18.05.1987

GESTORBENEmmanuel Vitria

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Emmanuel Vitria, 67. Nach zwei Herzinfarkten hatte der fröhliche Weinvertreter 1968 das Herz eines tödlich verunglückten 20jährigen Soldaten erhalten. Es war die zweite Herztransplantation in Frankreich und die neunte in der Welt. Vitria - Kosename: "Bicou" - hat alle seine Leidensgefährten lange überlebt. Sein Elixier war der Optimismus. Von dem kleinen Mann (er schrumpfte wegen der Nebenwirkungen des Cortisons im Laufe seines zweiten Lebens von 1,73 auf 1,55 Meter) gingen Zuversicht und Lebensfreude aus; ganz Marseille liebte ihn. Vitria engagierte sich als Präsident der Blutspender-Union und ließ ängstliche OP-Kandidaten an seiner Brust lauschen. Zu Recht galt der unprätentiöse Mann als das beste Psychotonikum weit und breit. Bis zuletzt liebte er das gute Leben, inklusive Haute cuisine, Champagner, Wein und- "in Maßen, Monsieur!" - Gauloise. Sein Operateur war schon vor 15 Jahren einem Herzinfarkt erlegen. Emmanuel Vitria starb am vergangenen Montag in Marseille an einer Lungenschwäche.

DER SPIEGEL 21/1987
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