08.09.1986

Joseph Mauri

Joseph Mauri, 58, Arbeiter aus New York, wurde zum Paradepferd der Moskauer Propaganda: arm, krank, arbeits- und obdachlos. Schon im April hatte er in einem Dokumentarfilm des sowjetischen Fernsehens (Titel: "Der Mann aus der
Fifth Avenue") als Reiseführer durch Armut und Elend der Stadt am Hudson gedient. Auf Einladung des sowjetischen Gewerkschaftsbundes legt Mauri (Photo o., r.) in der UdSSR derzeit Zeugnis ab von den Zerfallserscheinungen des kapitalistischen Westens. Dabei entpuppte sich seine Geschichte allerdings als Mär: Er mußte zwar aus seiner alten Wohnung in New York ausziehen, bekam aber, wie er vor westlichen Korrespondenten zugab, umgehend eine neue. Ein amerikanischer Gewerkschaftssprecher bestätigte, daß er bei der "New York Times" Anspruch auf regelmäßige Beschäftigung als Versandarbeiter hat. Wochenverdienst: 680 Dollar.

DER SPIEGEL 37/1986
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