewöhnlichen Geschäften in der Schlange stehen. Vielleicht verschwinden dann die unerträglichen Schlangen."
Ein Briefschreiber aus Tula identifizierte gar eine "träge, sumpfige bürokratische Schicht zwischen dem ZK und der Arbeiterklasse". Die "Prawda" wiegelte ab, Privilegien von Kommunisten seien "absurd": "Die Partei ist kein Kaufhaus, in dem man das bekommt, was den normalen Sterblichen in der UdSSR nicht zugänglich ist." Schön wär's.
Der "Alt-Bolschewik" Alexejew verlangte nun eine "periodische Säuberung". So weit mochte die "Prawda" nicht gehen, nur "Reinigung" sei angezeigt, der Weg in die Zukunft "dornenvoll, steil, taugt nicht für einen leichten Marsch" .
Der Marsch führt durch die Institutionen der einzigen Partei. Auch Gegenstimmen sollten fortan bei Parteiwahlen gezählt werden, empfahl der Ökonomie-Professor Gawriil Popow von der Lomonossow-Universität in der "Sowjetskaja Rossija". Und die Parteipresse sollte obligatorisch Minderheitenmeinungen drucken, wenn die Petition mindestens 100 Unterschriften trage.
Lenins Fraktionsverbot von 1921 wäre damit freilich aufgehoben und die KPdSU beinahe eine demokratische Partei - unvorstellbar, daß die Nomenklatura Posten, Privilegien und die Zensur, eines der Mittel ihrer Macht, freiwillig aufgibt.
Auf der Liste der ZK-Mitglieder wechselte die neue Führung 42 Prozent der Namen - der Parteitag hat dem nun zuzustimmen. Das neue ZK wählt das Politbüro, dem fast alle beim letzten Parteitag hineingewählten Genossen nicht mehr angehören. "Wie bei Peter dem Großen fallen die Bärte", meditiert ein Spitzenfunktionär, "und manchmal auch die Köpfe. In Rußland geht es nur so."
Trotz allen Eifers, gerade wegen seiner reformerischen Tendenzen stößt Gorbatschow auf Widerstand in den beiden größten Parteiorganisationen des Reiches, in Moskau und Leningrad; in der Ukraine und in Kasachstan konnten sich die Parteichefs, beide alte Breschnew-Kämpen, behaupten.
Noch ist nicht entschieden, wie weit das Volk ihm folgt, bedroht mit Mehrarbeit und auch Arbeitslosigkeit, womöglich mit Preiserhöhungen (in der Sowjetpresse wurde Streichung der Miet- und Brotsubventionen vorgeschlagen, auch eine Währungsreform), zudem bestraft mit Alkoholentzug.
Die "Prawda" zitierte einen Arbeiter Meschkewitsch aus Brest: "Verbal sind alle für Reorganisation, aber wenn man richtig hinschaut, pfuschen die Leute wie früher, nehmen Schmiergelder wie ehedem - und nicht nur die Arbeiter und nicht nur die Kleinen."

DER SPIEGEL 9/1986
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