21.12.1992

Milliarden-Verlust bei Mercedes

Mercedes-Benz steckt in größeren Schwierigkeiten als bislang vermutet. Das Betriebsergebnis des Stuttgarter Konzerns wird 1992 ein Minus von 1,1 Milliarden Mark ausweisen. Im vergangenen Jahr zeigte diese interne Erfolgskennziffer noch einen Überschuß von 600 Millionen Mark. Mercedes ist damit erstmals in den letzten zehn Jahren in der internen Rechnung in die Verlustzone geraten. Hauptursache für den drastischen Abwärtstrend ist der rückläufige Pkw-Verkauf. In Deutschland, auf dem Hauptmarkt, sanken die Absatzzahlen in den ersten zehn Monaten um 12,4 Prozent. Einen noch stärkeren Rückgang konnten die Stuttgarter nur durch teure Verkaufshilfen wie Rabatte oder günstige Leasing-Angebote vermeiden, die das Unternehmen finanziell belasten. Für Absatzhilfen in den USA mußte Mercedes-Benz einen hohen dreistelligen Millionen-Betrag aufwenden. Zusätzlich macht dem Unternehmen ein schlechterer Verkauf von Lkw zu schaffen. Ein Daimler-Benz-Manager kommentiert die Situation so: "Die Lage ist ernst, sie wird 1993 nicht besser." Denn eine verfehlte Modell-Politik verschärft die Krise: Erst Mitte 1993 kommt der Nachfolger für den seit elf Jahren gebauten Mercedes 190 auf den Markt; Kaufinteressenten für die Mittelklasse warten häufig mit ihrer Bestellung, weil bekannt ist, daß die veraltete Baureihe Ende nächsten Jahres mit modernisiertem Design angeboten wird.

DER SPIEGEL 52/1992
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