23.03.1987

Bikini: Leben nach der Bombe

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Der australische Dokumentarfilm "Half Life", der die Folgen des ersten amerikanischen Wasserstoffbomben-Tests untersucht, ist jetzt auch in deutschen Kinos angelaufen. Die Bombe hieß "Bravo", und ihre Explosion am 1. März 1954 auf der Pazifik-Insel Bikini wurde im Pentagon als voller Erfolg gefeiert. Die radioaktive Asche aus dem 15-Megatonnen-Knall ging leider auf drei Nachbarinselchen nieder, deren Bewohner man weder gewarnt noch evakuiert hatte. Ein paar Jahre später rühmten amerikanische Mediziner, man verdanke diesen 236 Eingeborenen "eine Fülle höchst wertvoller Daten und Erkenntnisse": über genetische Mißbildungen, Schilddrüsenkrebs, Leukämie und andere Strahlenschäden. In seinem Dokumentarfilm "Half Life" (Halbwertzeit) hat der australische Regisseur Dennis O'Rourke mit alten Wochenschau-Aufnahmen und neuen Interviews die 30jährige Leidensgeschichte jener Insulaner nachgezeichnet, die zu "Versuchskaninchen" der Nukleartechnik wurden. Für O'Rourke sind sie die "ersten Opfer des dritten Weltkriegs".

DER SPIEGEL 13/1987
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