08.09.1986

Aids durch Blutkonserven

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Obwohl Blutspender routinemäßig auf Aids-Viren getestet werden, bleiben etwa fünf Prozent der HIV-Infizierten (siehe Fußnote Seite 147), die sich freiwillig zur Blutentnahme melden, unerkannt, wie das Fachblatt "Medical Tribune" warnt. Sie spenden ihr Blut und tragen dazu bei, daß unter jeweils 100000 bis 200000 Konserven eine mit dem Erreger versetzt ist. Bei einem Bedarf von drei bis vier Millionen Blutkonserven pro Jahr würden sich auf diese Weise zwischen 15 und 40 Personen anstecken. In der Zeitschrift "Aids-Forschung" nannte Professor Rüdiger Hehlmann von der Medizinischen Poliklinik in München die mangelnde Sensitivität und Spezifität des eingesetzten Suchtests als möglichen Grund. Im Einzelfall ist auch denkbar, daß der Spender erst seit kurzer Zeit infiziert ist, so daß sich in seinem Blut noch keine Antikörper gebildet haben.

DER SPIEGEL 37/1986
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