13.06.2015

Frauenfußball-WMEin heißes Feld

Ein Albtraum sei es, auf Kunstrasen zu spielen, sagte Abby Wambach, Stürmerin der USA, nach dem ersten Spiel ihres Teams gegen Australien bei der Fußball-WM der Frauen. Der Ball rolle anders als auf Gras, er springe anders, man überlege es sich, ob man in den Zweikampf gehe, weil man sich blutige Knie oder eine blutige Hüfte holen könne. Die Weltmeisterschaft, die noch bis zum 5. Juli in Kanada gespielt wird, findet komplett auf Kunstrasen statt. "Hoffentlich zum letzten Mal", sagt Wambachs Mitspielerin Carli Lloyd. Problematisch sind nicht nur die Wunden, die sich die Spielerinnen zuziehen können, wenn sie auf dem Untergrund aus Plastik und Gummi rutschen. "Auf Kunstrasen ermüden die Spielerinnen deutlich schneller als auf Gras", sagt der amerikanische Teamarzt Bojan Žorić. "Sie brauchen auch länger, um sich wieder zu erholen." Norwegens Mittelfeldspielerin Lene Mykjåland sagt, der Kunstrasen sei zu trocken, man könne daher schwer ein vernünftiges Tempo und einen guten Rhythmus finden. In Ottawa wurde das Feld mit zwei Feuerwehrschläuchen gewässert, die übliche Sprinkleranlage gab es nicht. Dazu kommt, dass sich Kunstrasen stark aufheizt, er kann bis zu 40 Grad wärmer werden als Gras. Beim Eröffnungsspiel in Edmonton war der Kunstrasen rund 49 Grad heiß, obwohl die Lufttemperatur nur knapp 24 Grad betrug. Damit lag die Bodentemperatur nur minimal unter jenem Wert, der laut einer Studie der Universität von Nevada in Las Vegas bei längerer Nutzung gesundheitsgefährdend ist. Vor der WM hatten 18 Spielerinnen aus elf Ländern gegen den Plan geklagt, auf Kunstrasen zu spielen, darunter Deutschlands Torhüterin Nadine Angerer und Brasiliens Abwehrspielerin Fabiana da Silva Simões. Im Januar zogen sie die Klage zurück.
Von Mag

DER SPIEGEL 25/2015
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