16.11.1992

Frühlingshoch für Hirn und Hoden

Ein Jahrzehnt mühten sich Forscher am Institut für Zoologie der Universität Tübingen, Antwort auf die Frage zu finden, ob denn die bei Singvögeln beobachtete, mit dem Auf und Ab des Geschlechtstriebs verbundene Veränderung des Gehirngewichts wohl auch für Säugetiere gelte. Nachdem 161 erwachsene männliche Frettchen im Alter zwischen 200 und 2180 Tagen für dieses Projekt ihr Leben hatten lassen müssen, haben die Tübinger ihre Erkenntnisse auf zwei Seiten der Zeitschrift Naturwissenschaften in englischer Sprache ausgebreitet: Offenbar unter dem Einfluß des männlichen Hormons Testosteron veränderte sich das Gewicht der Frettchenhoden von durchschnittlich 0,62 im sexmüden November auf maximal 2,68 Gramm im März, wenn der Frühling auch die Gefühle der Frettchen entfacht. Das Gewicht der Frettchenhirne stieg parallel dazu von einem 6,49-Gramm-Dezembertief auf 7,39 Gramm im April. Weibliche Frettchen zeigten keine derartigen an die Sexualität gebundenen Schwankungen des Gehirngewichts.

DER SPIEGEL 47/1992
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