05.07.1993

Zinskompromiß im Zentralbankrat

Nur mit Mühe einigte sich der Zentralbankrat der Bundesbank am vergangenen Donnerstag darauf, den Diskontsatz um einen halben und den Lombardsatz um einen viertel Prozentpunkt zu senken. Die Mehrzahl der 16 Ratsmitglieder, angeführt von Chefvolkswirt Otmar Issing, hatte gefordert, die Leitsätze wegen der miserablen Konjunkturlage doppelt so stark zu senken. Der künftige Präsident und heutige Vize Hans Tietmeyer unterstützte Issing, indem er mehrmals auf Zinssenkungen im Ausland verwies. Noch-Präsident Helmut Schlesinger blieb hart, weil ihm die Inflationsrate im Mai mit 4,2 Prozent immer noch zu hoch war und die Mark in den vergangenen Wochen gegenüber dem Dollar und den europäischen Währungen an Wert verlor. Daher senkten die Bundesbanker den Lombardsatz nur gering. Diesen Kompromiß lehnten am Ende nur noch zwei Landeszentralbank-Präsidenten ab.

DER SPIEGEL 27/1993
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