30.12.1991

SPIEGEL-Autor Wilhelm Bittorf über Christoph Columbus und die Anfänge der abendländischen Weltherrschaft (I)

Auf einer Schnelldampfer-Reise nach Südamerika (es war noch nicht seine Flucht vor den Nazis) schrieb der Schriftsteller Stefan Zweig einen Text voll rückschauender Bewunderung für die Kapitäne und Seeleute aus der Epoche der großen Entdeckungsfahrten auf unvermessenen Meeren: Bewunderung für Bartolomeu Dias, den Portugiesen, der 1488 als erster Europäer die Südspitze Afrikas erreichte und das maritime Tor nach ganz Süd- und Südostasien öffnete. Bewunderung für Vasco da Gama, der auf dem von Dias gewiesenen Weg nach Calicut in Südindien segelte (und den lokalen Maharadscha enttäuschte ob der Ärmlichkeit der aus dem armen Portugal mitgebrachten Geschenke).
Hochachtung, temperiert durch Skepsis, empfand Zweig für den berühmtesten der Entdecker, den "kühnen Spieler" Columbus, der auch nach Indien wollte, aber westwärts über den Atlantik fuhr, ohne zu ahnen, was er auf der anderen Seite finden würde. Doch am meisten bewunderte der Schriftsteller den portugiesischen "Navigator" in spanischen Diensten, Ferdinand Magellan.
Er als erster unterfing sich 1519, den ganzen Erdball zu umfahren - von Cadiz nach Cadiz. Von fünf Schiffen mit 239 Mann, die losfuhren, kam nach drei Jahren ein zerschlissener Segler mit 17 Mann zurück. Magellan selbst war nach einer 99tägigen Hungerfahrt durch die riesige Südsee (keiner ahnte, wie riesig sie ist) von Einheimischen erschlagen worden.
Amerigo Vespucci, John Cabot, Giovanni da Verrazzano (der als erstes Bleichgesicht 1524 in die Bucht vor dem späteren New York hineinfuhr) - sie alle haben vor einem halben Jahrtausend, in der kurzen Zeitspanne zwischen 1470 und 1530, das Bild von der Erde und das Leben auf der Erde für immer verändert.
Ihre folgenreichste Tat, die komplizierte Entdeckung Amerikas - oder wenigstens _(* Mit den nachträglich eingefügten ) _(Konturen des amerikanischen Kontinents. ) der Anfang davon, den Columbus machte -, wird am 12. Oktober 1992 fünfhundert Jahre alt. Eine Zeitenwende bringt sich in Erinnerung, und die Vorstellungskraft muß sich anstrengen, um aus den bodenlosen Gruben der Vergangenheit Ereignisse heraufzuholen, die so lange her sind und doch noch immer weiterwirken.
Den Mut aber und die Martyrien der Entdeckungsfahrer auf ihren knarrenden, ächzenden Holzkähnen hat Stefan Zweig auf dem Ocean-Liner bereits für alle Zeit beschworen. Wie im Gespräch mit sich selbst schrieb er: _____" Vergleiche doch einen Augenblick diese bequeme " _____" Dampferfahrt mit jenen von einst, vor allem mit den " _____" ersten Fahrten jener Verwegenen, welche diese riesigen " _____" Meere (und) die Welt erst für uns entdeckten . . . " _____" Versuche es dir vorzustellen, wie sie damals auf ihren " _____" winzigen Fischkuttern ausfuhren ins Unbekannte, " _____" preisgegeben jeder Unbill des Wetters, jeder Qual der " _____" Entbehrung. " _____" Kein Trank als brackiges Wasser (nur an Feiertagen ein " _____" Becher Wein), keine andere Speise als den verkrusteten " _____" Zwieback und den gepökelten ranzigen Speck (nur manchmal " _____" ein paar frischgefangene Fische) . . . Kein Bett, außer " _____" für den Kapitän, keine Kojen für die Mannschaften auf den " _____" kaum 20 Meter langen Karavellen, nur Taurollen, " _____" Proviantkisten oder das blanke geteerte Deck als " _____" Ruhelager für die wachfreien Matrosen und Maate, und nur " _____" der überfüllte Stauraum unter Deck, verpestet vom " _____" Abwassergestank aus der Bilge und den Verwesungsdüften " _____" toter Ratten, bot Schutz vor Sturm und überkommenden " _____" Brechern. " _____" Dazu das Bewußtsein, allein zu sein in dieser " _____" unbarmherzigen Wüste des Wassers. Niemand daheim wußte " _____" monatelang, jahrelang, wo sie waren, und sie selbst " _____" nicht, wohin sie gingen auf ihren armen, wurmzerfressenen " _____" Schiffen . . .Niemand, sie wußten es, konnte ihnen " _____" helfen, kein Segel, sie wußten es, würde ihnen durch " _____" Monate und Monate begegnen in diesen unbefahrenen " _____" Gewässern, niemand würde sie erretten aus der Not, " _____" niemand Bericht geben über ihren Tod, ihren Untergang. "
Die ruhmreiche Westreise des Columbus machte eine Ausnahme. Sie hätte kaum angenehmer verlaufen können, wenn sie vom Club Med organisiert worden wäre. Auf die Gegenwart übertragen, führte die Atlantik-Überquerung vom Ferienparadies Kanarische Inseln zum Ferienparadies Bahamas, eine Strecke von etwas mehr als 4000 Kilometern (oder 750 Leguas nach dem altspanischen Maß, das damals in Gebrauch war). Kraftvoll und stetig blies der warme Passatwind von Nordost bis Ost in das grobe Leinen der Segel und trieb die bauchigen Gefährte mit bis zu 12 Knoten gleich 22 km/h Geschwindigkeit durch die lange atlantische Dünung.
"Gott dem Herrn gefällt es, mir günstigen Wind zu schicken", schrieb Christoph Columbus in sein Bordbuch. Als frommer, doch hochfahrender Mann war er lange vor der ersten Landberührung jenseits des Meeres überzeugt, daß er bei seinem _(* Illustration zur lateinischen ) _(Erstausgabe des Columbus-Briefs über die ) _("Entdeckung der indischen Inseln". ) Unternehmen unter der persönlichen Anleitung Gottes stehe wie einst Moses.
Andere in Spanien glaubten das auch - aber erst nach dem Tod des Columbus 1506, als die unermeßlichen Gold- und Silberschätze, die er prophezeit und vergebens gesucht hatte, doch noch auf dem Festland der Neuen Welt, von Mexiko bis zum heutigen Bolivien, gefunden wurden und Spanien zur Vormacht Europas erhoben. Deshalb wohl griff der Chronist Francisco Lopez de Gomara zum ultimativen Superlativ und nannte die Entdeckung des "nuevo mundo" "das größte Ereignis seit der Erschaffung der Welt, mit Ausnahme der Fleischwerdung dessen, der diese Welt erschaffen hat".
Keinem Menschen konnte solcher Überschwang suspekter sein als dem Schotten Adam Smith, der mit seinem "Wohlstand der Nationen" das Evangelium der modernen Marktwirtschaft verkündete. Doch 1776 kam Smith im Tonfall nackten Tatsachenbefunds zu demselben Urteil wie der exaltierte Spanier: "Die Entdeckung Amerikas und die Entdeckung einer Durchfahrt nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung herum sind die beiden größten und wichtigsten Ereignisse, die in der Geschichte der Menschheit verzeichnet sind."
Inzwischen hatten sich die Schatzsucherträume der spanischen Konquistadoren in Raubzügen ausgetobt, von denen Mittel- und Südamerika sich im Grunde bis heute nicht erholt haben. Inzwischen war aber auch England auf der überseeischen Bildfläche erschienen: Englische Kolonisten reisten mit Frauen und Kindern durch die rauheren atlantischen Breiten und besiedelten von Massachusetts bis Georgia die Küste des gigantischen Nordteils der Neuen Welt, dessen Ausmaß und Fruchtbarkeit noch nicht einmal zu erahnen waren.
Andere Briten waren als Emissäre der Londoner Geschäftswelt ums Kap der Guten Hoffnung gesegelt und hatten sich neben Franzosen, Portugiesen und Holländern auch im echten Indien festgesetzt - im Unterschied zu den falschen "Indias" oder "indischen Ländern", die der geographisch völlig verwirrte Columbus entdeckt zu haben glaubte.
Als Adam Smith sein Buch über den Wohlstand der Nationen publizierte, war seinem Scharfsinn bewußt geworden, daß diese erdumspannenden Überseerouten von Europa nach Amerika und Asien in der Tat wie tiefe Risse quer durch die Völkergeschichte laufen. Denn auf diesen Routen fuhren mit ihren ständig verbesserten und stärker bewaffneten Schiffen nur Europäer - genauer: Westeuropäer - und niemand sonst vom übergroßen Rest der Menschheit.
Keine Chinesen, obwohl sie den Magnetkompaß erfunden hatten, der den langnasigen Seefahrern nun so zustatten kam. Keine Inder, keine Araber, obwohl sie kunstfertige Küstenschiffer waren. Keine Japaner, wenig Russen und vorerst auch keine Deutschen, die sich mit Religionskriegen ruinierten und nach dem Niedergang der Hanse für lange Zeit den Anschluß an die neue Ära verpaßten.
Nur die Europäer entwickelten den Schiffbau und die Kunst der Hochseenavigation mit Hilfe von Sonnenstand und Sternen. Damit gewannen sie einen entscheidenden Vorsprung gegenüber den anderen Kulturen der Erde, gegenüber China oder den Moslem-Reichen, argumentiert der überragende französische Historiker Fernand Braudel in seinem Werk "Zivilisation und Kapitalismus". Darin untersucht er die bewegenden Kräfte des zurückliegenden Jahrtausends und erhebt die Entdeckerzeit zum Dreh- und Angelpunkt des ganzen Milleniums.
"Die Technologie der Hochseeschifffahrt", schreibt Braudel, "erzeugte eine ,Asymmetrie'' (zwischen Europäern und Nichteuropäern), einen Vorteil im Weltmaßstab." Obwohl die seegängigen Europäer untereinander erbittert rivalisierten, verschafften sie (und ihre Abkömmlinge in Nordamerika) sich eine Überlegenheit gegenüber der übrigen Welt, die heute stärker denn je fortbesteht. Nie zuvor hat auf dem Globus eine ähnlich übermächtige Potenz so unangefochten regiert wie die sieben größten Industriestaaten, mit Einschluß Japans, die sich hinter dem bescheidenen Kürzel "G-7" verbergen. Und noch immer gilt auch für den unkriegerischen Kommerz - und nicht nur für die U.S. Navy - die Devise, die Sir Walter Raleigh in den Tagen von William Shakespeare und Queen Elizabeth, 100 Jahre nach Columbus, verkündete: _____" Wer die See beherrscht, beherrscht den Handel; wer " _____" den Handel der Welt beherrscht, verfügt über die " _____" Reichtümer der Welt und folglich über die Welt selbst. "
Weil die amerikanischen Vettern und Neffen zu Hilfe kamen, konnten nicht einmal zwei Weltkriege die christlich-abendländische Vorherrschaft auf der Erde ernsthaft in Gefahr bringen. Sogar das offizielle Ende der Kolonien zwischen 1945 und 1960 brachte nicht das Todesröcheln weißer Wirtschafts- und Währungsvorherrschaft, im Gegenteil. Der tradierte Kapitalismus, nationalistisch beschränkt und durch die Krise der dreißiger Jahre in Verruf geraten, erlebte unter US-amerikanischer Anleitung und auf Dollarbasis eine erstaunliche Wiedergeburt in völlig neuen, multinationalen Dimensionen - komplett mit Weltbank und Internationalem Währungsfonds als schicksalsmächtigen Parsen und Nornen der Weltökonomie. _(* Links: Kupferstich nach einem ) _(zeitgenössischen Gemälde; rechts: ) _(Illustration aus dem 19. Jahrhundert. )
Ein erdumgreifendes Finanz-, Produktions- und Handelssystem, von den Industriemächten des Nordens (Japan inklusive) zu ihrem Vorteil geschaffen, begann gründlicher über die Ressourcen und Menschen des Planeten zu gebieten, als es die einstige Kolonialherrschaft je vermochte. Was waren die korkbehelmten Tribut-Eintreiber von Kaiser Wilhelm oder Queen Victoria gegen die Zinspolitik heutiger Großbanken? Was war imperiale Anmaßung gegen die erhabene Rationalität des Weltmarkts, der die Naturprodukte der Armen billig macht und die Industriewaren der Reichen teuer? Was waren Kanonenboote gegen die edelstählerne Effizienz der konkurrierenden Weltkonzerne?
Mit Columbus hatte es angefangen. Mit ihm, den Konquistadoren und der technologischen Überlegenheit der Europäer war die Menschheit in Eroberer und Eroberte zerbrochen, in Überlegene und Unterlegene. Ende des vorigen Jahrhunderts erreichte das wissenschaftlich-technische Übergewicht der Europäer und Nordamerikaner ein so erdrückendes Ausmaß, daß der englische ** Deutsch erschienen unter dem Titel "Das _(verlorene Paradies". List Verlag; 496 ) _(Seiten; 48 Mark. * Vasco da Gama ) _(übergibt dem Samudrin von Calicut ) _((Südindien) einen Brief des Königs von ) _(Portugal (kolorierter Stich nach einem ) _(Gemälde von Velloso-Salgado). ) Historiker Paul Kennedy 1988 in seinem beachteten Werk über "Aufstieg und Fall der großen Mächte" von einer "Sonnenfinsternis der nichteuropäischen Welt" sprach.
Doch erst am Ende unseres Jahrhunderts, vor unseren eigenen Augen, ist der europäisch-nordamerikanische Machtkomplex, der mit dem Bahamas-Segeltörn des Columbus begann, auf dem absoluten Gipfelpunkt seines Aufstiegs angelangt; denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist der einzige ernstliche Opponent westlicher Weltherrschaft tödlich erschöpft aus der Machtrivalität ausgeschieden. Das imperiale Gefüge der Sowjetunion ist in sich zusammengestürzt, von seinen inneren Widersprüchen gesprengt wie ein baufälliger Wolkenkratzer aus Stalins Tagen.
Und das gerade rechtzeitig zur Halbjahrtausend-Wiederkehr der Columbus-Reise: Beide Ereignisse sind über die Canyons der Zeit hinweg aufeinander bezogen (und nicht nur, weil der Kollaps der Sowjetunion an den raschen Zerfall des Azteken- und des Inkareichs erinnert, als die Spanier kamen).
Schon Columbus, als er in die atlantische Dünung hinausfuhr, hatte in seinem Hinterkopf den ideologischen Eroberungs- und Herrschaftsauftrag, mit dem sich alle christlichen Europäer auf den Weg machten - englische Puritaner ebenso wie iberische Katholiken.
"Gott wird obsiegen . . . und Er wird alle die Abgötter der Erdenvölker hinwegfegen, und die Völker werden Ihn anbeten, ein jedes an seinem eigenen Ort." So das Wort des heiligen Augustinus, mit dem Columbus seine Pläne rechtfertigte. 500 Jahre später ist die erstrebte Universalherrschaft vollendet - wenn auch in anderer Gestalt, als sie einem Columbus und seinen spanischen Majestäten vorschwebte.
Denn der allgültige (wenngleich nicht allgütige) Gott heißt nicht mehr "Gott", er heißt "Markt". Seine Epiphanie ist der Dow-Jones-Index. Seine Hostie der Dollar. Seine Messe das Wechselkurs-Fixing. Sein Reich, sehr von dieser Welt, ist die kapitalistische Universalzivilisation, der nun auch die Kremlherren huldigen.
Doch wie der herrschwütige Herrgott des Augustinus dient die Freiheitsideologie dieser Zivilisation immer auch den Machtansprüchen und Business-Interessen "der westlich-bürgerlichen Kultur, die heute wie nie zuvor alle anderen Kulturen der Menschheit dominiert", sagt der US-amerikanische Kulturkritiker Kirkpatrick Sale, der zum Columbus-Jahr ein herausforderndes Buch geschrieben hat: "The Conquest of Paradise"**.
Höchst unfeierlich schildert es, wie die neuentdeckten Gegenden, in denen Columbus anfangs das "irdische Paradies" vermutete, sich mit der Invasion der Naturbezwinger und Sklavenfänger aus Europa in Stätten sadistischer Schrecken verwandelten.
Den heutigen Sieg der Westkultur in allen ihren Erscheinungen - vom Papst in Rom bis zu den flachbäuchigen Reklame-Aphroditen, die dem Brandungsschaum von Malibu Beach entsteigen - sieht Kirkpatrick Sale vor allem als geistige Überwältigung, als psychische Eroberung im Unterschied zu den Schwerthieben und Kanonenschüssen der Konquistadoren.
"Wir", sagt Sale schuldbewußt im Namen der Westkultur, die wenig Schuldgefühle kennt, "wir haben den Unterlegenen unsere Sprachen in ihre Münder gedrängt, ihnen unsere Kleider angezogen, unsere Werte in ihre Herzen gepflanzt."
Aber mit allen Bekehrungserfolgen, die dem Westen bis in den Kreml hinein beschieden sind, mit allen Erwartungen und Wünschen, die flackernde TV-Schirme noch in den tropischen Slumquartieren wecken (sofern der Strom nicht ausfällt), ist die Überlegenheit des Westens immer nur weiter gewachsen - gewachsen wie der Abstand zwischen den reichen und den armen Völkern, gegen den das marktwirtschaftliche System in all seiner gerühmten Effizienz offenbar gar nichts auszurichten vermag.
Schon an der deutschen Ostgrenze beginnt dieser Abgrund und wird sich zum fressenden Verhängnis auswachsen, wenn Osteuropa bis zum Ural als ein neues Lateinamerika in einem Mahlstrom aus Elend und Aufruhr versinken sollte. Denn was nützen die siegreichen Verlockungen von Westkultur und Kaufhauszauber, wenn die Ostwirtschaft auf Marktbasis tatsächlich so schlecht und schlechter arbeiten sollte wie die von Haiti oder Peru? Was geschieht, wenn die Osteuropäer in die Mehrheit der Verlierer auf dieser Erde absacken? In eine gewaltig anwachsende Mehrheit, der dieses phantastisch leistungsfähige Westsystem nicht viel mehr zu bescheren vermag als Not und Erniedrigung?
"Die Karavellen des Columbus haben sich in Luxusjachten und riesige weiße Vergnügungsschiffe verwandelt, die auf einem Ozean der Armut schwimmen." In dieses frappante Bild hat der Schriftsteller Hans Koning, ähnlich gesonnen wie sein Landsmann Sale, seine Sicht der Beziehungen zwischen dem überlegenen und dem unterliegenden Teil der Menschheit gefaßt. Kirkpatrick Sale spricht in diesem Zusammenhang von einem "kolumbianischen Erbe"; _(* Kolorierte Kreidelithographie (um ) _(1860). ) denn in seinen Augen sind die Protagonisten der Techno-Zivilisation bis heute geprägt vom Geist und der Heldenlegende des Columbus - elementarer geprägt in ihrer Eroberermentalität, als uns bewußt ist. Sale: "Prototypisch hat der ,große Entdecker'' Columbus den Herrschaftsanspruch der Sieger und das Schicksal der Unterworfenen im Grunde bis heute vorgezeichnet."
Das sei alles andere als ein Grund zum Frohsinn, meint Koning. Schon im Sommer hat er in der New York Times gefordert: "Feiert 1492 nicht! Betrauert es!"
Erst das Flaggschiff "Santa Maria", dann "La Nina" und "La Pinta": Drei altertümliche Segler lösen sich langsam mit noch gerefften Segeln von einer Kaimauer im alten Fischerhafen von Huelva in der Südwestecke Spaniens.
Zwei Dutzend winkende junge Frauen und ein paar betagte Männer in spätmittelalterlichen Kostümen rufen den "marinos" Abschiedsgrüße nach, wenn sie sich nicht gerade die Hälse verrenken nach dem charmanten 23jährigen Kronprinzen Don Felipe, der zur Abfahrt der kleinen Flotte in diesen entlegenen Winkel seines künftigen Reichs gekommen ist.
Eine Laienspielerin, die als Verlobte des "Pinta"-Kapitäns MartIn Alonso Pinzon auftritt, schreit im Trennungsschmerz "Se van los mejores!" ("Die Besten gehen fort"), während die drei Dreimaster in den Rio Odiel treiben, der sie durch eine verdorrte Marschlandschaft ins Meer hinausträgt.
An einem Sonntagvormittag im Oktober 1991, nach einer Ansprache des Thronfolgers über die Früchte der Entdeckung Amerikas ("Heute können wir uns unser tägliches Leben gar nicht mehr vorstellen ohne die Tomate, die Kartoffel, den Mais oder den Tabak"), haben sich die zum Gedenkjahr rekonstruierten Schiffe des Columbus von neuem auf den alten Weg über die Kanarischen Inseln nach Westen gemacht. Für neun Millionen Mark aus der Staatskasse sollten die Nachbauten mit Strenge die Bedingungen wiederherstellen, unter denen die Entdecker und ihre Crews gesegelt sind - was sicher die ehrlichste Art gewesen wäre, sich ihrer Seemannstugenden zu erinnern.
Doch von dem virilen Vorhaben ist gerade so viel übriggeblieben, daß die (überwiegend aus der Marine rekrutierten) Besatzungen mit eigener Kraft die Anker lichten und die Segel bedienen müssen. Ansonsten sind die Schiffe mit unter Deck versteckten modernen Geräten und Bequemlichkeiten vollgestopft: mit Funk, Radar und Hilfsmotoren, die auch bei Flaute zehn Knoten Reisegeschwindigkeit bringen, mit Eisschränken, Duschkabinen und Spülklosetts anstelle des bei Wind und Wetter über Bord gehängten nackten Hinterns der Original-Karavellenfahrer.
Damit sind die Segler nur noch schwimmende Hingucker, Fotografierobjekte, Publikumshits wie Disneys Dornröschenschloß. Und als solche gehen sie auf Tournee durch die besseren Häfen und Marinas der Neuen Welt, gedacht als "Symbole unseres Bemühens, die iberoamerikanische Gemeinschaft zu fördern und zu stärken", wie Don Felipe in Huelva zu erklären geruhte.
Aber diese Schiffe steuern in einen politischen Hurrikan des Protests gegen die Prahlhans-Manier, mit der Spanier und Amerikas Konservative die kolumbianische Entdeckung zelebrieren. Denn sie war ja der Anfang unfaßbarer Leiden, verursacht von Männern, die sogar der erste offizielle Chronist des eroberten Kontinents, Gonzalo Fernandez de Oviedo, 1557 als "Entvölkerer und Verschleuderer der neuen Länder" anprangerte.
Der spanische Gegenwartsmensch dagegen scheint entschlossen, sich die Stimmung auf keine Art vermiesen zu lassen; denn 1992 - das soll das Jubeljahr aller Jubeljahre werden für das mit Vollgas und gelockerten Sitten in die Modernität enteilte Königreich. Der König und sein liebster Sozialist, Premier Felipe Gonzalez, haben deshalb die Olympischen Sommerspiele in das aus allen Fugen platzende Barcelona geholt.
Dazu die Weltausstellung "Expo ''92": Vor der besonnten Grandezza von Sevilla in Andalusien, auf einer 215-Hektar-Insel im Guadalquivir, erheben sich aus dem grellen Tohuwabohu der Baustellen die exotischen Pavillons der teilnehmenden Nationen und Multis, die einander mit architektonischem Jazz zu überflügeln trachten. 18 Millionen fortschrittsfrohe Besucher erwarten die Veranstalter der Mammutschau ab April 1992, um die Vollmitgliedschaft Spaniens im neuen, windschnittigen Europa der EG zu zelebrieren.
Ausdrücklich ist die Expo dem Cristobal Colon und dem "Zeitalter der Entdeckungen" gewidmet, ist auch Olympia mit seinem Namen verknüpft: Der Mann aus Genua, der sich in seinem späteren Leben ganz als Spanier betrachtete, wird mehr denn je zum gottgesandten iberischen Superstar heroisiert, zum Gründervater der Neuzeit (was die Genuesen nicht hindert, ihre eigene vaterstädtische Cristoforo-Colombo-Schau aufzuziehen).
Colon-Columbus soll den Unternehmungs- und Entdeckergeist Spaniens verkörpern in der gigantischen PR-Kampagne, die "das weltweite Image Spaniens in jeder Hinsicht aufmöbeln soll" (wie es die große Madrider Tageszeitung El Pais formulierte). Und als lebe er in geistiger Symbiose mit dem ruhelosen Geist des Columbus, hat König Juan Carlos seinem Volk mit caesarischer Attitüde verkündet: "Wir werden die Großtat, die wir 1492 vollbracht haben, wiederholen."
Den Gipfel der Festivitäten aber wollen die alten und die heutigen Herren der Neuen Welt, Spanier und US-Amerikaner, gemeinsam in New York erleben. Dort soll es am Feiertag "Columbus Day" (12. Oktober) zur "Vermählung" kommen zwischen einem Duplikat der Columbus-Säule in Barcelona und der überdimensionierten Dame Liberty, der Freiheitsstatue: Der Entdecker auf seiner vergleichsweise schmächtigen Kolumne erweist der ihn überragenden Fackelträgerin seine phallische Reverenz - ein Einfall wie von Ronald Reagan.
Noam Chomsky, der Sprachforscher und anti-imperiale Systemkritiker, den die namhafteste technische Universität der USA (das Massachusetts Institute of Technolgy) sich leistet, amüsiert sich sarkastisch über den "obszönen Schwachsinn" der geplanten "imperialen Kopulation" von Freiheit und Eroberung.
Doch gleich unter dem Spott brodelt die Empörung Chomskys und seiner Mitstreiter über die "unfaßbare Dreistigkeit", mit der die amtlichen Autoritäten (auch ein Großteil der Medien) nicht nur in Spanien die geschichtliche Wahrheit verfälschen, verdrängen und beschönigen, um die Eroberung der Neuen Welt in einen feiernswürdigen, friedlich-freudigen, flamencotanzenden Triumph der spanischen (und christlichabendländischen) Kultur umzufrisieren. Oder gar in eine "Begegnung zweier Welten" (so die offizielle spanisch-amerikanische Formel), als habe es sich beim karibischen Landfall der Columbus-Flotte um ein folkloristisches Stelldichein gehandelt. In dem Ehrgeiz, aus Spanien ein kalifornisches "fun country" zu machen, zeigt sich die Madrider Polit-Elite wild entschlossen, die Vergangenheit von Franco bis zurück zur Inquisition zu desinfizieren und zu disneyfizieren. Luis Yanez, Kabinettsmitglied und Präsident der "Kommission für die Feierlichkeiten des 500. Jahrestags der Entdeckung Amerikas", hat deshalb jede Kritik an der historischen Berechtigung pompöser Jubelfeiern für Columbus als "lächerlichen Masochismus", unwürdig eines selbstbewußten Spaniers, zurückgewiesen.
Ganz auf der Linie herkömmlicher Columbus-Verehrung will man den großen Seefahrer heraushalten aus allen landgebundenen Konquistadoren-Missetaten. Man läßt ihm jede Nachsicht angedeihen, wo er unleugbar in die Ursünden der Kolonisierung verstrickt ist - nämlich als Gouverneur des ersten okkupierten "indischen" Gebiets, der Karibik-Insel Hispaniola (die sich heute die beiden Jammerstaaten Haiti und Dominikanische Republik teilen).
Wenn Gouverneur Colon im Februar 1495 mehr als 500 Einheimische zusammentreiben und als Sklaven zum Transport nach Spanien in vier enge Schiffe pferchen läßt, dann windet sich auch der jüngste deutsche Columbus-Biograph, Siegfried Fischer-Fabian (Titel: "Um Gott und Gold"), und raunt einen Satz lang vom "verdüsterten Bild des Entdeckers". Doch behend rettet der Autor sich in das Argument, "wie sehr den Christen jegliches Unrechtsgefühl fehlte" bei allem, was sie den braunen Heiden antaten (wer hätte sonst ein "Unrechtsgefühl" entwickeln sollen, wenn nicht die Christen, die zum Gott der Nächstenliebe beten?).
Zum Beweis seiner vergebungswilligen These zitiert Fischer-Fabian Fernando Colon, den zweiten Sohn des Columbus, der zum ersten Biographen, Legendenverbreiter und Apologeten seines Vaters werden sollte. Mit wenigen Worten legt Fernando unbewußt den Kern aus blankem Wahnsinn bloß, der sich von Anfang an in den weißen Herrschafts- und Rechtfertigungsideologien verbirgt (und den Fischer-Fabian unkommentiert als zeitbedingte Auffassungssache hinnimmt): _____" Die göttliche Majestät gab die Indios nicht nur in " _____" unsere Hand, sondern sandte ihnen auch noch eine so große " _____" Not an Lebensmitteln und Krankheiten, daß sie auf ein " _____" Drittel ihrer früheren Zahl zusammenschrumpften. " _____" Dadurch trat nur um so klarer zutage, daß durch Gottes " _____" Hand und Seinen hohen Willen allein solche wunderbaren " _____" Siege und Unterwerfung von Völkern möglich sind. Denn " _____" selbst wenn ihnen die Unsrigen in allen Dingen überlegen " _____" gewesen wären, hätte doch ihre Überzahl genügt, um jeden " _____" unserer Vorteile zunichte zu machen. "
Anders ausgedrückt: Gott begeht Völkermord an Menschen, die er ja selbst geschaffen hat, um seinen spanischen Lieblingen den Raub heidnischer Länder zu erleichtern (aber die Spanier haben die Krankheiten mitgebracht, haben die Hungersnöte durch Plünderung verursacht).
Siegerfreundliche Geschichtsschreiber beantworten solchen Irrsinn in Text und Tat mit relativierendem Achselzucken: Die Zeiten waren halt hart und fanatisch, nicht nur gegen Andersrassige. Luis Yanez spricht nur von "Fehlern" Colons, die der Fest-Organisator angesichts der extremen Situation des Entdeckers für "verständlich" hält. Und der Mafia-Melodramatiker Mario Puzo, der das Drehbuch zu einem Hollywood-Hurra für den Seehelden verfaßt hat, parodiert Yanez: "Was Columbus tat - Versklavung und all dieser Quatsch -, entsprach den gewöhnlichen Moralbegriffen seiner Zeit."
Doch den Nachsagern selbstgerechter Geschichtslegenden sind Widersacher erwachsen, die sich nicht schämen, Geschichte auch von der Seite der Verlierer aus zu betrachten. Der Streit jedoch, der auf beiden Seiten des Atlantiks um eine weniger sagenhafte Sicht der Entdeckung Amerikas entbrannt ist, dreht sich zunächst und vor allem um die Entdeckung des Entdeckers: ums Erforschen und Vermessen eines fast unbekannten, von Mythen vernebelten menschlichen Kontinents namens Cristoforo Colombo/Cristobal Colon/Christoph Columbus.
Königin Isabella von Kastilien und König Ferdinand von Aragon - ihre Ehe war das dynastische Vorspiel zur spanischen Einheit - machten im Frühjahr 1486 die Bekanntschaft des Mannes, der sich spätestens von diesem Zeitpunkt an bis zu seinem Ende Cristobal Colon nannte (und den wir fortan auch so nennen werden).
Colon war 35, wie die Königin, aber es gibt nur ganz wenige Dokumente, die seinen Lebensweg bis zu diesem Zeitpunkt belegen. Erst 1904 wurde eine notarielle Urkunde gefunden, die ihn unanfechtbar als Bürger der Republik Genua ausweist - was Käuze und Exzentriker in einem Dutzend Staaten von Griechenland bis Norwegen und Island nicht hindert, den Entdecker als ihren Landsmann zu reklamieren.
Nicht einmal ein zu seinen Lebzeiten angefertigtes Porträt, wie kunstlos auch immer, ist von Colon überliefert. Das älteste Bild von ihm wurde circa 1530, ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, gemalt, und von den frühesten Autoren, die über ihn schrieben, kannte ihn nur sein Sohn Fernando von Angesicht zu Angesicht. Er schildert ihn als "wohlgebauten Mann, übermittelgroß, von länglichem Gesicht mit etwas hochliegenden Wangen", der "eine Adlernase" besaß. "In der Jugend war sein Haar blond" - andere behaupten "rotblond" -, das "mit 30 Jahren schlohweiß" geworden sei. Zudem erwähnt Fernando die "leicht in ein lebhaftes Rot übergehende Gesichtsfarbe" eines Menschen, der unter hohem Blutdruck steht und zum Jähzorn neigt.
Washington Irving, der erste US-Biograph, fügte 1828 noch die "kühnblickenden", aber unverbürgten "blauen Augen" hinzu, um den Mittelmeermenschen, der ein Nationalidol der Yankees werden sollte, noch effektvoller aufzunorden. "Ich bin in Genua geboren", war indes das einzige, was Colon in seiner schriftlichen Hinterlassenschaft je über seine Herkunft preisgab. Kein Wort außer dem "Beten für ihre Seelen", als sie tot sind, über Mutter und Vater, der ein schlichter Wollweber gewesen sein soll. Eng dagegen blieb zeitlebens die Beziehung zu seinen jüngeren Brüdern Bartolome und Diego, die ihm nach Iberien und in die Neue Welt nachfolgten.
Als auf dem Mittelmeer erfahrener Seemann war der 25jährige Colon 1476 nach Lissabon gefahren - er selbst erzählte später die Legende, er sei nach einem Schiffbruch als einziger Überlebender an die portugiesische Küste gespült worden. Sein Sohn Fernando versäumte nicht, diese Gott-hatte-etwas-mit-mirvor-Anekdote aufzugreifen; kaum ein Biograph seither, der sie ihm nicht nachgeschrieben hätte.
Lissabon erstrahlte damals fast wie die prophezeite "Stadt auf dem Hügel", thronend über der Tejo-Mündung, hinausblickend in die Weite des "ozeanischen Meeres", in der die menschliche Phantasie seit langem glückliche Inseln, vor allem aber Seeungeheuer mit Frauenbrüsten, schiffeverschlingende Strudel und, im Süden, von der Sonnenhitze entzündete Flammengürtel vermutete. _(* Links: bei der Abreise in Spanien, ) _(Oktober 1991; rechts: in Barcelona. ) Im ganzen Mittelalter hatte sich niemand da hinausgetraut. Doch nun war Portugals Hauptstadt Ausgangspunkt geworden für die Erforschung des Ozeans und der afrikanischen Küste: Vorposten einer neuen Epoche.
Angetrieben von Heinrich dem Seefahrer, einem ungewöhnlich gescheiten portugiesischen Prinzen, der seinem dürftigen Reich nach niederländischem Beispiel zum Wohlstand einer Handelsnation verhelfen wollte, stießen Schiffsexpeditionen von Lissabon aus immer weiter auf den Äquator vor, hinein in die Glutzone, in der nach kirchlicher Lehre weder Menschen noch Tiere und Pflanzen leben konnten. 1470 segelten portugiesische Kundschafter erwartungsvoll an der nach Osten abbiegenden (und immer üppiger bewachsenen) Küste Westafrikas entlang bis zum heutigen Ghana - 5000 Kilometer weit weg von zu Hause.
Zwei verwegene Hoffnungen beflügelten die Entdeckerherzen an diesem Punkt: daß, erstens, Afrikas Küste weiter nach Osten verläuft und eine direkte Route nach Indien eröffnet; zweitens, einen schiffbaren Fluß zu den fabelumwobenen Goldfeldern im Innern Westafrikas zu finden, die bis dahin, wenn überhaupt, nur mit Kamelkarawanen durch die Sahara zu erreichen waren.
Den anderen nautischen Nationen weit voraus, zog Portugal nicht wenige aufstrebende junge Männer aus dem zersplitterten Italien an. Die Kleinstaaten dort - Venedig, Genua, Florenz - beherrschten noch immer den Orien thandel, der sie reich gemacht hatte. Aber sie waren, jeder für sich, zu schwach und zu ungünstig gelegen, um bei dem neuen Spiel auf dem Ozean mitzugehen. Männer wie Colon rissen sich deshalb von den alten Bindungen an Heimat und Sippe los, um als Einzelmenschen, als entfesselte Egos ihr Glück zu suchen.
Doch auch über Colons portugiesische Zeit sind die Daten äußerst spärlich - noch spärlicher fast als die Hinweise auf seine Beziehungen zu Frauen. Dokumentarisch gesichert ist, daß er sich im Zuckergeschäft versucht hat, einem besonders lukrativen Zweig der frühen _(* Französische Buchillustration zu Polos ) _(Reisebeschreibung (1375). ) Kolonialwirtschaft, und deshalb ab 1480 etwa zwei Jahre auf der Insel Madeira im Atlantik und deren Nebeninsel Porto Santo verbrachte. Mit ihm lebte seine Ehefrau Felipa Moniz Perestrello, die er (wahrscheinlich 1479) in Lissabon geheiratet hatte.
Sie gebar den Sohn Diego. Sonst läßt sich mit Gewißheit nur noch eines sagen: Die auf den Inseln angelegten extensiven Zuckerrohr-Plantagen erzeugten den begehrten Süßstoff mit dem bitteren Schweiß schwarzer Sklaven. Von portugiesischen Händlern aus Westafrika auf die Inseln verschleppt, mußten sie dem kommerziell zunächst erfolgreichen und später in der Karibik nachgeahmten Versuch dienen, mit Kolonnen von Feldsklaven Latifundienwirtschaft zu betreiben wie einst die Römer.
Auch Cristobal Colon reiste in dieser Zeit (um 1482/83) mit Portugiesen "nach Guinea", wenngleich er im dunkeln läßt, in welcher Eigenschaft (wohl kaum als Schiffskommandant) und zu welchem Zweck. Seine einzige Anmerkung zu Afrika schrieb er zehn Jahre später unter dem 21. November 1492 in das Bordbuch seiner transatlantischen Entdeckungsfahrt.
Der Eintrag dreht sich vielsagend um die Behandlung gefangener Menschen und die Fehler der Portugiesen beim Sklavengeschäft; denn sie brächten "Männer aus Guinea nach Portugal", ohne ihnen ihre Frauen mitzugeben, und wunderten sich dann über die Widerspenstigkeit der Sklaven. Wenn dagegen "die Eingeborenen", so Colon, "ihre Frauen bei sich haben, werden sie bereitwilligst alles tun, was man ihnen auftragen wird".
Aber auch für das schwierigste Problem der Portugiesen glaubte Colon nach seiner Rückkehr aus Afrika die Lösung zu kennen. Die Küste des heißen Kontinents war nämlich, anders, als man gehofft hatte, nicht weiter ostwärts in Richtung Indien verlaufen. Im Golf von Guinea knickte sie zum Gram der Lissaboner Kapitäne rechtwinklig nach Süden ab und schien als ein nichtendenwollendes Hindernis den Weg nach Osten zu versperren.
Diogo Cao hatte schon im August 1482 die Kongo-Mündung entdeckt und war noch die halbe Küste der späteren Kolonie Angola hinuntergesegelt. Doch noch immer gab es keinerlei Anzeichen, daß diese Kontinentalbarriere je aufhören würde.
In dieser Situation taucht Cristobal Colon im Frühjahr 1484 plötzlich aus dem Meer der Anonymität empor. Sein Name erscheint in den Annalen portugiesischer Ereignisse, die der Chronist Joao de Barros am Hof in Lissabon führte. Colon hat um eine Audienz bei König Johann II. gebeten, der Portugals maritime Ambitionen von Heinrich dem Seefahrer übernommen hatte. Colon hat, 33jährig und vom frühen Tod seiner Frau Felipa getroffen, offenbar mit Endgültigkeit beschlossen, daß er zu Bedeutenderem berufen sei als zum Zuckerhandel.
Aber das Gespräch über Seefahrtsfragen, zu dem ihn der König empfängt, läuft völlig aus dem Ruder. "Der Herrgott verschloß König Johann Augen und Ohren, um ihn nicht verstehen zu lassen, was ich sagte." So vorsehungsgläubig drückt Colon es Jahre später in einem Brief aus.
Chronist Barros hingegen hält fest, Colon habe auf den König "mit dem, was er sagte, eher überspannt und phantasiebesessen als präzise gewirkt". Johann (portugiesisch "Joao") "schenkte ihm wenig Glauben", berichtet de Barros über des Königs verdutzte Reaktion. Die Mitteilungen des Besuchers seien ihm "unsinnig" erschienen.
Mit Recht; denn was der Seemann und geographische Autodidakt Colon vor dem Monarchen ausbreitete, war akkurat das bizarre Bündel Nonsens, aus dem sich die durch und durch irrtümliche, versehentliche und unabsichtliche Entdeckung Amerikas entwickeln sollte.
Dem König, dessen Kapitäne nicht absehen konnten, wann und wo sie das Südende Afrikas erreichen würden, schlug Colon eine andere Route nach Indien vor, die auf dem direkten und kürzesten Weg zum Ziel führe und den enormen Umweg um Afrika herum erspare. Man brauche nur nach Westen zu segeln und werde auf die östlichen Teile Asiens treffen, zum Beispiel die Insel "Cipango" (Japan), von der Marco Polo 200 Jahre zuvor berichtet hatte, oder auf andere "indische Länder" (denn die Iberer benutzten damals die Mehrzahl "las Indias" als Oberbegriff für ganz Süd- und Ostasien, China und Japan eingeschlossen).
Die Strecke von Lissabon über den westlichen Ozean nach Japan sei nicht länger als die Nord-Süd-Distanz von Lissabon nach Guinea, nämlich weniger als 800 Leguas (4400 Kilometer), versicherte Colon dem ungläubigen König und erklärte ihm den Grund dafür mit Worten, an denen er bis ans Ende seiner Tage festhielt: "Die Welt ist von geringer Größe", heißt diese Formel, oder: "Ich sage, die Welt ist nicht so groß, wie es gemeinhin heißt . . ."
Eine Marginalie von Colons Hand in einem der geographischen Werke, aus denen er sein Wissen schöpfte, behauptet sogar: "Zwischen dem Ende Spaniens und dem Anfang Indiens ist das Meer nicht breit und in wenigen Tagen zu überqueren."
Groteske Verkennung der irdischen Größenverhältnisse: Die Entfernung Spanien-Japan beträgt real mehr als 18 000 Kilometer. Doch Colon ging von einem Erdumfang von (in heutigen Maßen) nur 29 000 statt 40 000 Kilometern aus - eine Angabe, die vom gerühmten Claudius Ptolemäus aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert stammt und von den nachgeborenen Geographen ungeprüft weitergereicht wurde.
Zu den falschen Zahlen, die Colon wie ein mogelnder Investment-Promotor noch weiter heruntermanipulierte, um das Unternehmen Westroute noch plausibler erscheinen zu lassen, kamen die unvermeidbar falschen Weltkarten, mit denen die Kartographen jener Tage unter Einsatz vielköpfiger Fabelwesen und pustender Windgötter versuchten, etwas möglichst Dekoratives aus dem kümmerlichen Wissensstand der Erdkunde herauszuzaubern. Da gab es wirklich nur ein kaum Atlantik-breites Gewässer zwischen der Algarve und "Cipango".
Doch die Portugiesen hatten bei ihren langen Reisen nach Süden als erste eine klare Vorstellung von den Abmessungen des Globus entwickelt. Mit ihren einfachen Quadranten (zum Messen des Winkels zwischen Horizont und Polarstern, der ihnen ihre geographische Breite angab) und ihren Sanduhren hatten sie immer wieder ermittelt, daß der Abstand von einem Breitengrad zum nächsten stets 60 Seemeilen gleich 111 Kilometer beträgt. Bei 180 Graden von Pol zu Pol addierte sich der halbe Nord-Süd-Erdumfang auf 20 000 Kilometer. Und da die Erde für König Johann und seine Navigatoren immer schon eine Kugel war (dazu nachher noch ein Wort), mußten auch die Ost-West-Distanzen auf ihrer Oberfläche, außer hoch im Norden oder tief im Süden, dementsprechend groß sein. War das nicht auch dem Cristobal Colon bewußt geworden auf seiner Reise nach Afrika und einer anderen nach Island, die er lakonisch erwähnt? Ob seine Westfahrt auf ein noch unbekanntes Festlandshindernis stieße oder nicht - in jedem Fall wäre die Route über die "Rückseite der Erde" unüberwindbar lang und schwierig, urteilten König Joao und seine Berater; als Weg nach Indien wäre sie wahrscheinlich länger als der größte denkbare Umweg um Afrika.
Daß ein Mann eine solche Route als dramatische Abkürzung zu verkaufen versucht, mußte den Portugiesen in der Tat "unsinnig, überspannt, phantasiebesessen" erscheinen. Sie waren gute Katholiken. Aber sie hatten mit ihren Karavellen bis an die Kongo-Mündung vorstoßen können, weil sie sich an der Wirklichkeit orientierten statt an den kirchlich-mittelalterlichen Lehren von der tropischen Todeszone und dem kochenden Meer: Sie hatten begonnen, den revolutionierenden Unterschied zu machen zwischen Glaubenswahrheiten und aus Erfahrung geborener Wissenswahrheit.
Um so verständlicher ihre Verwunderung über Colon; denn der suchte vor den Argumenten gegen sein maßvolles Meer zwischen Europa und Asien stets Zuflucht bei einer überaus eigenwilligen geographischen Autorität - bei dem Propheten Esra aus dem Alten Testament: "Esra sagt, die Welt bestehe zu sechs Teilen aus Land und zu einem Teil aus Wasser." Dieser Spruch wurde Colons "Ceterum censeo", zu seiner "endgültigen Erleuchtung", wie es Gianni Granzotto nennt, der neueste italienische Columbus-Biograph. Wie konnte ein Mann, der im Ostatlantik zum Äquator und nach Island (Distanz zwischen beiden: 7200 Kilometer) gereist sein wollte, einen solchen Humbug glauben, der die Realität der irdischen Dimensionen ersichtlich auf den Kopf stellt.
1484 verließ er mit seinem Sohn Portugal, wo man seine Erleuchtung so unzureichend würdigte - zumal sie gar nicht originell war: Schon 1474 hatte der _(* Bei der Vertragsunterzeichnung in ) _(Santa Fe am 17. April 1492 (Illustration ) _(aus dem 19. Jahrhundert). ) Florentiner Gelehrte Paolo Toscanelli dem Vater König Johanns, Alfons V., in einem Sendschreiben dargelegt, die Überquerung des Ozeans nach Westen sei der kürzere Weg nach Asien (wörtlich in blumigem Latein: "brevior via ad loca aromatum", "der kürzere Weg zu den Gewürz-Orten"). Der Vorschlag, bereits von Alfons verworfen, hatte sich gleichwohl in Lissabon herumgesprochen, als Colon in die Hauptstadt kam. Was liegt näher als die Annahme, dies sei die kolumbianische Initialzündung gewesen?
Aber nun, in Spanien angelangt, war Colon offenkundig entschlossen, sein Indienprojekt nicht mehr weltlich-nautisch anzugehen, sondern religiös. Unter den "katholischen Majestäten" Ferdinand und Isabella war die Papstkirche noch immer eine überwältigende Macht, die noch verstärkt werden sollte durch die 1478 begonnene "heilige Inquisition" gegen das grassierende Laster selbständigen Denkens.
Cristobal Colon begab sich in das Franziskanerkloster La Rabida, nahe dem Hafenstädtchen Palos, wo im August 1492, sieben Jahre später, die Segelschiffe Colons ihre Reise begannen. Denn in diesen Jahren war dem unseßhaften Genuesen das erstaunliche Kunststück gelungen, von Königin Isabella und König Ferdinand, von den Würdenträgern der Kirche wie von seinen mönchischen Verbündeten als ein neuer Prophet und Botschafter Gottes akzepiert zu werden. Die Suche nach einem direkten Seeweg nach Indien hatte sich aus einem geographischen Erkundungsunternehmen in eine christliche Mission von höchstem heilsgeschichtlichen Rang verwandelt.
Nur so, im Glauben an Wunder, nicht im Namen des Wissens, wurde die Reise am Ende möglich. _____" Cristobal Colon wurde vom Herrn im Himmel als " _____" göttliches Werkzeug auserwählt, um die uralten Prophetien " _____" zur Rettung der Christenheit zu erfüllen. " _____" Das heißt, den ungesegneten Heidenvölkern auf der ganzen " _____" Welt das Christentum zu bringen und das Gold zu " _____" beschaffen, das zur Finanzierung eines neuen Kreuzzugs " _____" dienen soll, dessen Ziel es ist, das Heilige Grabmal " _____" Christi in Jerusalem von den Ungläubigen (sprich Moslems) " _____" zurückzuerobern. " _____" Darum wird Gott den Colon, seinen Christusträger, in neue " _____" Länder führen, wo es durch göttliche Fügung sowohl viele " _____" Heiden als auch viel Gold gibt. "
In äußerster Kürze umreißt Kirkpatrick Sale, der kritische Revisor der Columbus-Legende, mit diesen Sätzen die wahrhaft "phantasiebesessene" (wie de Barros schrieb) Vorstellungswelt Cristobal Colons. Das sind die visionären Begründungen, die exzentrischen Zweckzusammenhänge zwischen Gold und Gottgefälligkeit, mit denen er sein Vorhaben als genialer PR-Windbeutel ins Unermeßliche aufbauscht - und womit er vor allem die Königin beeindruckt -, genialer als Marco Polo, von dem er sich die aufreizenden Stichworte zu China/Japan/Indien holt: *___das augenblendende Übermaß an Gold auf Schritt und ____Tritt und als Clou die mit massiv goldenen Dachpfannen ____gedeckten Tempel in Japan (Polo war nie in Japan); *___die angeblich nach Christus begierigen, ____bekehrungswilligen Herrscher im Orient; so habe, wie ____Polo behauptete, der Kaiser von Cathay (China) schon ____vor langer Zeit nach Missionaren ausgesandt, die ihn ____den Christenglauben lehren sollen.
Er nahm an, die Bewohner von Cathay oder Cipango, einmal christianisiert, würden sich dann für die gute Kreuzzugsache liebend gern von ihren goldenen Ziegeln und Reisschalen trennen. Und er setzte sich damit durch gegen den zähen Widerstand, den er auch in Spanien von Sachkennern erfuhr.
"Sie hielten mein Unternehmen für einen Scherz", schrieb Colon bitterlich. Sie verwarfen es in Gutachten an das Königspaar als unseriös, "der Hoheiten ** Tzvetan Todorov: "Die Eroberung Amerikas _(- Das Problem des Anderen". Suhrkamp ) _(Verlag; 320 Seiten; 18 Mark. * Nach ) _(seiner ersten Rückkehr 1493 ) _((Farblithographie aus dem 19. ) _(Jahrhundert über den geschichtlich nicht ) _(verbürgten triumphalen Empfang). ) nicht würdig". Es ging um denselben Streitpunkt wie in Lissabon - Colons kleine Erde, seine lächerlich kurzen Entfernungsschätzungen, die nur zu deutlich ihren Zweck verrieten, das Projekt machbar erscheinen zu lassen. Bald weigerte er sich aus lauter Sendungsbewußtsein, auf banal wirklichkeitsnahe Einwände überhaupt zu reagieren.
Doch je übler es ihm bei den Sachverständigen erging, desto leidenschaftlicher agitierten bei Hof einflußreiche Kleriker für seinen Plan, entzückt von der Aussicht, auch China und die Kinder des Ganges dem geräumigen Schoß der Kirche zuzuführen - bis auch der Schatzmeister Santangel fand, Colon müsse seine Chance bekommen.
Der Columbus-Kult des 19. Jahrhunderts, dessen Echo noch heute aus so vielen Ecken schallt, sah seinen Helden als personifizierten Fortschritt, als Aufklärer, der gegen die dumpfe Rückständigkeit seiner Mitmenschen kämpfen mußte.
Erst durch seine Tat habe er ihnen beweisen können, daß die Erde keine Scheibe sei, über deren Rand ein Schiff ins Bodenlose stürzt, wenn es zu weit fährt (eine besonders pittoreske Erfindung des Legendenschmieds Washington Irving, die Kritiker Colons als bornierte "Flacherdler" hinzustellen; nicht einmal die Kirche hatte gegen die aus der Antike überlieferte Kugelform der Erde etwas einzuwenden - nur das kopernikanische System mit der Sonne im Zentrum mochte sie nicht).
Daß im Hirn des großen Entdeckers in Wahrheit eine mittelalterliche Wahnwelt fortlebte, die ihn beherrschte, lenkte, antrieb, das haben die Heroisierer sorgsam unterschlagen oder zur Schrulle verharmlost. Dabei sind diese Halluzinationen durch Colons eigene, doch lange ungedruckte Schriften zum Thema (das wichtigste nannte er "Buch der Prophezeiungen") der am besten belegbare Aspekt seiner verwirrenden Persönlichkeit.
Kein Zweifel möglich: Ein neuer Kreuzzug zur Eroberung Palästinas war tatsächlich das Endziel seines Lebens bis zuletzt; die Reisen zu den "Indias" sollten aus seiner Sicht nur die Mittel für den teuren Zweck beschaffen. Noch im Februar 1502, vor seiner letzten verzweifelten Reise in die Karibik, schreibt er (man staune) dem Borgia-Papst Alexander VI.: "Dieses (indische) Unternehmen wurde zu dem Zweck angegangen, seinen Ertrag für die Rückgabe des Heiligen Grabes an die Heilige Kirche zu verwenden." Dann fabuliert er davon, "10 000 Reiter und 100 000 Mann Fußvolk" für den Zug nach Jerusalem aufzustellen.
"Wie ein Don Quijote, der mehrere Jahrhunderte hinter seiner Zeit herhinkt, möchte Colon einen Kreuzzug unternehmen", schreibt verblüfft der Semiologe Tzvetan Todorov, der am Nationalen Forschungszentrum in Paris arbeitet und 1982 eine herausragende Studie über den tödlichen Zusammenprall zwischen Entdeckern und Entdeckten in der Neuen Welt publiziert hat**.
Schon der Romancier Jakob Wassermann hat Colon 1929 den "Don Quijote des Ozeans" genannt und meinte damit wie Todorov die grandiose und grausige Paradoxie des Geschehens: Ein hartnäckiger religiöser Schwärmer forscht ganz entgegen dem Geist der Renaissance nicht nach neuen Erdteilen und Erkenntnissen (denn alles Wichtige steht für ihn eh schon in den heiligen Schriften), sondern sucht Gold, Perlen, Edelsteine und Heiden, um die uralten Weissagungen biblischer Propheten zu erfüllen. Dabei findet er Inseln einer unbekannten Welt, die er für die erstrebten "Indias" hält, und setzt damit, "bis an die Grenzen des Wahnsinns von Irrtum benebelt" (Kirkpatrick Sale), ein neues Zeitalter in Gang. *HINWEIS: Im nächsten Heft Willkommen im Garten Eden - Sündenfall: Frauenraub und Sklavenfang - Die Kannibalismus-Lüge - Der qualvolle Untergang der Karibik-Völker
* Mit den nachträglich eingefügten Konturen des amerikanischen Kontinents. * Illustration zur lateinischen Erstausgabe des Columbus-Briefs über die "Entdeckung der indischen Inseln". * Links: Kupferstich nach einem zeitgenössischen Gemälde; rechts: Illustration aus dem 19. Jahrhundert. ** Deutsch erschienen unter dem Titel "Das verlorene Paradies". List Verlag; 496 Seiten; 48 Mark. * Vasco da Gama übergibt dem Samudrin von Calicut (Südindien) einen Brief des Königs von Portugal (kolorierter Stich nach einem Gemälde von Velloso-Salgado). * Kolorierte Kreidelithographie (um 1860). * Links: bei der Abreise in Spanien, Oktober 1991; rechts: in Barcelona. * Französische Buchillustration zu Polos Reisebeschreibung (1375). * Bei der Vertragsunterzeichnung in Santa Fe am 17. April 1492 (Illustration aus dem 19. Jahrhundert). ** Tzvetan Todorov: "Die Eroberung Amerikas - Das Problem des Anderen". Suhrkamp Verlag; 320 Seiten; 18 Mark. * Nach seiner ersten Rückkehr 1493 (Farblithographie aus dem 19. Jahrhundert über den geschichtlich nicht verbürgten triumphalen Empfang).
Von Wilhelm Bittorf

DER SPIEGEL 1/1992
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SPIEGEL-Autor Wilhelm Bittorf über Christoph Columbus und die Anfänge der abendländischen Weltherrschaft (I)

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