16.11.1992

Lust-Erfüllung für van Gogh?

Japan, das Land der poetischen Holzschnitte, lag ihm am Herzen. Und so empfahl Vincent van Gogh, 1888 in der Provence-Stadt Arles fleißig am Malen und auch am Zeichnen, dem Bruder Theo in Paris, seine Zeichnungen zu sechst, zehnt oder zwölft in Leporellos "wie die echten Japanhefte" zusammenzufassen; eine Skizze im Brief machte das anschaulich. Besonders "große Lust" verspürte der Schreiber, je solch ein Heft für die Maler-Kollegen Paul Gauguin und Emile Bernard anzufertigen. Ist das Gauguin-Präsent zustande gekommen - und nun wieder aufgetaucht? Eine Ankündigung aus dem privaten Pariser Ausstellungshaus Espace Cardin behauptet es. Die - sechs - betreffenden Blätter seien von einem Italiener namens Francesco und seiner Verlobten Valerie auf einem Flohmarkt in Südfrankreich entdeckt und für nur 400 Francs erstanden worden. Die Story klingt verdächtig, und leicht könnte die Van-Gogh-Briefstelle einen Fälscher inspiriert haben. Am Dienstag dieser Woche sollen allerdings im Espace Cardin neben den Zeichnungen auch naturwissenschaftliche Beweise für ihre Echtheit präsentiert werden.

DER SPIEGEL 47/1992
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