07.12.1992

MONTAG

19.30 - 21.00 Uhr. ZDF. Das schreckliche Mädchen
. . . will nichts weiter, als den Aufsatzwettbewerb zum Thema "Meine Heimatstadt im Dritten Reich" gewinnen, und stößt dabei auf unerwartete Schwierigkeiten. Lena Stolze spielt die Hauptrolle in diesem auf einem authentischen Fall beruhenden Film (Deutschland 1990) mit brav geflochtenen Zöpfen und großen Kulleraugen so liebenswert, daß sich Regisseur Michael Verhoeven prompt den Vorwurf gefallen lassen mußte, zu sehr auf das Einverständnis des Publikums spekuliert zu haben.
21.00 - 21.42 Uhr. ARD.
Panorama
Geplant unter anderem: Die Morde von Mölln / Rechte Schüler, hilflose Lehrer / Angst vor Republikanern - CDU-Konservative machen mobil / Illegaler Mülltourismus.
21.15 - 22.50 Uhr. Südwest III.
Stilles Land
Die Neuinszenierung des Samuel-Beckett-Stücks "Warten auf Godot" an einem DDR-Provinztheater gerät für den jungen Regisseur Kai (Thorsten Merten) zu einer Sisyphus-Arbeit: Es ist der Herbst 1989, und die sich überschlagenden politischen Ereignisse zwingen Kai, beinahe täglich sein Regiekonzept über den Haufen zu werfen. Regisseur Andreas Dresen gelang mit seinem ersten Spielfilm das Kunststück, über das Ende der DDR zu lachen, ohne die Erinnerung an das letzte Stündchen Utopie der Lächerlichkeit preiszugeben.
22.30 - 0.06 Uhr. West III.
Das achte Gebot
Nach Bertram Verhaags und Claus Strigels kritischer Dokumentation über 50 Jahre mehr oder weniger friedlicher Nutzung der Kernenergie bleiben nur zwei Schlußfolgerungen: Entweder haben die Manager der Atomindustrie und die Politiker die Öffentlichkeit nach Strich und Faden belogen - oder sie glauben tatsächlich an ihre Beschwichtigungen.
23.55 - 0.50 Uhr. Pro 7.
Max Headroom
Die Science-fiction-Serie mit Anarcho-Touch entstand 1987 und ist auch heute noch nicht ganz von der Wirklichkeit eingeholt worden. Der gezeigte TV-Sender "Channel 23", dessen japanische Anzeigenkunden geradezu blitzartig auf jedes Absinken der Einschaltquoten reagieren, charakterisiert zwar recht gut die gegenwärtige Fernsehlandschaft. Aber ein Starreporter wie Edison Carter (Matt Frewer), der mit untrüglichem Gespür immer wieder Skandale aufdeckt, in die seine Bosse verwickelt sind, ist leider bei keinem Sender in Sicht.

DER SPIEGEL 50/1992
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