16.11.1992

Clinton verärgert Major

Die britische Regierung sorgt sich um ihre traditionelle Sonderbeziehung zu den USA, die sie auch unter Präsident Bill Clinton als Gegengewicht zur EG pflegen will. Grund für den Unmut: Der Bush-Bezwinger will einen US-Friedensbeauftragten in die britische Unruheregion Nordirland entsenden. Während die Irische Republik die Initiative begrüßt, empört sich London über Clintons "Einseitigkeit". Mit Blick auf etwa 43 Millionen irischstämmige US-Bürger hat der neue Präsident den "willkürlichen Einsatz von tödlichen Waffen" durch britische Sicherheitskräfte gerügt. Er biete IRA-Terroristen Zuflucht an, habe aber deren Attentats- und Mordserien mit keinem Wort erwähnt, so der britische Vorwurf. Clinton will zum Schrecken Londons die bereits von 24 US-Staaten akzeptierten "MacBride-Prinzipien" für die gesamten USA übernehmen. Danach müssen US-Firmen Geschäfte mit nordirischen Unternehmen abbrechen, welche die katholische Minderheit diskriminieren. Premier John Major will Clinton schon beim ersten Treffen über den Terror in Ulster "aufklären", hat aber noch keinen Gesprächstermin.

DER SPIEGEL 47/1992
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