22.12.1986

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete ...

Gerhard Zwerenz im Südwestfunk zum SPIEGEL-Essay „Die neue Auschwitz-Lüge“ von SPIEGEL-Herausgeber Rudolf Augstein in Nr. 41/1986: *
Die neonationale Front, die sich zwischen der "FAZ" und einigen Historikern bildete, stieß auf den Widerspruch von Jürgen Habermas, und Heinz Galinski bezog den Bundeskanzler ein, als er warnte, daß "die Gnade der späten Geburt nicht zum Fluch des frühen Rückfalls" werden dürfe. Rudolf Augstein dazu am 6. Oktober im SPIEGEL: "Man hätte es vor fünf Jahren noch kaum für möglich gehalten..." Und Augstein wenige Sätze weiter über das Buch "Zweierlei Untergang" des Historikers Andreas Hillgruber: "Wer so denkt und spricht, ist ein konstitutioneller Nazi, einer, wie es ihn auch ohne Hitler geben würde." Besitzt das scharfe Urteil einen Sinn, heißt es: Konstitutionellen Nazismus gab es vor Hitler, unter Hitler, gibt es nach Hitler. Das ist weder neu noch sonderlich aufregend. Neu ist lediglich, daß solche Geisteshaltungen heute politisch erwünscht sind und bereits als repräsentativ gelten müssen, zumal sich dabei führende Politiker und rechte Intellektuelle auf halber Strecke entgegenkommen.
RÜCKSPIEGEL
Der SPIEGEL berichtete...
... in Nr. 28/1986 VERFASSUNGSSCHUTZ -"ALLE REDEN VON MOLLIES. WIR HA-BEN SIE" über die Brandanschläge eines ehemaligen V-Manns des bayrischen Verfassungsschutzes, zu denen er nach eigenem Bekunden gegenüber dem SPIEGEL von seinen V-Mann-Führern "veranlaßt" worden sei. Ex-Spitzel Manfred Scheffer, der sich der Polizei gestellt hatte, schwächte in der Untersuchungshaft seine Anstiftungsversion ab; die Staatsanwaltschaft versuchte, ihn als wirren Einzeltäter aus "Geltungsdrang und Minderwertigkeitskomplexen" hinzustellen (SPIEGEL 29/1986): *
Am Mittwoch vergangener Woche verurteilte eine Strafkammer des Landgerichts München II Scheffer wegen vollendeter und versuchter Brandstiftung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft. Bei der Strafzumessung mußte nach Auffassung des Gerichts "unwiderlegt zugunsten des Angeklagten" berücksichtigt werden, daß er nunmehr seine ursprüngliche (SPIEGEL-)Darstellung der Tat-Mitplanung und Mitwisserschaft des Verfassungsschutzes bekräftigte. Scheffer habe sich, so die Kammer, "gegen seinen Willen in Verstrickungen begeben" und "in seiner Laiensphäre" auch annehmen dürfen, daß er "nicht als Alleintäter" handelte.

DER SPIEGEL 52/1986
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