21.12.1992

Höhere Porno-Steuer

Pornographische Bücher, Hefte und Bildbände sollen nach Plänen des Bonner Finanzministeriums stärker besteuert werden. Staatssekretär Franz Christoph Zeitler hat Minister Theo Waigel vorgeschlagen, auf Pornographie künftig nicht mehr den halben, sondern den vollen Mehrwertsteuersatz von 15 Prozent zu erheben. Bisher wurde Pornographie steuerrechtlich wie Literatur bewertet. Der Vorstoß des Staatssekretärs könnte die konservative Klientel des CSU-Finanzministers erfreuen. Deshalb hält Zeitler daran fest, obwohl sich die Fachabteilung dagegen ausgesprochen hat. Die Erfahrung lehre, daß eine tragfähige Abgrenzung zwischen Kunst und Pornographie nicht vollzogen werden könne. Bei ähnlichen Versuchen hätten sich Juristen und Steuerexperten in der Vergangenheit stets lächerlich gemacht.

DER SPIEGEL 52/1992
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 52/1992
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Höhere Porno-Steuer