19.07.1993

AusstellungenDer Kircher im Dorf

Der Pater wäre entzückt: 343 Jahre nach Erscheinen seiner "Musurgia Universalis", einer barocken Schall-Philosophie zur Ehre Gottes, haben Künstler den Ruf Athanasius Kirchers erhört, der Brennspiegel auch für Echo-Experimente vorschlug. Besucher der Ausstellung "Licht mehr Luft", die von Sonntag an im niedersächsischen Gartow Licht- und Klangobjekte zeitgenössischer Künstler versammelt, können jetzt selbst prüfen, ob der römische Jesuit, China-Experte und Hieroglyphenkundler als Physiker recht behält: Zwei runde, rote, drei Meter hohe Parabolreflektoren, gebaut von der Berliner Künstlergruppe "EchoPark", sollen über eine verblüffende Distanz Geräusche zurückwerfen. Allen Besuchern, die sich nicht selbst zu schreien trauen, führen die Künstler am Abend des 7. August ihr Werk vor. Auf Dauer werden ihre roten Schüsseln jedoch nicht im Schloßpark bleiben: Kircher-Fan und Echo-Freund Umberto Eco möchte sie nächstes Jahr auch zu einer "Fundamenta" nach Mailand holen.

DER SPIEGEL 29/1993
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Der Kircher im Dorf

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