05.07.1993

Todesurteil für die „Große Maschine“?

Dem größten Forschungsprojekt der Physik, dem in Texas in Bau befindlichen Teilchenbeschleuniger SSC ("Superconducting Supercollider"), droht ein vorzeitiges Ende. Mit der überwältigenden Mehrheit von 280 gegen 150 Stimmen haben die Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses die für das kommende Etatjahr eingeplanten 640 Millionen Dollar zur Weiterführung des Projekts nicht bewilligt. Rund 1,5 Milliarden Dollar für die ursprünglich mit 4,4 Milliarden veranschlagte und nun auf 11 Milliarden Dollar Endkosten geschätzte Maschine sind bereits ausgegeben worden; mehr als zwölf Kilometer des insgesamt 87 Kilometer messenden Tunnels für die Röhren des Beschleunigerkarussells sind gebohrt, vier gigantische Tunnelbohrmaschinen graben sich pro Woche weitere 1,6 Kilometer vor. Über das endgültige Schicksal des SSC, in dem dereinst Atomkerne mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen sollten, entscheidet nun noch der US-Senat. Doch auch in diesem Gremium ist die Zahl der Befürworter gegenüber dem vergangenen Jahr, als noch eine Zweidrittelmehrheit der Senatoren für den Beschleuniger stimmte, stark geschrumpft.

DER SPIEGEL 27/1993
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