20.06.2015

KarrierenIn der Zwischenwelt

Kaum jemand ist in der deutschen Politik so tief gestürzt wie Christian Wulff. Unterwegs mit einem Mann auf der Suche nach einem neuen Leben. Von Peter Müller
Christian Wulff hat das Jackett abgelegt, er lehnt sich zurück und blickt auf seinen Tabletcomputer. Deutschlands ehemaliger Bundespräsident sitzt in der achten Reihe in einem Airbus nach Amman. Das Flugzeug steuert über die Dardanellen auf die türkische Küste zu. Wulff fliegt zu einer Konferenz über die Wasserprobleme Jordaniens. Bis zur Landung sind es noch eineinhalb Stunden.
Eigentlich hat er sich vorgenommen, auf dem Flug ein bisschen zu arbeiten, in wenigen Tagen soll er beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart auftreten und sich vor einigen Hundert Zuhörern mit einer Bibelstelle beschäftigen. Prediger 3,9–13: "Klug sein angesichts der Unergründlichkeit des Lebens." Doch er fährt mit dem Finger über sein iPad, er streift über ein Bild, dann über das nächste. Es ist still in der Businessclass. Auf den Fotos ist Wulff selbst zu sehen, sein Sohn und seine Frau Bettina. Die Fotos zeigen eine heile Familie. Eine heile Welt. So soll es wieder sein.
Kaum jemand in der deutschen Politik ist so tief gestürzt wie Wulff. Innerhalb von zwei Monaten wurde aus dem Staatsoberhaupt der Schnäppchenpräsident. Beim Großen Zapfenstreich zu seinem Abschied versammelten sich Demonstranten vor dem Schloss Bellevue, die mit Vuvuzelas in die Zeremonie hineintröteten. Was macht ein solcher Absturz mit einem Menschen?
Lange Zeit wollte er sich nicht zu einem Gespräch treffen, im Gegensatz zu früher meidet Wulff Journalisten heute möglichst. "Wenn ich mit Ihnen rede, sind alle anderen sauer", antwortet er im Februar per SMS auf die Frage, ob man sich mal wieder zusammensetzen könnte. Die netteren Journalisten würden dann sagen, er habe sich halt für den SPIEGEL entschieden, die weniger netten: Der lernt es nie. Eine Geschichte über Christian Wulff ist auch eine über die Medien. Sie hätten sich zusammengerottet, um ihn zu Fall zu bringen, so sieht er das.
Doch Wulff kann oder will auch nicht Nein sagen, er bietet an, dass seine Büroleiterin Termine weiterleitet. Wulff will drei Jahre nach seinem Rücktritt das zurückerobern, was er verloren hat: Einen Job, der ihn ausfüllt, und die Achtung der Öffentlichkeit. Dazu braucht er auch die Presse, die er so verachtet. Er tritt in Schulen auf und kleinen Stiftungen, besucht Integrationsnetzwerke und reist viel, in die Türkei, nach Japan, oder jetzt nach Jordanien. Es ist ein mühsamer Weg, aber paradoxerweise sind es gerade seine Sätze als Präsident, die ihm dabei helfen sollen.
An einem Dienstagabend Ende Februar steigt Wulff von der Bühne und nimmt den Lohn für seine Arbeit entgegen. Gut zwei Stunden hat er in der Bonner Akademie über den Islam diskutiert. Von außen betrachtet ist alles wie früher: Er steht auf einer Bühne, er sieht aus wie einst, nur schmaler und ohne Brille. Seine Zuhörer schauen erst nachdenklich, dann klatschen sie. Im Publikum sitzt die am Rhein verbliebene Prominenz der alten Bundesrepublik, Bodo Hombach, Alice Schwarzer, Gräfin Lambsdorff.
"Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland", hatte Wulff in seiner Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit 2010 gesagt. Nach den Anschlägen auf "Charlie Hebdo" Anfang Januar bekam der Satz Konjunktur, auch die Kanzlerin verwendete ihn. Junge Muslime drängen um Wulff, sie wollen Selfies mit ihm ergattern. Er ist noch immer ihr Bundespräsident.
Wenn neben dem Rücktritt etwas von Wulffs Amtszeit bleibt, dann ist es der Satz zum Islam. Wulff meißelt daran, er poliert ihn strahlend hell, der Satz ist der Edelstein in seiner Vita. Er soll jetzt auch die Affäre überstrahlen, die ihn zu Fall gebracht hat.
In Bonn referiert er wie ein Politikprofessor über seine Islamrede, die Entstehungsgeschichte, seine Motivation, die Kritik daran. Wer ihm zuhört, bekommt den Eindruck, Wulffs ganzes politisches Leben sei auf die Aussöhnung von Deutschen und Muslimen angelegt gewesen.
Bei der Mahnwache am Brandenburger Tor nach den Attentaten von Paris steht Wulff im Januar wie selbstverständlich in der Nähe seines Nachfolgers Joachim Gauck. Wulff hat sich nicht ins Bild gedrängt, die Veranstalter vom Zentralrat der Muslime hatten auf der Bühne ein Kreuz mit dem Namen Wulff in die erste Reihe hinter dem Rednerpult geklebt. Da hat er sich hingestellt. Er weiß, dass jede Zeitung dieses Bild drucken und jede Nachrichtensendung es zeigen wird. Und dass alle sich fragen: Wohin will der Mann?
Es gibt in Deutschland kein Vorbild für das, was Wulff vor sich hat, das Comeback eines ehemaligen Staatsoberhaupts, das heute gerade mal 56 Jahre alt ist. Das Recht auf eine zweite Chance hat keine Tradition in Deutschland. Nachdem klar war, dass der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seine Doktorarbeit in weiten Teilen abgeschrieben hatte, ist er in die USA gezogen.
Es war auch eine Flucht vor der Häme, die ihn in Deutschland begleitete. Wulff will nicht fliehen. Er streitet um sein Recht auf Rehabilitation.
"Die Reservebank ist nicht so besetzt, dass wir es uns leisten können, denen, die geschasst wurden, eine zweite Chance zu verweigern", sagt er Anfang Mai in Berlin bei einer Preisverleihung. "Wenn sich Vorwürfe als haltlos erweisen, muss man nachjustieren."
Wulff sieht seinen Sturz als große Ungerechtigkeit an. Er mag über die Vorwürfe von einst nicht mehr reden, er hat ein Buch geschrieben, darin ist alles gesagt, meint er. Fehler hat er auch darin nur sehr dosiert eingeräumt, der Urlaub in der Villa seines Freundes Carsten Maschmeyer auf Mallorca gerade mal zwei Wochen nach der Wahl zum Bundespräsidenten, das sei so ein Fehler gewesen. Aber sonst?
Hat ihn nicht das Landgericht Hannover vom Vorwurf der Vorteilsannahme freigesprochen? Strafrechtlich stimmt das, moralisch bleiben Fragen. Doch Wulff findet, dass ihn der Freispruch vom ganzen Schmutz der zähen Affäre säubert.
Im Mai hält er den Festvortrag zum 30-jährigen Bestehen des Japanisch-Deutschen Zentrums. Es ist ein sonniger Abend im Berliner Ortsteil Zehlendorf. Wie so oft erzählt Wulff von Linus, seinem siebenjährigen Sohn. Der habe zuletzt von japanischen Freunden ein Spielzeugauto geschenkt bekommen. "Alles in Ordnung", sagt er, "nicht die Größe eines Bobbycars, nicht, dass Sie sich etwas Schlimmes denken." Die Zuhörer lächeln.
Vieles, was Christian Wulff über seine Vergangenheit erzählt, soll leicht und lustig klingen. Doch die Geschichte, die er erzählt, ist zugleich eine Bitte: Die Bitte zu vergessen. Die Bitte an die Öffentlichkeit, das zu tun, was das Gericht längst getan hat: ihn freizusprechen.
Beim Kirchentag in Stuttgart sitzt er nach der Bibelarbeit noch mit interessierten Besuchern zusammen. Ein Mann steht auf, graue Haare, buntes T-Shirt. Er steht den Grünen nahe, macht Lokalpolitik. "Ich habe bei Ihrem Rücktritt Häme empfunden", sagt er, "dafür möchte ich mich heute bei Ihnen entschuldigen."
Bei einem Termin im Berliner Hotel The Regent überschlagen sich die Gastgeber vor Freundlichkeit, als wollten sie wettmachen, dass sie in den schwersten Wochen Wulffs nichts von sich hören ließen. Hans-Gert Pöttering, der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, glüht vor Bedeutung, als er Wulff zu einer Feierstunde begrüßt. Wulff soll Schirmherr eines Austauschprogramms mit dem American Jewish Committee werden. "Lieber Christian Wulff, ganz herzlich willkommen", flötet der Gastgeber. "Wir sind froh, dass Christian Wulff heute unser Festredner ist. Das sollen alle wissen, die sich gegen unseren Bundespräsidenten gewandt haben." In den dunklen Stunden der Affäre war von Pöttering öffentlich kein Wort der Unterstützung zu vernehmen.
Es waren nur wenige, die damals zu ihm gehalten haben, Dirk Roßmann zum Beispiel. Der Chef der gleichnamigen Drogeriekette ist einer der reichsten Männer Deutschlands, er trägt Jeans und ein gestreiftes Hemd. Roßmanns Büro im vierten Stock der Firmenzentrale in Burgwedel ist eingerichtet wie die Praxis eines Psychoanalytikers. Dicke Teppiche schlucken jeden Lärm.
Bettina Wulff arbeitete eine Weile in Roßmanns PR-Abteilung. Als sie im Sommer 2012 ihr Buch über die Zeit an Wulffs Seite veröffentlichte, schaute Roßmann im berühmten Klinkerbau in Großburgwedel vorbei, er wollte ihr Blumen bringen. Statt Bettina öffnete Wulff die Tür. Roßmann sah einen tief verletzten Mann.
Noch am selben Tag wechselten beide vom Sie zum Du. Roßmann versuchte Wulff klarzumachen, dass er mit dem Verlust des Amtes auch viel gewonnen habe – die Möglichkeit, wieder selbst über seine Zeit zu bestimmen und sich um seine Familie zu kümmern. Heute sagt Roßmann: "Für Christian Wulff als Mensch war der Sturz als Bundespräsident auch ein Segen." Wulff habe jahrzehntelang um die Anerkennung des politischen Betriebes gekämpft. Der Mensch Wulff sei dabei auf der Strecke geblieben.
Freunde wie Roßmann kann Wulff an zwei Händen abzählen: Ein Rechtsanwalt in Berlin packte ihn kurz nach dem Rücktritt ins Auto und nahm ihn mit nach Mecklenburg zum Wandern. Das mache den Kopf frei, sagte der Freund. Und Peter Hintze, der Bundestagsvizepräsident und Pfarrer, stand Wulff bei, als ihn dessen Frau verließ. Sogar aus dem Kanzleramt erreichte ihn noch am Tag des Rücktritts eine SMS. "Du wirst sehen, alles wird gut. Aber es braucht Zeit", schrieb Beate Baumann, Angela Merkels Büroleiterin.
Offiziell macht Wulff keinen Unterschied zwischen denen, die immer für ihn da waren, und denen, die ihn fallen ließen. Auch das gehört zum Projekt Vergessen. Die Wahrheit ist aber auch: Es ist der einzige Weg. Wenn er sich heute seine Freunde danach aussuchen würde, wer in den dunklen Tagen der Präsidentendämmerung zu ihm gehalten hat, wäre er ein einsamer Mann, sagt er.
"Geben Sie Ihren Gegnern keine Macht über sich", antwortet er auf die Frage beim Kirchentag, wie man mit Niederlagen und herben Tiefschlägen umgehen solle. "Suchen Sie sich in Ihrer Wohnung die tiefste Schublade in dem Schrank, in dem sie nie was hineinlegen, und legen Sie dort ab, was Sie belastet." Doch mit Schubladen ist es so eine Sache: Nur weil Dinge ganz weit hinten liegen, heißt es nicht, dass sie weg sind.
Einmal saß er am Atlantik, zerknüllte ein DIN-A4-Blatt und warf es ins Wasser. Es dauerte, aber am Ende versank das Papier im Meer. Wulff stellte sich dabei vor, dass es seine Gegner wären, Leute wie "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann. Das Ritual wirkte, auch wenn Wulff es selbst nie für möglich gehalten hätte.
Wulff hat heute ein lichtes Büro in einer Hamburger Kanzlei, Hohe Bleichen 17, beste Innenstadtlage, ein Ort, an dem diskret viel Geld verdient wird. An den Wänden hängt moderne Kunst. Er könnte damit zufrieden sein, Geld ist für ihn wichtig, warum auch nicht? Mit seinem Leibwächter tauscht er schon mal Aktientipps aus: "Hätten Sie gekauft, wie ich es Ihnen geraten habe." Und wenn er in Hannover in die Konditorei in seinem Viertel geht, erkundigt er sich gern nach Gerhard Schröder, der auch dort einkauft. Es beeindruckt Wulff, wie der Altkanzler
seine Kontakte nach seiner Abwahl vergoldet hat.
Aber anders als Schröder ist es Wulff nicht egal, was die Deutschen von ihm denken, noch immer nicht. Anfang März richtet die German Society an der London School of Economics eine Konferenz aus, Wulff, grauer Anzug, Bundesverdienstkreuz am Revers, macht den Auftakt, es geht um "die deutsche Rolle in Europa".
"Sie galten ja lange als Kronprinz von Angela Merkel", sagt ein Student. "Wer könnte heute auf die Kanzlerin folgen?" Wulff nimmt den Kopfhörer ab, lehnt sich zurück. "Ach wissen Sie", sagt er. Das Leben als Altpräsident habe auch Vorteile: "Man darf sich in Fragen der Tagespolitik zurückhalten."
Die Studenten lassen ihm die ausweichende Antwort nicht durchgehen. Ob Wulff selbst ein politisches Comeback anstrebe, fragt der nächste. "Nein", sagt Wulff, "Ich habe mit meiner nicht ganz einfachen Vergangenheit abgeschlossen."
Aber das stimmt so nicht. Im Ausland verleiht ihm seine Zeit als Bundespräsident noch immer Bedeutung, und Wulff genießt es. Jenseits der deutschen Grenzen wird Wulff fast so hofiert wie damals. Nach Amman begleiten ihn drei Leibwächter und eine Büroleiterin. Für offizielle Termine steht eine Audi-Limousine bereit, die jordanische Polizei sorgt dafür, dass Wulffs Tross reibungslos durch das Verkehrschaos der Stadt kommt. Dass sich ein ehemaliges Staatsoberhaupt vor einem Gericht wegen der läppischen Summe von 754 Euro herumplagen musste, gilt in Ländern wie Jordanien oder der Türkei eher als schlechter Scherz.
Immer häufiger greift auch die Kanzlerin auf Wulffs diplomatische Dienste zurück. Ende Januar schickte sie ihn zur Trauerfeier für den verstorbenen saudischen König. Wulff plante gerade eine Reise nach Japan, als Merkel ihn anrief. "Kannst du das machen?" Wulff sagte sofort zu, er war stolz, gebraucht zu werden.
In London, beim Umsteigen auf dem Weg nach Jordanien Ende Mai, sitzt Wulff im Flughafencafé und versucht mit einem stumpfen Messer einen Burger zu zerteilen. Schärferes Besteck gibt es im Transitbereich nicht. Wulff trägt Khakihosen, ein schwarzes Jackett, eine strahlend blaue Krawatte. Zeit, sich zu unterhalten.
Die Rede kommt auf Jimmy Carter. Der Amerikaner war für wenige Jahre ein relativ erfolgloser Präsident und dann mehrere Jahrzehnte geschätzter Expräsident und Vermittler in internationalen Krisen. Wulff hat ihn nach seinem Rücktritt kurz in Deutschland getroffen, nun will er ihn in Georgia besuchen. Er will von ihm lernen, auch wie man ein Image drehen kann.
Wulff kann sich vorstellen, es wie Carter zu machen und in ein paar Jahren als Vermittler tätig zu sein. Noch sind es vorsichtige Überlegungen, und wenn Wulff seine Ideen zum Nahostfrieden Diplomaten vorträgt, lächeln die milde.
An diesem Samstag jedenfalls, im Transitbereich des Flughafens, am Rande vorbeieilender Reisender, in dieser Zwischenwelt des Flughafens, spricht er zum ersten Mal ungezwungen. Vielleicht weil er selbst auch in einer Zwischenwelt lebt. Er spricht von seiner Familie, er denke darüber nach, nun auch kirchlich zu heiraten. Seit Kurzem ist er wieder mit seiner Frau Bettina zusammen, die ihn nach seinem Rücktritt verlassen hatte. Parteifreund und Pfarrer Peter Hintze könnte die beiden trauen. Schön, oder?
Nicht alles hat sich geändert, erzählt er, die Paparazzi lauern der Familie wieder auf. Sein Sohn Linus hatte damals, als die Journalisten das gelbbraune Klinkerhaus in Großburgwedel 24 Stunden am Tag belagerten, ein neues Spiel erfunden: Er legte sich hinter dem Sofa auf die Lauer, spielte, wie er den Vater und die Mutter fotografiert, spielte Paparazzi. Jetzt, wo Wulff und seine Frau wieder zusammenwohnen, hat der Sohn das Spiel wiederentdeckt.
Flughäfen sind Orte, die versöhnlich stimmen, an kaum einem anderen Ort fallen sich so viele Menschen in die Arme. Wulff hat noch einmal Glück gehabt, er ist nicht an seinem Sturz zerbrochen. Viele Menschen wollen ihm verzeihen, die Kanzlerin ruft ab und zu an, es gibt schlechtere Startpositionen für ein neues Leben.
"Ich bin nicht mehr der Alte, ich habe mich entwickelt", sagt er beim Kirchentag, und ein bisschen ist es so, als wäre er auch unangreifbar geworden durch alles, was ihm widerfahren ist. "Der ist mit allen durch, der muss auf niemanden mehr Rücksicht nehmen", sagt ein junger Mann im Holzfällerhemd bei der Islamveranstaltung in Bonn.
Aus all dem ließe sich eine Zukunft basteln, wenn Wulff sich wirklich von seiner Vergangenheit befreien könnte. Aber so weit ist er noch nicht. Wulff ist scharf angegriffen worden, manchmal auch unfair, aber ein Opfer war er nicht, auch wenn er sich so sieht. Er hat den Ansprüchen an das Amt eines Bundespräsidenten nicht immer genügt.
Erinnerungen an die guten Tage können ihn jederzeit überfallen. In London, an der Universität, steht er in einem alten Fahrstuhl, der sich langsam in den sechsten Stock quält. Einmal, so erzählt er hier, sei er mit dem polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski im Schloss Bellevue im Aufzug gefahren. Doch der kam minutenlang nicht an. "Das ist aber ein hohes Gebäude", sagte der Pole über das zweistöckige Schloss. "Dabei hatten wir vergessen, den Knopf zu drücken", sagt Wulff.
Es ist ein schönes Bild für Wulffs Leben fünf Jahre nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten und drei Jahre nach seinem Rücktritt. Er ist viel unterwegs, aber angekommen ist er noch nicht. ■
* An der Ausgrabungsstätte Umm el Jimal im Norden Jordaniens am 1. Juni.
Von Peter Müller

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