28.02.1994

IdeenKuhfladen als Energiequelle

Ein umweltgerechtes Verfahren zur Nutzung der jährlich in Deutschland anfallenden 200 Millionen Tonnen Jauche aus der Massentierhaltung propagiert das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik. Eine Demonstrationsanlage im brandenburgischen Göritz verwandelt Gülle und Kuhfladen in Biogas, mit dessen Hilfe ein Stromgenerator bereits täglich bis zu 15 000 Kilowattstunden Primärenergie erzeugt. Ein bundesweiter Einsatz von Anlagen nach Göritzer Muster könnte zugleich die Grundwasser- und die Luftverschmutzung spürbar verringern: Weil Jauche bislang auf Äckern entsorgt wird, gerät massenhaft Nitrat in den Boden und Ammoniak in die Luft. Die Agraremissionen tragen nicht nur zum Waldsterben bei (SPIEGEL 1/1994), sondern verstärken als Treibhausgas auch die Erwärmung der Erdatmosphäre.

DER SPIEGEL 9/1994
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