16.06.1986

OP-Qualen für Kinder

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Kinder, die mit einer verrenkten Hüfte ("Hüftgelenk-Luxation") zur Welt kommen, müssen häufig überflüssige Folgeoperationen über sich ergehen lassen. Der Grund: Viele Ärzte glauben, daß der Knochenkern, der sich im ersten Lebensjahr im Inneren des knorpeligen Hüftkopfes bildet, auch bei Kindern mit diesem Geburtsschaden genau in der Mitte des Gelenkkopfes liegen müßte. Tatsächlich wird aber eine nach der Geburt wieder eingerenkte Hüfte, wie der Kölner Orthopäde Professor Günter Imhäuser bei Untersuchungen feststellte, anders beansprucht als die eines gesunden Kindes. Der Knochenkern entsteht deshalb häufig nicht an der üblichen Stelle, was Ärzte oft zu Eingriffen veranlaßt, obwohl Kopf und Pfanne, den unterschiedlichen Bedingungen entsprechend, auch in diesem Fall ideal ineinandergreifen. Eine nicht auf das Kind zugeschnittene Röntgentechnik, so der Mediziner, sei mit schuld, daß die Betroffenen unnötige Operationsqualen erdulden müßten.

DER SPIEGEL 25/1986
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