05.07.1993

Der Kanzler hilft

Bundeskanzler Helmut Kohl startet einen neuen Versuch, seinen Wirtschaftsberater Johannes Ludewig vom Ministerialdirektor zum Staatssekretär zu befördern. Der erste Anlauf im Herbst vorigen Jahres war am Widerstand des liberalen Koalitionspartners gescheitert. Hans-Dietrich Genscher und der damalige Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann wollten dem FDP-geführten Ökonomie-Ressort keine hochrangige Konkurrenz im Kanzleramt erwachsen lassen. Sie drohten intern an, die nötige Planstelle im Haushaltsausschuß zu verweigern. Kohl hat sich einen Trick überlegt: Noch in diesem Jahr soll Helmut Scholz seinen Job als Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium aufgeben. Die Stelle darf dann, ohne Zustimmung des Haushaltsausschusses, vom Agrarressort ins Kanzleramt übertragen und dort mit Ludewig besetzt werden. Von der neuen FDP-Führung um Außenminister Klaus Kinkel und Fraktionschef Hermann Otto Solms müsse Kohl, so ein FDP-Präsidiumsmitglied, kaum Widerstand befürchten. Ludewig gilt allerdings im Kanzleramt schon jetzt als überfordert. So muß ein früherer Staatssekretär reaktiviert werden, um die Milliarden-Transfers an osteuropäische Staaten künftig zu koordinieren. Der vom neuen Bauern-Minister Ende Januar in den Ruhestand versetzte Walter Kittel soll die komplizierte Aufgabe von Ludewig übernehmen.

DER SPIEGEL 27/1993
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