28.12.1987

Ärger mit Aktien

*
Zahlreiche Bundesbürger, die sich bereits als stolze Anteilseigner der Firma Rolls-Royce fühlten, müssen ihre Aktien wieder hergeben. Um eine Überfremdung des britischen Triebwerkherstellers zu verhindern, hatte die Regierung Thatcher bei der Privatisierung des Unternehmens im Mai dieses Jahres verfügt, daß höchstens 15 Prozent der Rolls-Royce-Aktien an Ausländer gehen dürfen. Zur Kontrolle mußten sich alle Anteilseigner registrieren lassen. Als die Londoner Regierung Ende September die Aktionärs-Listen auswertete, stellte sie betrübt fest, daß fast 17 Prozent in ausländischem Besitz sind. Die zuletzt gekommenen Käufer, neben Deutschen vor allem Schweizer und Japaner, erhielten über ihre Banken Nachricht, die Papiere bis Mitte Januar an Briten abzugeben, andernfalls drohe ein Zwangsverkauf. Die Rolls-Royce-Freunde sind nun sauer auf die Banken, die ihnen die Aktien verkauft haben. Verständlicherweise, denn der Kurs des Papiers ist seit Mai erheblich gesunken: Vergangene Woche notierte Rolls-Royce (Ausgabepreis: 170 Pence) bei 120 Pence. Einigen Banken stehen nur Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe ins Haus.

DER SPIEGEL 53/1987
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 53/1987
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Ärger mit Aktien

  • Die Bundesliga-Prognose im Video: "Im Tabellenkeller prügeln sich viele, absteigen zu dürfen"
  • Roboter im All: Russland schickt Humanoiden zur ISS
  • Kalbender Gletscher: Gefährliche Überraschung beim Kajak-Ausflug
  • "Exosuit": Aufs Schlachtfeld im Roboteranzug