07.12.1992

Mängel waren bekannt

Die angeblich rätselhaften Gründe, die Ende November zum Ausfall der Mikrofonanlage im neuen Plenarsaal und zum Rück-Umzug der Bonner Parlamentarier in das "Wasserwerk" führten, waren dem Ältestenrat seit Wochen bekannt. Aus einem internen Protokoll der Sitzung vom 8. Oktober geht hervor, daß der zuständige Abteilungsleiter im Bauministerium, Günter Schäffel, ausdrücklich darauf hinwies, es sei "zeitlich kritisch", das elektroakustische System termingerecht fertigzustellen. Zwar seien die "Störnebel mit vagabundierenden Frequenzen" gefunden, aber das Knacken in den Lautsprechern sei nicht behoben. Unterhalb des Fußbodens schlügen zudem Bleikugeln, die die Beweglichkeit der Stühle sicherstellen sollen, gegen "diverse Leitungen". Eine Verschiebung des Einweihungstermins am 30. Oktober wurde in der Sitzung des Ältestenrates kurz erörtert, dann aber verworfen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Jürgen Rüttgers, ahnte, was kommen würde: Angesichts der zahlreichen Baumängel sei ein "Skandal vorprogrammiert".

DER SPIEGEL 50/1992
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