07.12.1992

Raumklang aus dem PC

Raumfüllenden 3-D-Sound aus zwei herkömmlichen Stereolautsprechern ermöglicht ein Computerchip, den die kanadische Firma Archer Communications entwickelt hat. Der Soundprozessor, so wurde auf der Computermesse Comdex in Las Vegas angekündigt, soll von dem US-Chiphersteller Analog Devices als Multimedia-Zusatz für Personalcomputer angeboten werden. Der neue Klangchip beruht auf einem komplexen Verfahren, genannt "QSound Virtual Audio", bei dem der Zuhörer mittels minimaler Ton-, Lautstärke- und Zeitverschiebungen akustisch getäuscht wird: So scheint ein Hubschrauber in einem Computerspiel von hinten über die Schulter des Computerspielers in dessen Gesichtsfeld (auf dem Bildschirm) einzufliegen. Um diesen Klangeffekt zu erzielen, wurden Forschungsergebnisse über menschliche Hörgewohnheiten in mathematische Formeln übersetzt, aus denen sich eine Steuersoftware für digitale Tonaufnahmen entwickeln ließ. Popstars wie Madonna, Sting oder die Rockgruppe Kiss haben bereits Musiktitel mit Hilfe des QSound-Verfahrens eingespielt; auch TV-Werbespots, etwa für den neuen Jeep-Geländewagen von Chrysler oder Produkte der Fast-food-Kette McDonald's, wurden in den USA bereits in QSound ausgestrahlt.

DER SPIEGEL 50/1992
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