05.07.1993

Karnickel am Wickel

Ohne Totschlag kein Thrill, klarer Fall. Im neuen Action-Film mit "Rambo" Sylvester Stallone, "Cliffhanger" (demnächst im deutschen Kino), geht der Sensenmann um. Weil das Epos im Hochgebirge spielt, können Menschen in die Tiefe stürzen, aber auch, in einer Tropfsteinhöhle, durch rambomäßigen Druck von unten auf einen (herabhängenden) Stalaktiten aufgespießt werden. Dies und das allfällige Umnieten nahm das amerikanische "Preview"-(Test-) Publikum von "Cliffhanger" freudig hin; ein Aufschrei des Entsetzens erhob sich jedoch, als ein völlig unmenschliches Wesen, ein Karnickel, im Laufe einer Ballerei zu Tode kommt. Resultat des Protestes: Die unmenschliche Szene wurde getilgt, der Löffelmann hoppelt, in einer nachgedrehten Passage, ins Happy-End. So zartsinnig ist der Mensch geworden: Bei der Wagenrennen-Sequenz der ersten "Ben Hur"-Verfilmung (1925) starben noch, ohne Aufschrei, 150 Pferde.

DER SPIEGEL 27/1993
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