05.07.1993

Gläserner Chip mißt Umweltschäden

Einen Glassensor, mit dessen Hilfe Umwelteinflüsse gemessen werden können, haben Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg entwickelt. Auf dem rund einen Millimeter dicken und vier Quadratzentimeter großen Glasscheibchen aus Kalk-Kalisilicat kann, etwa an mittelalterlichen Kirchenfenstern, die Zukunft der wertvollen Glasmalereien direkt auf der Oberfläche des Scheibchens abgelesen werden - künftige Umweltschäden bilden sich auf dem sensiblen Sensorglas sozusagen im Zeitraffer ab. Damit bessern sich die Möglichkeiten, Schäden an den korrosionsanfälligen Glasmalereien durch geeignete Konservierung vorzubeugen. Jahrhundertelang waren die Fenster nur der Korrosion durch Regenwasser ausgesetzt; in den letzten Jahrzehnten jedoch haben Luftschadstoffe wie Ozon und Schwefeldioxid diesen Verfall beschleunigt: Die Fenster werden immer dünner, die Farbkonturen der Malereien verblassen. Dr. Dieter Fuchs, Leiter des Glasforscher-Teams, wurde für die neue Meßmethode mit dem Otto-Schott-Forschungspreis 1993 der Carl-Zeiss-Stiftung ausgezeichnet.

DER SPIEGEL 27/1993
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