30.12.1991

Kuweit bürgert PLO-Politiker aus

Die kuweitische Herrscherfamilie Sabbah geht auch zehn Monate nach der Befreiung des Öl-Emirats rücksichtslos gegen palästinensische Mitbürger vor, denen sie pauschal unterstellt, mit den Irakern kollaboriert zu haben. Jüngstes Opfer des Rachefeldzugs ist der prominente PLO-Politiker Chalid el-Hassan, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Palästinenser-Vertretung. Hassan verlor Mitte Dezember seine kuweitische Staatsbürgerschaft, die er seit der Staatsgründung 1961 besessen hatte. Begründung: Er habe sich während der Besatzung nicht ausreichend von Saddam Hussein distanziert. Dabei verurteilte gerade Hassan öffentlich wie kaum ein anderer führender PLO-Repräsentant den Überfall des irakischen Diktators. Hassans Familie entzog das kuweitische Herrscherhaus ebenfalls die Pässe und damit die Aufenthaltsberechtigung - darunter auch seinem ältesten Sohn, einem Chirurgen, der während der Besatzung im Untergrund gegen Saddams Soldaten gekämpft hatte.

DER SPIEGEL 1/1992
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