19.07.1993

WohnungsbauIm Osten wird nicht gezählt

Bauministerin Irmgard Schwaetzer, FDP, muß eine politische Niederlage befürchten. Die Gebäude- und Wohnungszählung in den neuen Bundesländern - ursprünglich für diesen Herbst geplant, dann im Bundesrat auf 1995 verschoben - soll um weitere drei Jahre ausgesetzt werden. Bonn will dadurch 1994 bis 1996 insgesamt 4,1 Millionen Mark, verteilt auf drei gleiche Raten, sparen. Bis zur Jahrtausendwende wird es dann keine halbwegs brauchbaren Daten über die Wohnungsversorgung im Osten Deutschlands geben. Die DDR-Statistiken gelten als unzuverlässig, die offizielle Zahl von sieben Millionen Wohnungen ist nach Ansicht von Experten um mindestens zehn Prozent übertrieben: Zahlreiche Häuser sind so heruntergekommen, daß sie nicht mehr bewohnbar sind, aber gleichwohl in der Wohnungsstatistik geblieben sind. Ohne genaue Kenntnis des Wohnungsbestands jedoch, so Ministerin Schwaetzer, könne sie keine vernünftige Wohnungspolitik betreiben.

DER SPIEGEL 29/1993
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