05.07.1993

Serbisches Mutterkreuz

Einen Orden namens "Majka Jugovica" soll künftig jede serbische Mutter erhalten, die in der überwiegend von Albanern bewohnten Provinz Kosovo zumindest vier Kindern das Leben schenkt. Die serbisch-orthodoxe Kirche will damit serbische Fruchtbarkeit gegen die Gebärfreudigkeit der Kosovo-Albaner prämieren. Sie eifert wenig rühmlichen Vorbildern nach: Die Nationalsozialisten hatten deutsche Frauen mit Mutterkreuzen in Bronze (ab vier Kindern), Silber (ab sechs) und Gold (ab acht Sprößlingen) belohnt. Bei Stalin mußte eine Sowjetmutter fünf Kinder haben, um eine Medaille zu erringen, für sieben gab es einen Orden und ab zehn Nachkommen den Titel "Mutterheldin". Einen makabren Beigeschmack bekommt das serbische Ehrenkreuz durch seinen Namen: Mutter Jugovica, so die Legende, hat in der Schlacht auf dem Amselfeld im Jahr 1389 neun Söhne verloren.

DER SPIEGEL 27/1993
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