31.08.1987

Kreditinstitute einigen sich auf gemeinsames Plastikgeld

Die deutschen Sparkassen haben ihre Pläne für eine eigene Kreditkarte, die sogenannte S-Card, offenbar endgültig begraben. Am Montag dieser Woche will der Vorstand der Sparkassenorganisation auf einer Sondersitzung beschließen, zusammen mit den privaten und den genossenschaftlichen Banken eine gemeinsame Massenzahlungskarte herauszubringen. Da sich in der vergangenen Woche schon das private Bankgewerbe auf ein ähnliches Konzept geeinigt hatte, kann der Aufsichtsrat der Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) schon nach seiner Sitzung am Donnerstag die neue Karte vorstellen. In der GZS arbeiten alle drei Gruppen des deutschen Kreditgewerbes zusammen: die privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die neue Karte - sie wird wahrscheinlich Eurocard heißen - soll die Funktionen der bisherigen Eurocard sowie der Eurocheque-Karte miteinander verbinden. Sobald die nötigen technischen Voraussetzungen geschaffen sind, soll die neue Karte auch als Chipkarte ausgegeben werden. Mit einer solchen Karte läßt sich an Kassenautomaten vor Ort zahlen. Der Rechnungsbetrag wird gleichzeitig vom Konto abgebucht. Neben einer gemeinsamen Erkennungsmarke, vermutlich dem bisherigen Eurocard-Logo, soll die neue Karte auch das Markenzeichen der ausgebenden Bank, das S für die Sparkassen oder das Zeichen der Volksbanken, tragen. Hinzu kommt - zumindest vorerst - für den internationalen Gebrauch das schon von der bisherigen Eurocard bekannte Zeichen von MasterCard. Ob dies zu einem späteren Zeitpunkt durch Visa ersetzt oder ergänzt wird, ist noch offen. Vertreter der Kreditwirtschaft sind davon überzeugt, daß die neue Superkarte allen anderen Karten überlegen sein wird, vor allem der "Deutschen Kreditkarte", die Handels- und Gastronomiebetriebe gemeinsam herausgeben wollen. Die neue Eurocard wird, langfristig, den Eurocheque überflüssig machen.

DER SPIEGEL 36/1987
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