05.07.1993

LafontaineFalschmünzer am Werk

Massive Kritik an der Wirtschaftspolitik des saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine üben Saarbrücker Wissenschaftler. In der neuesten Ausgabe der eher linksorientierten Zeitschrift Saarbrücker Hefte, die von der SPD geführten Stadt Saarbrücken finanziell unterstützt wird, werfen die Soziologen Josef Reindl und Hans Günter Grewer dem Finanz- und Wirtschaftsexperten der Bundes-SPD industriepolitisches Versagen vor. Im Saarland (Arbeitslosenquote: 7,6 Prozent) seien "Falschmünzer am Werk", die "das Wort vom symbolischen Gehalt der Politik als Ersetzung von Politik durch Symbole verstanden haben". In Lafontaine sehen die Kritiker "weniger den charismatischen und ideenreichen Politiker", sondern "vielmehr einen begnadeten Gag-Produzenten und Selbstdarsteller". Das "Kartell der Traumtänzer" schwelge in unerfüllten Ansiedlungserwartungen und offenbare damit ein "ausgeprägtes Wunschdenken und mangelnden Realitätssinn". Auch am Saarstahl-Konkurs trage die Landesregierung Mitverantwortung: Ihren Anteil (27,5 Prozent) habe sie "nicht im entferntesten genutzt, unternehmenspolitisch mitzureden".

DER SPIEGEL 27/1993
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 27/1993
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Lafontaine:
Falschmünzer am Werk

  • Im Autopilot-Modus: Tesla-Fahrer schläft hinter dem Steuer ein
  • Brände im Amazonas: Bolsonaro kündigt Strafen für Brandrodungen an
  • Vor G7-Gipfel in Biarritz: "Die Stadt ist zu einer Festung geworden"
  • Johnson bei Macron: Einfach mal die Füße hochlegen?