03.11.1986

BERUFLICHESJürgen Juckel

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Jürgen Juckel, 59, erster Zeitungschef des Bertelsmann-Konzerns, schied letzten Freitag nach nur siebenwöchiger Amtszeit als Chefredakteur der "Hamburger Morgenpost" schon wieder aus - im Streit "über die Konzeption" (Verlagsmitteilung). Die Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr hatte das Blatt kurz zuvor erworben. Doch unter Juckel, zuvor bei der Frankfurter "Abendpost Nachtausgabe", kam es zu einem Fehlstart der kostspielig umgekrempelten Boulevardzeitung, die - im Kleinformat, ohne journalistische Impulse - kaum mehr Auflage schaffte (um 140000) als zuvor bei ständigem Geldmangel. Juckel-Stellvertreter Peter Kirschstein übernahm das Blatt kommissarisch. Springer-Vorstandsvize Günter Prinz hatte schon vor Wochen gespottet, Juckel und Kirschstein, früher beide bei "Bild", gäben bei der "Morgenpost" sicher "ihr Bestes". Es war so wenig, daß der Springer-Verlag auf eine geplante Hamburger Gegenzeitung vorerst verzichtete.

DER SPIEGEL 45/1986
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BERUFLICHES:
Jürgen Juckel

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