08.09.1986

Schach dem Lehrbuch

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Wann immer die Zahl der Schachfiguren auf dem Brett bis auf wenige dezimiert ist, überraschen Könner den Laien schon mal mit raschen "Remis"-Angeboten - oft zu Unrecht. Mit einem Computerprogramm, das Endspiel-Stellungen mit fünf und weniger Figuren pro Spieler analysierte, widerlegte Kenneth Thompson von den AT&T Bell Laboratories jahrzehntealte Lehrbuch-Regeln: So galt etwa als sicher, daß König und Dame gegen König und zwei Läufer nicht mehr als ein Unentschieden (Remis) erreichen können - vorausgesetzt der Läufer-Spieler führt seine Steine nach den Regeln der Kunst. Falsch: Wie Thompsons Computer-Programm in etwa drei Wochen Rechenzeit ermittelte, gewinnen König und Dame in 92,1 Prozent der möglichen Ausgangsstellungen. Auch andere, bislang als Remis-reif geltende Endspiel-Konstellationen auf dem Schachbrett müssen nach den Thompson-Analysen neu bewertet werden. "Das Programm", so der ehemalige US-Schachmeister Arthur Bisguier, habe Lösungen offenbart, die "uns bisher entgangen sind."

DER SPIEGEL 37/1986
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