19.07.1993

SteuerfluchtSchwarzgeld nach Dänemark

Nach massiven Beschwerden von Finanzminister Theo Waigel werben die deutschen Banken kaum noch für die steuersparende Geldanlage in Luxemburg, die einst oft aggressive Reklame für dieses Land ("Reisen bildet, z.B. Kapital") ist ganz verschwunden. Statt dessen verstärken Österreicher und vor allem Dänen ihre Anstrengungen, deutsches Schwarzgeld ins Land zu locken: Ausländer erhalten dort Zinsen und Dividenden ohne Steuerabzug. Besonders aktiv werben derzeit die dänische Sydbank und die Jyske Bank, vorwiegend in Norddeutschland. Vergangene Woche offerierte die Jyske Bank einer ausgewählten Kundschaft Gespräche mit "professionellen Anlageberatern": Ein "Reiseteam" der Bank zieht von August bis Dezember durch Deutschland, von Hamburg bis Köln, um Kapital einzusammeln. Für ein Musterdepot von 300 000 Mark, so die Dänen, würden sie nur Bankgebühren von 1938 Mark nehmen, während beispielsweise die Dresdner Bank in Luxemburg dafür 3550 Mark einstreicht.

DER SPIEGEL 29/1993
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