23.03.1987

Von wegen „Stunde Null“

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Nach Harald Kuhlmanns "Wünschen und Krankheiten der Nomaden" (in Frankfurt) und "Schedlhöfen", dem jüngst in Regensburg uraufgeführten Stück von Horst Wolf Müller, kommt nun mit Michael Schneiders "Die Wiedergutmachung" zehn Jahre nach der Uraufführung nochmals ein Drama auf die Bühne, das der Legende vom unbelasteten gesellschaftlichen Neuanfang, von der "Stunde Null 1945", entgegentritt. "Die Wiedergutmachung" wird seit vorigem Freitag am Darmstädter Staatstheater gespielt: ein arg didaktisches Polit-Lehrstück über die wundersame Nachkriegskarriere von Kapitalmagnaten, die Hitler mitfinanzierten. Nach den Enthüllungen der Flick-Affäre hat Schneider sein Werk aktualisiert und eine umfangreiche Dokumentation hinzugefügt (Kiepenheuer & Witsch, 360 Seiten, 34 Mark). Darin werden auch deutschdeutsche Kontinuitäten notiert: Industriellenspenden "wg. Brüning 150000", "wg. Hindenburg 950000" und im Frühjahr 1933 wg. Himmler 120000 Reichsmark.

DER SPIEGEL 13/1987
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