17.05.1993

„Milde Form des Irreseins“

Machen Kinder glücklich? Sind sie ein Störfall für die Liebe, oder geben sie dem Leben erst Sinn? Heftig wie nie streiten Frauen und Männer um den verflixten Kinderwunsch. Die einst natürlichste Sache der Welt läßt sich immer schwerer mit den Anforderungen der modernen Karrieregesellschaft vereinen.
Sophie wollte das Kind nicht. Ausgerechnet in ihre Schwangerschaft platzte ein attraktives Angebot: In einer Freiburger Firma konnte sie Justitiarin werden. Sophie entschied sich für den Job und, mit Schuldgefühlen, gegen das Ungeborene. Sie trieb ab.
Das war 1990. Heute kommt Sophie, 35, eine rührselige Zeile aus einem Weihnachtslied in den Sinn, wenn sie ein Kind sieht: "Steht auch dir zur Seite, still und unerkannt." Sophie hat die Pille abgesetzt, sich von ihrem Zweitfreund getrennt. Sie will jetzt ein Baby, und sie sieht es schon vor sich: In ihren Armen, als verdreckten Wildfang, als Jungmädchen-Schönheit.
Glücklich und erwartungsfroh wirkt die sensible Frau allerdings nicht. Bei ihr, die auf der Stelle schwanger wurde, als sie kein Kind wollte, will es jetzt trotz all der Anstrengung nicht klappen. Es ist, als habe sie in Kopf und Bauch eine Blockade.
Und Sophie ist sauer: Auf ihren Freund Holger, der sich nicht eindeutig zu ihrem Wunsch äußert. Auf ihre ignoranten Bekannten, die lieber über die Frage diskutieren, ob Chablis wirklich gut zu Austern paßt oder ob Lanzarote-Reisen im Winter nicht irgendwie prolo sind. Auf ihren Arbeitgeber, der ihr einen Karriereknick voraussagt. Auf die ganze Gesellschaft, welche die Erfüllung des "natürlichsten Wunsches der Welt" so schwer macht. Und auf sich selbst, weil sie so zweifelt.
Soll sie das Kind ohne Rücksicht auf Holger bekommen und das Scheitern der Beziehung riskieren? Reichen Kraft und Geld, um es notfalls allein großzuziehen? Wie kommt sie in ein paar Jahren an einen Kindergarten- und einen interessanten Arbeitsplatz? Wird sie mit Anhang noch attraktiv sein? Wird sie das Kind glücklich machen?
Wie der jungen Juristin geht es vielen potentiellen Eltern. Die Fragen, ob, wann und wie beruflich ausgelastete Menschen ihren Kinderwunsch realisieren sollen, ob Nachwuchs das komplizierte Puzzle einer Partnerschaft in Unordnung bringt und ob Kinder überhaupt noch in die übervölkerte, moderne Welt passen, haben für Millionen von Menschen eine neue Qualität: Die Entscheidung, Kinder zu bekommen, einst die natürlichste Sache der Welt, hat sich zu einem hochkomplexen Problem ausgewachsen; eine Herzensangelegenheit ist zur Rechenaufgabe verkommen.
Daß die Wahl zwischen Elternschaft und Kinderlosigkeit zur Qual geworden ist, liegt nicht nur an der individuellen Lebensplanung, sondern auch an deutscher Familienpolitik. Als einen "sozialpolitischen Skandal ersten Ranges" beklagt der Bielefelder Soziologe Klaus Hurrelmann, daß die Aufwendungen für ein Kind zwischen 100 000 und 200 000 Mark lägen, der Staat sich aber lediglich mit geringen Zuschüssen daran beteilige.
Nur für drei Prozent aller Kleinkinder gibt es Kindergartenplätze. Und Paare, die ein Leben lang ihrer Karriere nachgehen, erhalten deutlich höhere Renten als solche, die Kinder aufziehen - wer Nachwuchs hat, wird bestraft.
Von 1950 (1,1 Millionen) sank die Zahl der Geburten auf rund 800 000 im Jahr 1992. Auch sonst sind die Aussichten für die Vollfamilie mit Vater, Mutter und Kindern, die laut Grundgesetz "unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung" steht, nicht eben rosig: Jede dritte Ehe wird geschieden, knapp 1,5 Millionen Mütter und Väter leben allein mit ihrem Nachwuchs, jedes achte Kind wächst mit nur einem Elternteil auf.
Denn einher mit dem Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen, die Kinder mittlerweile wie ein mit hohen Risiken behaftetes Luxusgut erscheinen lassen, ging in den achtziger und beginnenden neunziger Jahren eine kulturelle Abwertung des Elternseins.
Die Abhängigkeit von einem schreienden Bündel, die Monotonie und Einfalt des Kindergroßziehens erweckten bei vielen Zeitgeistjüngern im besten Zeugungsalter Abscheu. Genußvoll beschrieb die Narzißtengeneration jede ihrer Blähungen. Aber Blagen? Fehlanzeige. Die alten Kids duldeten keine neuen neben sich.
Verflogen war die Inbrunst, mit der sich noch die 68er über Kindertagesstätten und antiautoritäre ** Dieter Thomä: "Eltern". Verlag _(C. H. Beck, München; 214 Seiten; 34 ) _(Mark. * Aus Detlef Kersten: "Hilde - ) _(dein Kind tropft!". Lappan-Verlag. ) Erziehung hatten ereifern können. Small-talk-Hits wie die Frage, ob Kinder den Geschlechtsverkehr der Eltern sehen dürfen und ob Anthroposophen-ödes Holzspielzeug oder lieber Billigplastik aus dem kleinen Oliver einen Kreativling machen, waren auf Partys kein Thema mehr. "Hipp" war halt nicht hip.
Tauchten, selten mal, junge Eltern bei jungen Nicht-Eltern auf, mieden sie das Thema Kind. Wein kam besser als Windeln, die Honda besser als das Heidudeldei. Noch nie hatte die Single-Welt eine solch kulturelle Vorherrschaft.
Diese Gesellschaft neigte dazu, die seelischen Turbulenzen, die mit dem Kinderkriegen einhergehen, zu verdrängen: Die betroffenen Männer und Frauen sollten mit dem Dilemma gefälligst nicht ihre Umgebung nerven.
Das ist nun anders: Nachwuchs wird öffentlich heftig debattiert. Eine Welle von Studien und Büchern kündet von einer überforderten, aber beseelten Elterngeneration, die Kinder als Garanten fürs Lebensglück einstuft - aber zugleich auch von Frauen und Männern, die sich in mühsamem Dauerdiskurs zum Verzicht auf Kinder durchringen. Das vehementeste Plädoyer für Kinder im rationalen Streit um ein emotionales Thema hält der Paderborner Wissenschaftler Dieter Thomä**. In seiner "Kleinen Philosophie einer riskanten Lebensform" versucht er, mit Kant, Hegel und Aristoteles Gründe gegen das Kinderkriegen zu entkräften. Paare dürften nicht dem Wahn verfallen, es gäbe eine letzte, verbindliche Antwort auf die Nachwuchsfrage: "Wir sind nicht derart über unser Schicksal erhaben, daß wir lebenswert und unwert definieren könnten."
Argumente pro und contra Kind gibt es allerdings reichlich - beispielsweise den Streß der Erzeuger. "Elternschaft ist eine milde Form des Irreseins", glaubt der Münchner Autor Axel Hacke. Die ironischen Betrachtungen, die Hacke als "Der kleine Erziehungsberater" präsentierte (SPIEGEL 27/1992), gingen bis heute 160 000mal über den Ladentisch und bescherten dem entnervten Vater verständnisvolle Trostbriefe en masse.
Soziologen und Psychologen beobachten eine neue Sehnsucht nach Kindern, die viele Menschen unversehens in eine Zwickmühle führt: Einerseits symbolisiert ein Kind die totale emotionale Befriedigung, andererseits stört es den eigenen Lebensplan ganz gewaltig.
So schwer ist die Nachwuchsentscheidung, daß sie in manchen Fällen nicht mehr ohne fremde Hilfe getroffen werden kann. Die Hamburger Diplom-Psychologin Eva Wlodarek-Küppers hat gerade Seminare für unentschlossene Frauen abgehalten. Thema: "Will ich wirklich ein Kind?" - eine, wie die Kursleiterin erfuhr, "für Frauen hochbrisante, existentielle Frage".
Die amerikanische Autorin Susan Lang stellt in einer Studie fest*: "Noch nie war ein kinderfreies Leben eine so reale Alternative. Angesichts so vieler Möglichkeiten ist Frauen diese Entscheidung noch nie so schwer gefallen wie heute."
Eine repräsentative Studie, die das Deutsche Jugendinstitut in München im Auftrag der Zeitschrift Brigitte erarbeitete, beschreibt die Lebensplanung von Paaren im Alter von 18 bis 33 Jahren und offenbart die Widersprüche, die geplante oder tatsächliche Elternschaft heute kennzeichnen: Mehr als 70 Prozent der Paare erklärten, Beruf und Karriere seien zwar wichtig, aber Sinn, Glück und Verankerung erhielte ihr Leben letztlich nur durch eigene Kinder. Gleichzeitig waren nahezu alle Befragten davon überzeugt, daß Menschen ohne Kinder ein schöneres, leichteres, besseres Leben haben.
Typisch für die begeisterte Einschätzung des Elterndaseins erscheint das Resümee eines strapazierten Dreifachvaters: _____" Wir sind mit einem Ehepaar befreundet, beide Mitte " _____" vierzig, das keine Kinder hat, weil es keine wollte. Und " _____" wenn wir von einem Besuch bei denen zurückkommen, dann " _____" nehmen wir die Anstrengung, Eltern zu sein, wieder ganz " _____" leicht. Weil wir sehen, was das von einem bestimmten " _____" Alter an für ein zielloses Dahinleben wird, ohne Kind, " _____" wie soll ich sagen, ja, so ein leeres Leben. "
Über eine andere - ebenso alltägliche - Variante berichtet die Tontechnikerin Patrizia, 28, Mutter einer zweijährigen Tochter. _____" Tag für Tag muß generalstabsmäßig durchgeplant " _____" werden, und wenn da ein Rädchen nicht funktioniert, rums, " _____" ist man völlig aufgeschmissen. Wenn morgen früh meine " _____" Tagesmutter anruft und sagt, sie liegt mit 40 Grad Fieber " _____" im Bett, ich kann die Kleine nicht bringen, dann bin ich " _____" wie gelähmt. Dann steh'' ich da und weiß nicht, was mach'' " _____" ich bloß? Und meine Mutter sagt, was ihr euch immer " _____" antut, ihr jungen Frauen, das ist ja schrecklich, ihr " _____" macht euch doch total kaputt, dann denk'' ich, mein Gott, " _____" sie hat ja recht. "
Nur 11 Prozent der befragten Frauen und 20 Prozent der Männer wollten definitiv keine Kinder. Doch eine weit größere Gruppe, ergab die Münchner Studie, neigt dazu, die Erfüllung des Kinderwunsches aufzuschieben. Vor allem Männer diskutieren über den optimalen Zeitpunkt so lange, bis sich das Thema für ihre Partnerinnen erledigt hat.
Was macht den Kinderwunsch so zwiespältig, so emotionsgeladen? Was macht Kinderhaben so schwierig?
Kinderkriegen konkurriert, wie es scheint, mit einem weitverbreiteten Egoismus, dem Zeitgeistgebot, sich selbst zu verwirklichen, mobil und unabhängig zu sein. Die Paradoxien, die Elternschaft heute kennzeichnen, resümiert die Münchner Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim, "sind kein Natur-, sondern ein Gesellschaftsereignis".
Als ausgesprochen kinderfeindlich erweist sich, wie Industrialisierung und Verstädterung die westlichen Industrieländer verändert haben: Großfamilien existieren nicht mehr, Frauen beanspruchen für sich ebenso wie Männer ins feindliche Leben hinauszugehen, um Geld zu verdienen, Großeltern fallen meistens als abrufbereite Babysitter aus, entweder weil sie wenig Lust dazu verspüren oder weil sie zu weit weg wohnen.
Berufstätige Eltern erleben die Nöte, weder den Kindern noch dem Beruf gerecht zu werden, oft als individuelles Versagen. In Wahrheit ist aber das historische Familienmodell gescheitert, welches lediglich die Berufslaufbahn des Vaters mit der lebenslangen Hausfrauen- und Mutterexistenz verzahnte. Zukünftigen Generationen wird dagegen das Dauerkunststück abverlangt _(* Susan Lang: "Wir Frauen ohne Kinder". ) _(Eichborn Verlag, Frankfurt; 352 Seiten; ) _(29,80 Mark. ) werden, Beruf und Kinderaufzucht zu verbinden - eine Folge der wachsenden Gleichberechtigung.
Noch in den achtziger Jahren hatte der Zeitgeistautor Matthias Horx allerorts den neuen Typus des "Nego" gesichtet und gefeiert: Diesem "netten Egoisten", schrieb Horx, gehöre die Zukunft, weil er konsequent auf Nachwuchs verzichte, um im Dienst ultimativer Selbstverherrlichung ungehemmt 14 Stunden arbeiten zu können.
Wissenschaftler bezweifeln diese pubertäre Prognose. Längst konstatieren sie seelische Einbrüche in der emotionsarmen Welt der Aufstiegsorientierten. So glaubt der Sozialhistoriker John Demos, das 20. Jahrhundert habe den reichen Industriestaaten zuviel dumpfe Behaglichkeit beschert. "Viele von uns leben im Wohlstand, aber haben dabei ein Gefühl der Flachheit, ja sogar Leere, ein geringeres Gefühl der Bedrohung und gleichzeitig ein wachsendes Gefühl der Monotonie und Sinnlosigkeit."
Auch der Münchner Soziologe Ulrich Beck ist überzeugt, daß die Wahl, sich zwischen vielfältigen Lebensformen zu entscheiden, bei vielen Menschen nicht nur euphorische Freiheitsgefühle, sondern auch großes Unbehagen und Existenzängste auslöst: "Die Konstruktionen der Selbständigkeit werden zu Gitterstäben der Einsamkeit."
Wo das eigene Lebenskonzept hohl und brüchig scheint, wächst die Sehnsucht nach Kindern. "Die Beziehung zum Kind ist ein spezielles Glück, das mit nichts anderem zu vergleichen ist", glaubt die Psychologin Wlodarek-Küppers. Und die vom Kinderwunsch Beseelten glauben es auch.
Hauptkennzeichen und gleichzeitige Bedrohung dieser Verbindung zwischen Eltern und Kind: Sie ist unkündbar. Arbeitgeber, Freunde und Liebespartner wechseln, die eigene Biographie unterliegt Überraschungen - die Beziehung zum Kind aber bleibt. Darin liegt nach Ansicht von Beck-Gernsheim, "eine Verheißung von Dauer und Beständigkeit, das Versprechen eines Fixpunkts, der der eigenen Existenz Schwere und Tiefe verleiht".
Das klang vor nicht langer Zeit noch ganz anders, vor allem bei Frauen. In den sechziger Jahren galt Kinderlosigkeit als höchste Stufe der Befreiung, getreu dem Slogan von Simone de Beauvoir: "Mutterschaft ist eine böse Falle." Drastischer formulierte es die amerikanische Feministin Shulamith Firestone, die Mutterschaft als einen "Zustand äußersten psychischen und sozialen Niedergangs, totaler Selbstverleugnung und physischer Zerrüttung" geißelte.
Auch die deutsche Frauenbewegung propagierte im Gefolge von ''68 die Kinderlosigkeit. Und noch Jahrzehnte später erlebte die Hamburger Autorin Regula Venske, 37, die geballte Verachtung feministischer Freundinnen, als sie 1988 im dritten Monat schwanger war: "Das ist doch bloß ein Zellklumpatsch", bekam sie zu hören oder auch: "Als ob es nicht schon genug Menschen gibt, die die Luft verpesten".
Venske verabschiedete sich ungerührt von diesen Freundinnen, ebenso von der Lebensfeindlichkeit der Intellektuellen, "für die ja die Niederungen des Alltags häufig verachtenswert sind". Die beiden ersten Jahre mit Pampers, Sohn Thorleif und Mann inspirierten sie zu dem Szenekrimi "Schief gewickelt", was nur möglich war, weil sie das Kind bereits nach vier Monaten stundenweise in Pflege gab - eine Unbekümmertheit, die vielen frisch entbundenen Müttern undenkbar erscheint.
"Diesen Streß der Mütter, diese Unfähigkeit, loszulassen", sagt Venske entschieden, "diese hausgemachte Opfernummer, das wollte ich von Anfang an nicht mitmachen."
Venske hält ihren Kinderwunsch im nachhinein für spontan und irrational: "Es war ein erotischer Wunsch, den ich nur bei diesem Mann hatte." Beide, Mann und Kind, empfindet sie bis heute als "großes Glück" - für manche feministisch eingefärbte Freundin schwer zu verkraften.
Ähnlich prächtig lief es bei Angela Kandt, 40, seit eineinhalb Jahren Mutter. Wenn man bedenke, wie aufreibend und nervig das Leben mit Kleinkindern bei anderen sei, "geht es uns einfach unverschämt gut", sagt sie. Die unkomplizierte Schwangerschaft trotz ihres Alters, der fürsorgliche, begeisterte Vater, der neue Job nach knapp zweijähriger Unterbrechung - "alles ist mühelos und gut gelaufen und mein Leben durch dieses Kind sehr viel schöner geworden".
Von Glück, tiefer Erfüllung und Herzensbindung ist viel die Rede bei den neuen, oft etwas älteren Eltern. Kinder hatten im Lauf der Geschichte verschiedene Funktionen, aber ihre Rolle als Glücksgaranten und Sinnstifter ist neu. In der vorindustriellen Gesellschaft wurden Kinder nicht romantisch umsäuselt, man bekam sie aus praktischen, ökonomischen Gründen: Sie waren nützlich und notwendig als billige Arbeitskräfte in Haus und Hof, zur Alterssicherung der Eltern, zur Vererbung von Besitz und Namen.
In den vierziger und fünfziger Jahren gehörten sie noch ganz selbstverständlich dazu, die lieben Kleinen. Man produzierte sie, ohne groß darüber nachzudenken, nicht selten drei, vier oder gar fünf hintereinander, und kam sich dabei nicht asozial vor. Die Trapp-Familie mit ihren zehn Kindern war Symbol eines erfüllten Lebens.
Kinderreiche marschierten noch in den Sechzigern unbekümmert ins Restaurant, denn da saßen ja ihresgleichen; die sinnlos mahnenden Eltern belächelten sich gegenseitig nachsichtig, hauten allerdings auch schnell mal zu, wenn ihre Sprößlinge nach Spaghetti, Pommes oder Limo kreischten, das Tischtuch mit Lambrusco bemalten oder fremden Menschen kleine Nudelhäufchen an den Tisch brachten.
"Man wurschtelte sich mit der Erziehung so durch", erklärt heute ein Vater, 65, dessen vier Kinder inzwischen erwachsen sind. Er erinnert sich noch, wie er mit seiner Frau nach einem Kinobesuch nach Hause kam und die Winzlinge (der Babysitter saß vor dem Fernseher) es sich leise im ehelichen Schlafzimmer gemütlich gemacht hatten: Die Buben hatten in eine kunstvoll geschnitzte Bettleiste am Fußende gepinkelt und darin Schiffchen schwimmen lassen. Der Schaden war leicht zu beheben und löste Erheiterung aus. In anderen Fällen setzte es Ohrfeigen, "ohne große Gewissensbisse", wie der Pensionär freimütig einräumt, der sich mitunter fragt, wie seine Enkel das Übermaß an elterlicher Liebe überstehen.
Was der Großvater als übertrieben empfindet, ist inzwischen Normalität. Die intensive Fürsorge, die gelegentlich in eine Art Zuwendungsterror ausartet, scheint mit der geringen Zahl von Nachkommen zusammenzuhängen. Von den Ehepaaren, die sich kurz nach der Jahrhundertwende _(* Aus Detlef Kersten: "Jutta, ist das ) _(Kind im Bett?". Lappan-Verlag. ) zusammentaten, hatte fast jedes zweite noch vier oder mehr Kinder, in den zwanziger Jahren waren es nur noch 20 Prozent. Inzwischen ist der Anteil der kinderreichen Familien unter 5 Prozent gesunken.
Gegenwärtig beträgt die durchschnittliche Kinderzahl pro Paar in Deutschland etwa 1,3 - mit langfristig fallender Tendenz. Da in den nächsten Jahren die geburtenschwachen Jahrgänge in das Familiengründungsalter kommen, rechnen Bevölkerungswissenschaftler mit einer rapiden Verstärkung dieses Trends.
Verändert hat sich auch die Einstellung der Eltern. Sie legen sich Nachwuchs nicht mehr aus sozialer Verpflichtung zu, sondern weil er ihnen psychologisch nützt. Kinder zu haben, so der Berliner Soziologe Rainer Münz, sei "eingestandenermaßen eine Lebensform, in der Eigeninteressen verfolgt werden" - die Fortsetzung des Egoismus durch Fortpflanzung.
Erziehung ist ein Tauschgeschäft geworden, glaubt auch der Frankfurter Jugendforscher Jörg Bopp. Söhne und Töchter sollen ihren Eltern dazu verhelfen, "ihr eigenes Ich-Ideal von Spontaneität, Sinnlichkeit, Unbefangheit und Kreativität zu erreichen".
Tatsächlich waren Erwachsene, zur Bedeutung von Kindern befragt, immer wieder begeistert von deren "Natürlichkeit" - in einer sonst gleichförmigen, technisierten Umgebung, die den Menschen permanent mit Forderungen nach vernünftigem Verhalten triezt, mit Geboten von Konkurrenz und Karriere, Tempo und Disziplin. Kinder wirken anarchisch, spontan, lebensfroh, und das macht ihre Verheißung aus. Beck-Gernsheim: "Eine neue ,Sensibilisierung'' greift um sich, ins Bewußtsein rückt die allen abverlangte innere Verhärtung und Verkrustung, die als Endprodukt die allseits reduzierte Persönlichkeit schafft."
Philosophische Streiter für das Kinderglück wie Dieter Thomä beschwören gern die Wiederentdeckung jener Fähigkeiten, die von der technisch-wissenschaftlichen Zivilisation verschüttet worden seien und mit den lieben Kleinen wiederentdeckt werden könnten: Neben Fürsorglichkeit, Einfühlungsvermögen, Zärtlichkeit, Offenheit und Nähe sollen das auch Gelassenheit und Geduld sein.
Der pubertierende Sohn Moritz, Sohn des Hamburger Lehrer-Ehepaares Berger, stellte seine Eltern letzten Sommer während ihrer Urlaubsreise an den Gardasee auf eine harte Probe. Denn wie sollten sie gelassen bleiben als der bockbeinige Junge beschloß, auf der Zwischenstation Kassel den Gang zur Documenta zu verweigern. Als das Paar von der Kunsttour zurückkam, sah es den Sohn vor dem Hotel auf der Straße lagern. Er finde das bequemer, verkündete Moritz.
Überhaupt, wie hatte sich der Knabe, der eben noch ein lieber Konfirmand gewesen war, verändert: Seine Turnschuhe glichen Lappen und waren mit Kugelschreiber bemalt. In seine Hosen hatte er Löcher geschnitten, noch tragbare T-Shirts zu Stoffstreifen verarbeitet, die er sich - allerdings malerisch - um Arme, Beine und Kopf geschlungen hatte.
Ging die Familie im Italien-Hotel zum Abendessen, stand den Eltern eine weitere harte Prüfung bevor: Der Knabe tapste barfuß in den Saal, fiel krachend auf den Stuhl, ließ sich seine Haare, inzwischen hellrot gefärbt, ins Gesicht fallen. Vergeblich bemühten sich die Eltern, gegen den Haarvorhang ansprechend, dem Sohn zum Hauptgang eine Entscheidung zwischen Fisch oder Fleisch abzuringen.
Sicher, der Vater weiß, daß Pubertät eine wichtige Phase im Heranreifen des Menschen ist, in der Söhne und Töchter elterliche Toleranz und zugleich Hilfe zur Orientierung brauchen. Aber Herr Berger erwischte sich doch ziemlich oft bei dem Gedanken, warum er eigentlich das viele Geld für den von Sohn Moritz nur mürrisch ertragenen Hotelaufenthalt berappte. Heimlich beschloß er, dies sei das letzte Mal gewesen, daß seine Frau und er mit Moritz Urlaub gemacht hätten.
Aber traurig war er doch. Denn die Tradition gebietet, daß die Familienbande eng zu sein haben. Bis heute verbinden sich mit einem Kind Vorstellungen vom "echten Menschen", von einer "wahrhaftigen Beziehung", von "reiner Liebe" - das sind Begriffe, zu denen sich Eltern und potentielle Eltern mit ergriffener Stimme versteigen.
Nüchterner klingt das Plädoyer, das der Münchner Autor Josef von Westphalen für Kinder verfaßte: _____" Kinder verhindern mit ihren Forderungen ernsthafte " _____" Gespräche, die nie ein Ergebnis gebracht hätten, sowie " _____" Seitensprünge ihrer Eltern, die nur wieder zu ernsthaften " _____" Gesprächen führen würden. Sie sind laut, zerstörerisch " _____" und unordentlich und sorgen so für die Demontage der " _____" preußischen Begriffe von Ruhe und Ordnung, wofür ihnen " _____" höchster Dank gebührt. Sie kreischen in Schlössern und " _____" Museen und stören beflissene Kulturtouristen bei ihrer " _____" stillen Zwiesprache mit der Kunst. Sie sind voller Leben " _____" und weisen uns dennoch unsanft auf die Vergänglichkeit " _____" hin. Was will man mehr, kein Philosoph bringt das fertig. "
Westphalens Kollege Axel Hacke nimmt dagegen von den wunderlichen Kinderlosen an, daß sie am Wochenende lange schlafen "und später am Tage sieht man, wie sie ihre Mountainbikes aufs Auto laden und zu einsamen Radtouren in die Berge aufbrechen, und sie wohnen in Altbauwohnungen mit ganz viel Ambiente, weil sie eine Menge Geld haben, denn von ihrem Gehalt müssen ja nur sie allein leben, und wenn sie Lust haben, tragen sie zwei Armani-Sakkos übereinander und essen pochierte Ameiseneier, und wird es dunkel, stellen sie die Musik ganz laut, um ihre eigenen Seufzer nicht zu hören."
Bei vielen Menschen sind es politische und ökologische Gründe, derentwegen sie auf Nachwuchs verzichten - kinderlos aus Verantwortung. "Stop making kids!" lautet der Wahlspruch des 32jährigen Grafikers Thomas. Er ist der Ansicht, daß die Anhäufung immer neuer Menschenmassen "das absolut zentrale Problem unseres Planeten darstellt". Wer in diese Welt noch Kinder pflanze, demonstriere auf eindrucksvolle Weise seine Rücksichtslosigkeit gegen die Erkenntnis, was für die Gattung Mensch von Nutzen wäre.
Frauen mit dicken Bäuchen provozieren den willentlich Kinderlosen, stolze Väter machen ihn wütend. Sie sind in seinen Augen "totale Ignoranten", die selbstherrlich Gott spielten und Existenzen auf den Plan riefen, die "niemand danach fragt, ob sie denn für 60 bis 80 Jahre den Anfordernissen der menschlichen Existenz genügen möchten". Kinder hält Thomas für einen Ausdruck immenser Einfallslosigkeit, Resultat von Langeweile und Planlosigkeit. "Ich werde meine Gene jedenfalls nicht noch mal auf die Reise in eine ungewisse Zukunft schicken. Ruhe sollen sie haben, meine Erbanlagen."
Wer auf Nachkommen verzichtet, muß auch auf Vorwürfe gefaßt sein: "Du machst es dir einfach. Du willst nur das Geld verdienen. Du willst es für dich allein ausgeben", bekommt die Kauffrau Eva, 36, regelmäßig zu hören, wenn sie erklärt, sie wolle keine Kinder. Geradezu absurd sind die Rechenschaftsberichte, die Verwandte und Freunde fordern, wenn sie wittern, andere legten Wert auf Geld, Zeit und Ruhe, statt sich für Nachwuchs aufzuopfern. Kinderlose tanzen aus der Reihe und lösen damit Neid auf das vermeintlich freiere Leben aus.
Denn der zunächst ersehnte Kindersegen kann, ist er erst eingetreten, auch zum Fluch werden. Unvorbereitet trifft die meisten Paare die plötzliche, anhaltende Schlaflosigkeit, die mit Elternschaft einhergeht. Monatelang drei-, vier-, fünfmal die Nacht aufstehen - darauf kann man sich nicht seelisch vorher einstimmen.
"Da hockte ich plötzlich auf der Bettkannte und hab'' nur noch geheult", beschreibt die Berlinerin Barbara Klaue ihre chronische Erschöpfung nach der Geburt. Zusätzlich quälten sie _(* Gemälde von Karl Degas, dem Älteren ) _((1794 bis 1854): Selbstbildnis des ) _(zeichnenden Künstlers (M.) mit ) _(Geschwistern und Eltern. ) noch andere Empfindungen: Zwar hatte sie nach der Hochzeit unbedingt ein Kind gewollt ("Det war keene Frage, man muß einmal Mutter sein im Leben"); ihr Mann war einverstanden, und mit 26 Jahren wurde sie schwanger.
Doch statt Vorfreude stellte sich Panik ein: Die Bankkauffrau sah ihr Leben zwischen Babywindeln und Kochtopf zusammenschnurren und verbrachte 14 Tage mit langen Weinkrämpfen. Danach wurde sie zur Erleichterung ihres Mannes wieder leidlich vernünftig, aber die Freude ließ weiter auf sich warten - die werdende Mutter schämte sich: "Ich dachte, mit mir stimmt was nicht." Das schlechte Gewissen nahm zu, als die junge Frau ihr Baby bekommen hatte: "Da war kein Supermutterglücksgefühl, da war einfach nischt."
Die Angst, als Mutter zu versagen, gleichzeitig Ärger über das Ende der Berufstätigkeit und das plötzliche einsame Rumsitzen daheim, begleiteten das erste Jahr. "Ich war nur noch Mama Barbara, sonst nichts. Das Kind nervte mich. Det sollte nu die totale Erfüllung sein? Immer nur Aufopferung? Und ich hab'' immer so bei mir gedacht: Wat biste nur für ''ne Mutter?"
Inzwischen ist Sebastian fünf Jahre alt, seine Mutter arbeitet wieder halbtags und empfindet das aufgeweckte, fröhliche Kind als "Riesengewinn". Aber sie bleibt dabei: Die Veränderungen, die Sebastians Ankunft auslöste, kamen einer Revolution gleich:
Reisen, Kino- und Theaterbesuche wurden drastisch eingeschränkt, vieles funktionierte nur noch über hektische Improvisationen, und alles mögliche ging schief. Zur Entschädigung gab''s anfangs nur zarte Penatendüfte. Gewöhnungsbedürftig war auch die Gefühlsbindung: "Das Kind ist einfach immer da, auch wenn es mal weg ist. Ich bin nie mehr allein in meinem Kopf." Ihr Mann Roger nickt ergeben; er registriert vor allem die finanziellen Einschränkungen und meint deshalb: "Ein Kind ist genug."
Auffallend fanden die Soziologen vom Deutschen Jugendinstitut die Tendenz, die Kinderfrage zu vertagen, sich auf ein Kind zu beschränken oder den Wunsch schließlich ganz aufzugeben. In der Bundesrepublik hat bereits jedes dritte Erstgeborene eine Mutter über 30, pro Jahr bekommen rund 50 000 Frauen ihr erstes Baby, wenn sie ihren 35. Geburtstag schon gefeiert haben.
Wo ein so starker und eindeutig geäußerter Wunsch nach Kindern nicht erfüllt werde, folgerten die Forscher, müßten außerordentliche Hindernisse sein. Sie hörten Klagen über die allgemein verbreitete Kinderfeindlichkeit im Land, über die Wohnungsnot junger Familien, die Trostlostigkeit moderner Städte als Spielkulisse für Kinder, die Tatsache, daß in keinem Land der Welt so viele Kinder zu Opfern im Straßenverkehr werden - all das spielt eine Rolle. Aber entscheidend bleibt, den verflixten Kinderwunsch mit dem Beruf unter einen Hut zu kriegen.
"Ich bin heute eine radikale Kinderverweigerin. Ich sehe jede Menge Familien um mich herum und keine einzige, wo es wirklich gut läuft", erklärt eine 37jährige Sekretärin. Daß es nicht gut läuft, hat viele Gründe. Mit dem "Ja" zum Kind knickt meistens die weibliche Karrierekurve ab. 76 Prozent der Hausfrauen zwischen 18 und 33, die sich eine Rückkehr in den Beruf wünschen, sind zuversichtlich, daß ihnen dieser Schritt auch noch nach Jahren gelingt. Eine Illusion: Schon nach nur fünfjähriger Familienpause wird es mit dem geplanten Comeback kritisch.
73 Prozent aller bundesdeutschen Mütter in West und Ost meinen, daß es mehr Kinder gäbe, wenn die Betreuung besser organisiert wäre. Einen der begehrten Kindergartenplätze zu ergattern, "das ist wie ein Lottogewinn", sagt Juliane Winterfeld, 30, Mutter von drei Kindern. Die Düsseldorferin sieht sich als "Familienorganizer", ständig damit beschäftigt, den Tagesablauf für ihre Winzlinge durchzuplanen.
Sie arbeitet hart, mit körperlichem Einsatz, die einzige Anerkennung ist das Gedeihen der Kinder. Die Frau und ihr Mann gewöhnten sich bald ab, auf jedes Kindergeheul mit Schuldgefühlen zu reagieren. Doch die beiden merkten, wie ihre Erotik litt, was sie erfinderisch machte: "Wir verbinden jetzt häufiger das Praktische mit dem Schönen. Zum Beispiel machen wir es jetzt manchmal beim Duschen."
Kinder zu bekommen, da ist sich das Ehepaar einig, sei absolut unvernünftig. "Alle Gründe, die dafür sprechen, liegen auf emotionaler und ideeller Ebene." Einem Menschen Geschichte geben, prägend zu sein und Erinnerungen zu schaffen, das sei eine Verantwortung, aber eben auch "eine tolle Erfahrung". Paare ohne Kinder, deren Tiefpunkte sehe man vor allem an Weihnachten: "Das wirkt alles so grau, so stumpf, so traurig. Wie ein vorgezogenes Rentnerdasein."
Manchmal, wenn die resolute Mutter von einer Freundin hört, daß die schwanger ist und die kühnsten Pläne mit ihrem Mann entwickelt, waghalsige Entwürfe, wie "easy und super" alles laufen könnte, dann grinst sie süffisant und denkt bei sich: "Abwarten, ihr Klugscheißer."
Was für und was gegen Nachwuchs spricht, beobachten Paare bei anderen Paaren - und schnell kann neidvolle Bewunderung der Ernüchterung weichen: Da soll man sich dauernd für knubbelige, lärmende Rotznasen begeistern, die von ihren stolzen Eltern mit Fotoapparaten und Videokameras verfolgt werden; Freundinnen verwandeln sich in abgehetzte Geschöpfe, die außer dem Wohl und Weh ihrer Sprößlinge kein anderes Thema mehr kennen.
Die kinderlose Münchner Autorin Renate Just hat das Für und Wider gegeneinander abgewogen. In einem Brief an eine ebenfalls kinderlose Freundin setzt sie sich mit dem unerfüllten Traum vom Baby auseinander. _____" Wir machen uns wohl nichts darüber vor, was uns als " _____" Kinderlosen alles entgeht: ein wärmendes, sehr " _____" selbstverständliches, sehr menschliches Glück. Ein " _____" Zugehörigkeits- und Aufgehobenheitsgefühl, eine fast " _____" automatisch fraglose Sinngebung, der uns zuweilen doch " _____" recht unklar und unstimmig vorkommenden eigenen Existenz. " _____" Und es entgeht uns mutmaßlich auch ganz einfach sehr viel " _____" Spaß. "
Ob kinderlos froh, unglücklich mit Nachwuchs oder jeweils umgekehrt - fast allen Fallschilderungen ist eins gemeinsam: Zeugung und Großziehen haben alle Selbstverständlichkeit verloren. Kinder werden als Produkte angesehen, sorgfältig zu planende, hartnäckig zu optimierende. Immer weniger Menschen können sich vorstellen, daß Kinder eigene Wesen sind, die auf eigenen Bahnen nach eigenen Zielen streben.
Göttergleich möchten Paare in die Zukunft ihrer Kinder schauen, sie bewerten und erst dann entscheiden, ob das zu erwartende Leben gut genug oder zu schlecht für das als vollkommen gedachte Kind wäre. Solche Weigerung, ein Kind zu zeugen, klingt rational. In Wahrheit beruht sie auf der anmaßenden Annahme, es gäbe eine planbare ideale Existenz.
Und hinter vielen Überlegungen verbirgt sich die uneingestandene Angst, sich wegen eines Kindes einschränken zu müssen. Besonders Männer - aber auch manche Frauen - wollen am liebsten ein Leben lang im Laufstall narzißtischer Infantilität bleiben und blockieren unbewußt den Kinderwunsch der Frauen, bis deren Empfängnisuhr abgelaufen ist. Kinderlosigkeit durch kindisches Verhalten.
Besserung ist, immerhin, möglich - durch Irrationalität. Resümee eines bekehrten Vaters: "Ja, warum eigentlich Kinder? Sind Hunde nicht folgsamer, Katzen anschmiegsamer, Kanarienvögel fröhlicher, Hamster possierlicher, Tanzmäuse beweglicher, Schildkröten leiser, Meerschweinchen billiger? Klar. Und deshalb liebe ich meine Tochter und meinen Sohn."
** Dieter Thomä: "Eltern". Verlag C. H. Beck, München; 214 Seiten; 34 Mark. * Aus Detlef Kersten: "Hilde - dein Kind tropft!". Lappan-Verlag. * Susan Lang: "Wir Frauen ohne Kinder". Eichborn Verlag, Frankfurt; 352 Seiten; 29,80 Mark. * Aus Detlef Kersten: "Jutta, ist das Kind im Bett?". Lappan-Verlag. * Gemälde von Karl Degas, dem Älteren (1794 bis 1854): Selbstbildnis des zeichnenden Künstlers (M.) mit Geschwistern und Eltern.

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