08.09.1986

Mütter verlassen Crack-Babys

*
New Yorker Frauen, die von der Modedroge "Crack" abhängig sind, lassen ihre Neugeborenen immer häufiger auf den Kinderstationen zurück - sie fühlen sich der Pflege offenbar nicht gewachsen. In den übelfüllten Abteilungen erhalten die Säuglinge bei weitem nicht die Aufmerksamkeit, die sie in der ersten Lebensphase benötigten. Obwohl Crack-Süchtige nicht - wie Heroin-Fixer - zur Gruppe der besonders Aids-Gefährdeten zählen, haben Pflegeeltern Angst, die Babys bei sich aufzunehmen. "Ob rational oder irrational", so Eric Brettschneider von der New Yorker Fürsorgebehörde, "die Leute machen sich Sorgen wegen Aids und scheuen vor der Verantwortung zurück, für ein möglicherweise geschädigtes Kind zu sorgen. Sprungartig zugenommen haben auch Berichte über vernachlässigte Kleinkinder. "Wir erleben Fälle", so der New Yorker Sozialarbeiter Brettschneider, "in denen die Kinder allein gelassen werden, wenn sich die Eltern auf die Suche nach Stoff machen."

DER SPIEGEL 37/1986
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 37/1986
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Mütter verlassen Crack-Babys