05.07.1993

Alt-Manager für den Osten

Etliche westdeutsche Unternehmen haben nun doch noch ihr Herz für die neuen Bundesländer entdeckt: Sie schieben überflüssige Manager in den Osten ab. Seit gut zwei Jahren gibt es ein Programm des Wirtschaftsministeriums, mit dem Manager der mittleren Ebene zur Aufbauhilfe in den Osten gelockt werden sollen. 50 Prozent des Gehalts mußte zunächst der bisherige Arbeitgeber tragen, 20 Prozent das Ostunternehmen, 30 Prozent übernahm der Bund. Beabsichtigt war, jüngeren Managern die Chance zur Bewährung an einer schwierigen Aufgabe zu geben. In zwei Jahren wurden aber nur etwa 20 meist ältere Fachleute vermittelt, die Hälfte davon Pensionäre. Erst als der Staat im April seinen Kostenanteil auf 50 Prozent erhöhte und den der Westfirmen auf 30 Prozent absenkte, stieg die Zahl der Bewerber sprunghaft an. Die Westfirmen erkannten die Chance, die in der Rezession überbesetzten Führungskader der zweiten und dritten Ebene mit Staatshilfe auszudünnen. Die angebotenen Manager sind zumeist gesetzten Alters. Nach dem Job in den neuen Ländern werden sie in den Ruhestand übergehen.

DER SPIEGEL 27/1993
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