21.12.1992

Teurer Alkohol vom Bauernhof

Die großen Alkoholhersteller in der EG drängen die Kommission in Brüssel, den Deutschen das Subventionieren kleiner ländlicher Brennereien zu verbieten. Das staatliche Branntweinmonopol schanzt den Bauern mit eigener Spritdestille und anderen ländlichen Kleinbetrieben ein Zusatzeinkommen zu, indem es ihnen den selbsterzeugten Stoff zu weit überhöhten Preisen abnimmt. Für 100 Millionen Liter Alkohol kassieren die Mini-Erzeuger Staatszuschüsse von 340 Millionen Mark im Jahr. Moderne ausländische Großbrennereien produzieren diese Menge zu Kosten von nur etwa 100 Millionen Mark; auf dem freien Markt erzielen sie damit einen Erlös von rund 110 Millionen Mark. Die deutsche Regierung solle ihren Bauern direkte Einkommenshilfen geben, argumentiert die Alkoholindustrie, statt sie durch teure Stützungskäufe zur Produktion von Spritüberschüssen anzuregen.

DER SPIEGEL 52/1992
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 52/1992
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Teurer Alkohol vom Bauernhof