11.07.2015

SicherheitRiskante Schwachstellen

GSG 9 zweifelt an hinreichendem Schutz von Botschaftsfahrzeugen.
An gepanzerten Fahrzeugen deutscher Botschaften und anderer Behörden in Krisenländern gibt es möglicherweise gefährliche Schwachstellen. Diesem Verdacht geht die Sondereinheit GSG 9 der Bundespolizei nach und fordert in einem Schreiben an das für die Beschaffung der Fahrzeuge zuständige Bundesinnenministerium Untersuchungen. Betroffen ist das Modell Trojan, ein von einer Brandenburger Firma umgebauter, fast fünf Tonnen schwerer Toyota Land Cruiser. "Vergleiche mit anderen Fahrzeugen gleichen Typs ließen Zweifel in Bezug auf den ballistischen Schutz und den Schutz gegen Ansprengungen aufkommen", heißt es in dem Brief der GSG 9 vom Frühjahr. Die Beamten vermuten im Fall von zwei Fahrzeugen der deutschen Botschaft in Libyen, dass die von der Brandenburger Firma ausgelieferten Land Cruiser etwa bei "Überlappungen in den Türbereichen" weniger stark geschützt sind als jene Modelle, die für die Zertifizierung beschossen und mit der Zündung eines Sprengsatzes erprobt worden waren. Die gepanzerten Geländewagen der Firma sollen etwa im Jemen, in Israel oder Libyen deutsches Botschaftspersonal, Polizeiausbilder und andere Sondereinheiten schützen. Die deutschen Behörden wollen die beiden Fahrzeuge zur Überprüfung nach Deutschland holen. Auch die EU hat mehr als 100 Trojan im Einsatz, etwa in Georgien. Der Brandenburger Hersteller versichert, seine Fahrzeuge verfügten über die erforderlichen Zertifizierungen. Als prominenten Berater beschäftigt der Betrieb den ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat.
Aus rechtlichen Gründen wurde dieser Artikel nachträglich bearbeitet.
Von Mgb, und Gt,

DER SPIEGEL 29/2015
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