05.10.1992

GESTORBENCesar Manrique

72. Zum Schluß fiel Cesar Manrique nur noch Dynamit ein, wenn er an die Verwüstungen dachte, die der Massentourismus auf Lanzarote angerichtet hat. Es war das Eingeständnis, daß sein jahrelanger Kampf vergeblich war: Der Maler und Bildhauer Manrique, der beredte Agitator für die einzigartige Landschaft seiner Vulkaninsel, konnte nicht verhindern, daß immer neue trostlose Urbanisationen und monströse Hotels den Blick auf die Schönheiten Lanzarotes verstellten. Er hatte immer wieder versucht, Beispiele für die Verbindung von Umwelt und Architektur zu geben: mit den Jameos del Agua - Gärten, Wasserfälle und Teiche in Felsspalten - oder dem Ausblick hoch über dem Meer, dem Mirador del RIo. Doch letztlich machte der Umweltschützer damit seine Insel für den Tourismus nur noch interessanter. Beklagt hat er vor allem auch, daß es schließlich fast so viele Autos wie Touristen gab. Cesar Manrique, der sich ein Haus in der erkalteten schwarzen Lava gebaut hatte und auch in der Lava bestattet werden wollte, starb am vorvergangenen Freitag auf Lanzarote in der Nähe seines Hauses nach einem Autounfall. *ÜBERSCHRIFT: BERUFLICHES

DER SPIEGEL 41/1992
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 41/1992
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

GESTORBEN:
Cesar Manrique

  • Vor G7-Gipfel in Biarritz: "Die Stadt ist zu einer Festung geworden"
  • Brände im Amazonas: Bolsonaro kündigt Strafen für Brandrodungen an
  • Flaschenpost aus Russland: Nach 50 Jahren in Alaska gefunden
  • Jagdtricks von Delfinen: Die "Hau-drauf-hau-rein"-Technik