08.09.1986

Deutsche Spenden für Südafrika

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Nachhilfeunterricht über eine bisher nicht bekannte Form der Zusammenarbeit zwischen deutschen Industrieunternehmen und dem südafrikanischen Apartheid-Regime erteilte der von der FDP übergewechselte SPD-Abgeordnete Günter Verheugen dem Bonner Außenamt. Nach einer Südafrika-Reise an der Seite des SPD-Vorsitzenden Willy Brandt im April dieses Jahres hatte Verheugen die Bundesregierung gefragt, ob ihr bekannt sei, "daß südafrikanische Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen die Apartheidpolitik durch Spenden an die regierende Nationale Partei Südafrikas unterstützen". Das AA antwortete lapidar: "Nicht bekannt". In einem Buch "Apartheid - Südafrika und die deutschen Interessen am Kap", das der Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch in dieser Woche vorstellt, gibt Autor Verheugen jetzt eine detaillierte Darstellung jenes Zusammenspiels zwischen deutschem Big Business und dem Buren-Regime, von dem die Bundesregierung angeblich nichts weiß: _____" Einmal im Jahr - meistens im April oder Mai - pflegte " _____" sich in Kapstadt oder Pretoria die Creme der deutschen " _____" Wirtschaft in Südafrika mit Ministern der Regierung Botha " _____" und Vertretern der regierenden Nationalen Partei zu " _____" treffen. Die Herren - es waren immer nur Herren - " _____" erörterten dies und das, wie es für die Geschäfte beider " _____" Seiten nützlich war, und trennten sich wieder. Die " _____" Treffen wurden diskret behandelt, denn sie hatten ein " _____" regelmäßiges Nachspiel: Ein Kassierer kam. Er kam in " _____" Gestalt des NP-Abgeordneten für den Wahlkreis Pretoria/ " _____" Waterkloof, George Marais, und trieb bei den deutschen " _____" Unternehmen eine Art Steuer ein - für die Parteikasse. " _____" Parteispenden zur Pflege der politischen Landschaft im " _____" Apartheid-Staat. "
Die diskreten Treffen wurden, so der Autor weiter, bis 1985 von der Deutsch-Südafrikanischen Handelskammer organisiert. Dieses Jahr allerdings wurde das System geändert: _____" Diesmal gab es die Einladung zum Spitzengespräch nur " _____" gegen Vorkasse. Nach Eingang der Zahlungen wurden BMW, " _____" Siemens, Bayer, Steinmüller, Deutsche, Dresdner und " _____" Commerzbank nach Kapstadt gebeten. "

DER SPIEGEL 37/1986
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