16.11.1992

Norbert Gansel,

52, SPD-Bundestagsabgeordneter, hütet auf seinem Schreibtisch "ein Beweismittel" sowohl für Medienhysterie als auch für einen Strafprozeß gegen einen unbekannten Steinwerfer. Bei der Abschlußkundgebung zur Berliner Großdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit hatte Gansel, zunächst vor dem Podium, dann unmittelbar neben dem von Eierwürfen getroffenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker postiert, "schon unserer eigenen Sicherheit wegen" auf sämtliche "Wurfgeschosse" aufgepaßt. Den "einzigen Stein", der scharfkantig "präpariert" in Richtung Podium geflogen war, sammelte Gansel nach Veranstaltungsende auf. Seine Beobachtung, daß unter den Wurfgeschossen gegen Bühne und Polizeischilde "kein weiterer Stein war", wird von der Polizeieinsatzleitung und von Berlins Innensenator Dieter Heckelmann (CDU) bestätigt.

DER SPIEGEL 47/1992
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