16.11.1992

Der Hacker kommt nicht zum Zuge

Mit einer Klage beim Verwaltungsgericht will sich der ehemalige Hamburger Hacker Steffen Wernery gegen eine überaus merkwürdige Entscheidung der Telekom wehren. Vor gut einem Jahr hatte sich der technikbegeisterte Jungunternehmer bei der Telekom als Anbieter für ein neues Netz von privaten Telefon-Ansagediensten beworben. Wernery, Vorstandsmitglied im Hamburger Chaos-Computer-Club, wollte "alternative Ansagedienste" (etwa Ökotips und Informationsdienste für Computerbastler) unter der bundesweiten Vorwahl 0190 anbieten. Die dafür beantragten 30 Leitungen waren dem ehemaligen Hacker zunächst auch von der Telekom zugesagt worden. Jetzt haben es sich die Telekom-Manager plötzlich wieder anders überlegt. "Nachträglich", wurde Wernery nun beschieden, seien gegen seine Teilnahme am Betriebsversuch "schwere Bedenken" aufgekommen - "im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit beim Chaos-Computer-Club". Wernery vermutet nun eine "späte Rache" der Telekom für durch die Hacker erlittene Unbill. So hatte der Club 1984 beim Bildschirmtext-System BTX schwerwiegende Sicherheitsmängel aufgedeckt.

DER SPIEGEL 47/1992
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