16.11.1992

Eigentum für Ostbürger

Mit einer großangelegten Entschuldungsaktion sollen Hunderttausende von Mietern in Ostdeutschland zu Wohnungseigentümern werden. Unter Regie der bundeseigenen Deutschen Kreditbank AG, so sieht ein Plan des Finanzministeriums vor, sollen die Häuser "vorrangig an die Mieter der Wohnungen" verkauft werden. Kann der Mieter nicht übernehmen, kommen andere "Bürger der jungen Bundesländer" zum Zuge. West-Spekulanten soll so das Profitieren vom "Umwandlungsmodell-Ost" erschwert werden. Da rund 51 Milliarden Mark an Altschulden auf den Wohnungsbaugesellschaften lasten, ist die Privatisierung und Sanierung der Ost-Häuser bisher nicht vorangekommen. Finanzminister Theo Waigel will mit seinem Vorstoß die zur DDR-Zeit gegründeten Mammut-Gesellschaften zerschlagen und die Bauwirtschaft stimulieren. Die Altkredite sollen laut Waigel-Papier zum Teil "später durch Privatisierungserlöse getilgt werden". Das Finanzministerium rechnet damit, daß die größte Entschuldungsaktion der deutschen Geschichte den Steuerzahler rund 40 Milliarden Mark kosten wird.

DER SPIEGEL 47/1992
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