21.12.1992

Mannesmann ohne Mobilfunk?

Durch den Verkauf von Firmenteilen will der Mischkonzern Mannesmann die angespannte Finanzlage aufbessern. Dabei wird selbst der Ausstieg aus dem Mobilfunk-Geschäft nicht mehr ausgeschlossen. In einer Vorstandsvorlage beziffern Konzernplaner den möglichen Erlös aus dem Verkauf der Anteile an der Mannesmann Mobilfunk GmbH auf 2,5 Milliarden Mark. Die Entscheidung von Vorstandschef Werner Dieter steht noch aus. Mit dem Ausstieg aus dem Mobilfunk-Markt würde sich Dieter aus einem zwar hoffnungsvollen, aber zunehmend riskanter werdenden Geschäft zurückziehen. Als erste Privatfirma hatte ein Konsortium unter Führung von Mannesmann 1989 die Lizenz zum Aufbau eines landesweiten Mobilfunk-Netzes (D2) erhalten. Doch es war nicht die erwartete Lizenz zum Gelddrucken. D2 wird frühestens 1994 Gewinne abwerfen. Zudem erhält demnächst ein dritter Konkurrent neben der Telekom eine Funklizenz (E1). Als mögliche Käufer für die Mannesmann-Anteile an D2 gelten BMW und Veba. Beide bewerben sich um die E-Lizenz, aber nur einer kommt zum Zuge.

DER SPIEGEL 52/1992
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