16.11.1992

MODERNES LEBENMörderische Teddybären

Entenhausen liegt hier nicht mehr - und in den Trümmern der guten alten Comicwelt geschehen Dinge, die Donald Duck oder Micky Maus in den Irrsinn getrieben hätten: Harmlose Pandabären werden massakriert. Fischköpfige Killer-Raketen rasen durch die regennassen Nächte. Maschinen haben sprechen gelernt und verweigern den Gehorsam. Und manchmal, in seinen düstersten Momenten, wird der Held, ein Panda-Detektiv, von dem schrecklichen Verdacht gepackt, daß seine Existenz bloß Illusion sei, daß ein paar Spinner das ganze Unheil nur erfunden haben. Die Spinner heißen Ian McDonald (Text) und David Lyttleton (Zeichnungen), ihr Werk haben sie "Das Kling-Klang-Geheimnis" (Carlsen Verlag; 39,80 Mark) genannt; es ist der interessanteste Comic strip seit Monaten: Die Bilder glühen in den Farben des Fiebers und der Unwahrscheinlichkeit, die Formen und Konturen sehen aus, als hätten George Grosz und Otto Dix einen Alptraum gehabt - und die Story ist ein Amoklauf an die Grenzen der Imagination. Wer dieses Album gelesen hat, wird seinem Teddybären künftig jede Schandtat zutrauen.

DER SPIEGEL 47/1992
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 47/1992
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

MODERNES LEBEN:
Mörderische Teddybären

  • ESA-Astronaut Matthias Maurer: Der erste Deutsche auf dem Mond?
  • Seltene Tiefseespezies: Grüner Bomberwurm gefilmt
  • Neues Transportsystem: Katar testet schienenlose Tram für WM 2022
  • Carola Rackete: Retterin äussert sich nach Vernehmung