20.06.2015

SPIEGEL-Gespräch„Wie geht's, Bauerntrampel?“

Vor 40 Jahren spielte die New Yorker Sängerin Patti Smith ihr Album „Horses“ ein. Es gehört zu den besten der Rockgeschichte. Nun führt sie es wieder auf.
Smith steht am Eingang des St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhofs in Berlin und fotografiert eine Muttergottes. Sie benutzt eine altmodische Polaroidkamera, der Film ist schwarz-weiß. "Ich mag Friedhöfe", sagt Smith. Sie ist hier, um sich zu entspannen. Keine Autogrammwünsche, keine Bitten um ein Selfie. Ein paar Vögel singen, Gestalten mit Gießkannen huschen umher. Smith ist bekannt als "Godmother of Punk", aber sie hat vor und nach ihrer Karriere als Musikerin auch als Dichterin, Schriftstellerin und bildende Künstlerin gearbeitet. Ihre Erinnerungen über ihr Leben mit dem späteren Starfotografen Robert Mapplethorpe, "Just Kids", die 2010 erschienen, sind inzwischen in 43 Sprachen übersetzt, haben sich mehr als eine halbe Million verkauft und gewannen in den USA einen National Book Award, einen der wichtigsten Literaturpreise des Landes. Nach einem Leben voller Abenteuer und Schicksalsschläge hat Smith nun dank ihres Bestsellers zum ersten Mal in ihrem Leben keine Geldsorgen. In diesem Sommer geht sie noch einmal mit ihrer Band auf Europatournee, bei der sie ihr erstes, legendäres Album "Horses" aufführen wird, das 1975 erschien. Die Platte gilt als Klassiker und Wegbereiter des Punk, eines von Männern dominierten musikalischen Aufstands, ehe Smith die Tür aufbrach, durch die später weibliche Popstars wie Madonna und Underground-Heldinnen wie Kim Gordon hindurchschritten.

SPIEGEL: Ms Smith, Punk mit 68, ist das nicht ein wenig seltsam?
Smith: Ich bin gesund, habe eine kräftige Stimme und bin in der Lage, diese Songs jeden Abend mit Liebe und dem nötigen Druck auf die Bühne zu bringen.
SPIEGEL: Frei übersetzt heißt Punk "Abschaum". Warum wollten Sie damals zum Abschaum gehören?
Smith: Wenn Sie zu meiner Schulzeit einen jungen Amerikaner irischer Abstammung einen Punk nannten, dann gab es Prügel. Ein Punk, das war das unterste, das schlimmste Schimpfwort. Aber wir nahmen dieses Wort und trugen es wie einen Orden.
SPIEGEL: Punk gilt heute als Rebellion innerhalb der Rockmusik, als Aufstand gegen die Alten. Wogegen kämpften Sie?
Smith: Der Rock 'n' Roll hatte sich zu einer Geldmaschine entwickelt. Mehr Glamour, mehr Profit, mehr Sportstadien. Rockgötter, die 100 000 Dollar für Kokain ausgaben und dauernd die Kostüme wechselten. Sie trugen nichts dazu bei, die Musik zu erneuern.
SPIEGEL: In Ihrem Bestseller "Just Kids" schreiben Sie: "Wir sahen uns durch die amerikanische Nacht reiten, die Menschen aus dem Schlaf reißen und zu den Waffen rufen. Auch wir wollten zu den Waffen greifen, den Waffen unserer Generation, der elektrischen Gitarre und dem Mikrofon." Das klingt, als wären Sie damals in den Krieg gezogen.
Smith: Wir wollten den Rock 'n' Roll zurückhaben, ihn der Elite entwenden, die ihn sich unter den Nagel gerissen hatte. Kunst, Dichtung, Oper, Bildhauerei, das alles sind komplexe Disziplinen, mit denen man sich viele Jahre lang intensiv beschäftigen muss. Rock 'n' Roll ist die Kunst des Volkes: ein paar Akkorde, jedes Kind, das eine elektrische Gitarre auftreibt, kann in einer Garage mitspielen. Rock 'n' Roll gehört nicht den Königen und den Königinnen und den Göttern.
SPIEGEL: Später soll es Probleme gegeben haben, einen Gitarristen zu finden. Warum?
Smith: Als einige der Jungs beim Vorspielen feststellten, dass es eine weibliche Chefin gab, kamen sie nie wieder. Ich versuchte damals, Rock 'n' Roll mit Dichtung zusammenzubringen, und es gab keine Frau, die Ähnliches tat. Rock 'n' Roll war damals eher ein Männerberuf. Aber mir war es egal, was die Leute dachten. Ich hatte nicht den Ehrgeiz, reich und berühmt zu werden. Ich war auch nicht demütig, ich war getrieben von einer Portion Hybris. Ich wollte etwas Neues sein.
SPIEGEL: Wie wichtig war Ihnen Anerkennung?
Smith: Viele wirklich große Künstler fühlten sich nicht respektiert: Rimbaud, William Blake, Vincent van Gogh. Ich habe nicht erwartet, vom Mainstream-Rock-'n'-Roll hofiert zu werden. Deshalb galt ich schnell als arrogant.
SPIEGEL: Haben Sie diesen Vorwurf, arrogant zu sein, genossen?
Smith: Es war mir egal, wenn sich die Recording Academy über mich ärgerte, weil ich keinen Grammy wollte. Wenn mich die Journalisten nicht mochten, auch gut. Mir ging es darum, neues Gelände zu erschließen für zukünftige Künstler und etwas mitzuteilen, das einen Wert hat.
SPIEGEL: Ihr Album begann mit der Zeile "Jesus died for somebody's sins / But not mine", eine Art Fundamentalprotest. Wollten Sie den Skandal bewusst provozieren?
Smith: Ich hatte in der U-Bahn auf dem Weg zu meiner Arbeit in einer Buchhandlung ein Gedicht namens "Oath" geschrieben. Es wendete sich weniger gegen Jesus als gegen die organisierte Religion und eine bibelbezogene Schulbildung. Ich habe es in einer Kirche vorgelesen, dazu begleitete mich der Gitarrist Lenny Kaye. Gerade die einfachen Gitarrenakkorde fand ich sehr inspirierend. Die Worte kamen dann wie von selbst.
SPIEGEL: Hatten Sie bei den Aufnahmen zu "Horses" schon fertige Texte dabei?
Smith: Ich improvisierte alles. Es ging mir darum, eine Brücke zu bauen zu den Ausgegrenzten, zu unangepassten Seelen. Dem Homosexuellen, der von seinem Vater enterbt wird. Menschen, die sich über ihre sexuelle Orientierung nicht ganz klar waren. Einsame Typen. Oder einfach Leute, die zufällig in der Pubertät mit Pickeln zu kämpfen hatten. Menschen, die das Gefühl hatten, über keine Stimme zu verfügen und keinen Ort, an dem sie sich zu Hause fühlten.
SPIEGEL: Warum war Ihnen das wichtig?
Smith: Weil ich selbst so jemand war. Das schwarze Schaf die ganze Schulzeit lang. Ich sah anders aus und zog mich anders
an. Damals, in den späten Fünfzigerjahren, galten für Mädchen gewisse Regeln, wie sie sich zu kleiden hatten, wie sie ihre Haare hochstecken sollten, wie sie das Make-up aufzutragen hatten. Sie wurden dazu erzogen, später einmal Friseurinnen, Sekretärinnen und Ehefrauen abzugeben. Wo ich aufwuchs, brachte man Mädchen nicht einmal das Autofahren bei. Sie lernten nur das Kuchenbacken. Ich wollte Gedichte schreiben.
SPIEGEL: War nicht auch dieses Anderssein bereits ein Stil?
Smith: Ich fand meinen Stil im Müll, in weggeworfenen alten Ausgaben von der "Vogue" und "Harper's Bazaar". Die Fotos von Diane Arbus, Irving Penn und Richard Avedon haben mir beigebracht, was Kultur ist. Auch Haute Couture war für mich Kunst. Über Picasso, Jackson Pollock und Brâncuşi habe ich zum ersten Mal in Modemagazinen gelesen.
SPIEGEL: Ihr Vater war Fabrikarbeiter, Ihre Mutter Gelegenheitskellnerin. War es nicht frustrierend, diese teuren Klamotten in Zeitschriften zu bewundern und zu wissen, dass man sie sich nicht leisten kann?
Smith: Ich konnte sie mir leisten. Wir wohnten im südlichen New Jersey, von da aus war es nicht weit nach Philadelphia, da gab es eine sehr mondäne Gegend, in der auch Grace Kelly aufgewachsen war, und dort existierte ein Secondhandladen, wo die reichen Leute ihre selten getragenen Kleider hinbrachten. Aus den Modezeitschriften kannte ich Dior und Balenciaga. Es war mir egal, ob mir die Klamotten passten, aber sie waren aus Kaschmir und Seide, sie fühlten sich extrem gut an. Meine Mutter rief manchmal: "Warum trägst du diesen blauen Fledermausmantel?" Weil er aus Kaschmir war, von Balenciaga und ich ihn fast umsonst bekommen hatte. Mit ein wenig Mühe konnte ich mich anziehen wie Jackie Kennedy.
SPIEGEL: Warum gründeten Sie 1967, als Sie in New York ankamen, nicht sofort eine Band?
Smith: Ich hatte so wenig Geld, dass ich mich bei meinem ersten Job in einem Buchladen abends in der Toilette versteckte, um nachts zwischen den Regalen schlafen zu können. Dann verliebte ich mich in Robert Mapplethorpe, wir zogen nach Brooklyn in eine kleine Wohnung, und unser Leben bestand hauptsächlich aus Kunst, Arbeit und uns selbst. Konzerte konnten wir uns unmöglich leisten. Erst 1970 sahen wir erstmals eine Band live auf einer Bühne.
SPIEGEL: In "Just Kids" beschreiben Sie, wie Sie oft überlegten, ob Sie neue Malsachen für Mapplethorpe oder etwas zu essen kaufen sollten.
Smith: Wir besaßen einen Plattenspieler. Ich bewunderte Bob Dylan, die Rolling Stones, Jimi Hendrix, John Lennon, Neil Young, Opernmusik. Musik machten andere, nicht ich. Wir hörten die ganze Zeit Musik, manchmal sang ich zwischendrin kleine Songs für Robert. Irgendwann fragte er: "Warum machst du nicht eine Platte?" "Unsinn", antwortete ich, "ich singe nicht besonders gut, und ich singe nur für dich."
SPIEGEL: Sie haben sich später die Haare so geschnitten, wie sie Keith Richards von den Rolling Stones damals trug. Warum eigentlich?
Smith: Ich hatte lange schwarze Haare, die ich oft als Zopf trug. In der Factory von Andy Warhol wurde ich manchmal von seinen Leuten verspottet: "Wie geht's, Bauerntrampel?" Oder: "Was bist du für eine Hinterwäldlerin?" Klar, war ja einfach, ich kam aus South Jersey, hatte einen fetten Akzent, und meine Dior-Bluse war fünf Jahre alt. Wir lebten damals schon im Hotel Chelsea, das ärgerte mich alles: Fuck those people. Und dann holte ich mir eine Schere raus und schnitt mir die Haare. "Wow", sagte Robert, "sieht gut aus." Und plötzlich suchten diejenigen meine Nähe, die mich vorher verarscht hatten.
SPIEGEL: Der viel gelobte Underground von New York – ziemlich oberflächlich, oder?
Smith: Es war wie in der Highschool. Überall Cliquen. Die populären Mädchen. Die dünnen Mädchen. Die Nerds. Die Kunstwelt. Die Dichterwelt. Ich habe das immer gehasst. Im Rock 'n' Roll Ende der Sechzigerjahre fand ich es wärmer und umgänglicher. Aber auch da gab es Grenzen, die meisten lebten in einer intensiven Drogen- und Alkoholwelt.
SPIEGEL: Sie haben das abgelehnt?
Smith: Ich mochte meinen Verstand, meinen Geist. Er war frei und elastisch, er brauchte kein Haschisch, um sich locker machen zu können. Für mich war es das Maximale, mit Sam Shepard Tequila zu trinken.
SPIEGEL: Hatten Sie Angst, die Kontrolle zu verlieren?
Smith: Als Kind war ich oft krank: Tuberkulose, Scharlach, Hepatitis A. Meine Mutter pflegte mich, manchmal in Sorge, dass ich nicht überleben würde. Und dann in New York erlebte ich, wie die Leute an Überdosen starben. Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, ich hatte alle drei gekannt, alle tot innerhalb weniger Monate. Ich hatte nicht vor, mein Leben wegzuwerfen. Den Tod fand ich nicht sonderlich attraktiv.
SPIEGEL: Haben Sie LSD genommen?
Smith: Zweimal mit Robert, etwas später in den Siebzigern.
SPIEGEL: Heroin?
Smith: Geschnupft. Fand ich ganz interessant, aber ich dachte mir, das Zeug kann warten, bis ich 85 bin und große Schmerzen habe.
SPIEGEL: Kokain?
Smith: Ein- oder zweimal. Brauchte ich nicht, da ich von meinem ganzen Naturell her speedy war. Möglicherweise kann auch Kokain nützlich sein. Für amerikanische Indianer sind Drogen etwas Heiliges, das man aber nicht missbrauchen sollte.
SPIEGEL: Sind Sie im New York der frühen Siebziger viel ausgegangen?
Smith: Ich habe immer gern gearbeitet. Partys mag ich nicht besonders, außer es wird getanzt. Rumsitzen, Koks schnupfen, Pot rauchen, das war nichts für mich. Außerdem weiß ich nie, was ich eigentlich sagen soll. Ich habe keine Lust, mit Fremden über nichts zu reden. Meine Tischherren bei Einladungen tun mir leid. Es macht mir mehr Angst, auf eine Dinnerparty zu gehen, wo ich niemanden kenne, als auf eine Bühne zu steigen und vor 60 000 Menschen zu singen.
SPIEGEL: Wurden Sie gern fotografiert?
Smith: Vor allem von Robert. Er hatte ursprünglich überhaupt keine Lust, als Fotograf zu arbeiten, er benutzte lediglich die Fotos anderer Künstler für seine Collagen. Ich drängte ihn, selbst zu fotografieren und wurde sein erstes Model. Als er schon ein Star war, rief er manchmal nach endlosen Tagen im Studio für irgendwelche Hochglanzzeitschriften an und sagte: "Komm rüber, lass uns ein paar gute Fotos machen, wir machen ein paar Fotos, nicht so einen Blödsinn."
SPIEGEL: Mapplethorpe schoss auch das Coverfoto für Ihr Album "Horses", ein Schwarz-Weiß-Bild, das Designer wie Helmut Lang, Ann Demeulemeester und Marc Jacobs prägte.
Smith: Ich wollte ein bisschen Baudelaire, weißes Hemd, dunkle Krawatte, schwarzes Jackett, den Look eines katholischen Schuljungen.
SPIEGEL: Als Studio nutzten Sie ein Zimmer im Penthouse eines Freundes auf der Fifth Avenue. Wie oft drückte Mapplethorpe auf den Auslöser?
Smith: Er machte zwölf Bilder. Nach den ersten sagte Robert: "Zieh dein Jackett aus, ich mag das Weiß von deinem Hemd." Nach dem achten sagte Robert: "Ich habe es." "Woher weißt du das?", fragte ich. "Ich weiß es einfach." Fotoproduktionen heute sind das Gegenteil: drei Assistenten, eine Wagenladung voll Lampen, es werden unzählige Fotos geschossen, das Licht ist entsetzlich. Manchmal stehe ich einfach auf und gehe. Wer sein Handwerk nicht versteht, sollte sich einen anderen Beruf suchen.
SPIEGEL: Ihr Album "Horses" war so etwas wie ein Wegbereiter des Punk, reich aber wurden Sie damit nicht. Erst mit dem Song "Because the Night" zwei Alben später hatten Sie einen Hit, der es in die Mainstream-Charts schaffte. Bruce Springsteen hatte die Musik geschrieben, aber Sie hatten gezögert.
Smith: Springsteen war ja nicht in meiner Band. Wir wollten ja unsere eigenen Songs spielen.
SPIEGEL: Immerhin kommt Springsteen wie Sie aus New Jersey.
Smith: Bruce ist aus Mid-Jersey, ich bin aus dem South Jersey der Schweinefarmen. Ein total anderes Jersey.
SPIEGEL: Später wurde der Song in New York in fast jedem Laden gespielt.
Smith: Ich weiß noch, wie ich mit Robert durch New York ging und wir den Song irgendwo hörten. Robert sagte: "Patti, jetzt bist du vor mir berühmt geworden."
SPIEGEL: War er neidisch?
Smith: Robert wollte immer reich und berühmt werden. Ich sagte ihm damals, es gehe mir nicht um Ruhm. Er sagte: "Klar, natürlich nicht." Er wollte mich ärgern.
SPIEGEL: Warum haben Sie nur eineinhalb Jahre später Ihre Karriere als Musikerin beendet?
Smith: Ich spielte in Europa Konzerte in Stadien vor 80 000 Menschen. Die dauernde Aufregung, die Zeit, die für das Drumherum draufging, das nervte ohne Ende.
SPIEGEL: Sie heirateten den Musiker Fred "Sonic" Smith von den MC5, zogen mit ihm in einen Vorort von Detroit, wurden Hausfrau und bekamen zwei Kinder. Haben Sie das alles nicht bald bereut?
Smith: Ich liebte Fred, aber was ich nicht sonderlich liebte, war Michigan, weil ich ja immer noch keinen Führerschein besaß. Mir fehlten die Cafés von New York, die Kameradschaft in der Band, die Ostküste. Aber ich muss kein Rockstar sein, ich wollte eigentlich immer nur schreiben. Ich stand jeden Tag um fünf Uhr auf, als alle noch schliefen, um in Ruhe drei Stunden lang schreiben zu können.
SPIEGEL: Innerhalb weniger Jahre starben dann die vielleicht vier wichtigsten Männer in Ihrem Leben: 1989 Robert Mapplethorpe an Aids, Ihr Pianist Richard Sohl an einem unentdeckten Herzfehler, Ihr Mann an Herzversagen, Ihr Bruder Todd an einem Schlaganfall.
Smith: Man kann stundenlang darüber sprechen, wie es möglich ist, das alles zu überstehen. Am Ende haben mich meine Kinder und die Verantwortung, die ich für sie hatte, intakt gehalten. Trotzdem: Man braucht viel Zeit. Auch nach dem Verlust eines sehr wichtigen Menschen sollte man sofort beginnen, an sich selbst zu denken. Derartige Schicksalsschläge können dir erhebliche Schäden zufügen, seelisch und körperlich. Und man muss sich unbedingt den Sinn für Humor erhalten.
SPIEGEL: Sie waren plötzlich eine Witwe ohne Job und mit zwei Kindern. Hatten Sie Schulden?
Smith: Wir hatten kein Geld, Freds Arztrechnungen waren hoch. Es war ein harter Kampf, aber ich bin stolz, dass ich mich aus diesen finanziellen Schwierigkeiten rausgearbeitet habe.
SPIEGEL: Michael Stipe, der Sänger von R.E.M., hat Sie in Ihrer größten Krise unterstützt. Hat Sie seine Hilfe überrascht?
Smith: Michael kam als Fremder in der schwierigsten Zeit meines Lebens. Er bot mir Zeit, Geld, vor allem aber eine großartige Freundschaft.
SPIEGEL: Verraten Sie uns, warum er das tat?
Smith: Er sagte mir einmal, er habe das auch getan, weil er sich entwurzelt und einsam fühlte, nicht an seine Fähigkeiten glaubte, als er zum ersten Mal "Horses" hörte. Er hatte das Gefühl, da spreche jemand direkt mit ihm. Als es mir dreckig ging, reichte er mir seine Hand, und ich schlug ein.
SPIEGEL: Ms Smith, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Das Gespräch führte der Redakteur Thomas Hüetlin.
Von Thomas Hüetlin

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