08.09.1986

Tod eines Grenzgängers

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Der Anfang Juni 1981 aus der DDR geflohene Oberstleutnant Klaus-Dieter Rauschenbach, der zwei Tage nach seinem Grenzübertritt zurück in die DDR gewechselt war, ist tot. Der damals 39jährige Kommandeur des in Dermbach stationierten 3. Grenztruppenregiments war in einem "gewissen Zustand der Labilität" (so vernehmende Grenzschutzbeamte) in den Westen gegangen, nachdem er in einer DDR-Nervenklinik behandelt worden war und wegen dienstlicher Verstöße eine disziplinarische Bestrafung fürchtete. Trotz des offenkundigen Schocks, unter dem der Flüchtling stand, hatten die Bonner Gespräche zwischen Rauschenbach und seiner Frau sowie Abgesandten aus Ost-Berlin genehmigt - danach kehrte der Überläufer "aus freien Stücken" in die Heimat zurück. DDR-Bürger berichten heute, Rauschenbachs Gesundheit habe die seelischen Anstrengungen des doppelten Grenzübertritts nie überwunden.

DER SPIEGEL 37/1986
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